Experten: Unruhige Beine: So kann die Naturmedizin Betroffenen helfen

Heilpraxisnet
Chinesische Medizin hilft gegen „Juckreiz aus der Tiefe“
Sie fühlen sich taub an, mal heiß oder kalt, es reißt, juckt und brennt – Restless Legs, das Syndrom der unruhigen Beine, ist in Deutschland weit verbreitet. Etwa fünf bis zehn Prozent leiden darunter. Aber nicht nur die Missempfindungen in der Tiefe der Beinmuskulatur machen das Leben zu Qual. Hinzu gesellt sich ein ausgesprochener Bewegungsdrang, der sich immer dann einstellt, wenn Betroffene zur Ruhe kommen.

Viele Patienten mit Restless Legs beschreiben ihre Symptome als „Juckreiz in der Tiefe“. Die Chinesische Medizin orientiert sich daher in der Behandlung am Modell der Neurodermitis. Auch hier steht der unbändige Juckreiz im Vordergrund der Erkrankung, der sich lindern lässt, in dem durch Kratzen Lymphe und Blut aus der Haut austreten. Bei den unruhigen Beinen ist das Juckende jedoch im Inneren und damit nicht zugänglich. „Entzündliche Restaktivitäten aus Infekten, Allergien und anderen Quellen haben sich beim RLS nicht wie bei Neurodermitis in die Haut, sondern in die tiefen Schichten der Beine abgelagert“, erklärt der Chefarzt der Klinik am Steigerwald Dr. Christian Schmincke. Diese auch als Tan bezeichnete Stoffe leitet die Chinesische Medizin oft mit kühlenden Arzneirezepturen aus. Diese müssen nach eingehender Diagnostik durch einen erfahren Arzt für Chinesische Medizin erstellt werden und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung. In etwa 80 Prozent der Fälle führt diese Behandlung zum Erfolg. Betroffene mit unruhigen Beinen können aber auch viel für sich selbst tun. Dr. Christian Schmincke hat fünf hilfreiche Tipps zur Selbstbehandlung zusammengestellt:

Einreiben mit ätherischen Ölen. Bild: Floydine – fotolia

Immunsystem trainieren

Trainieren Sie Ihr Immunsystem, wenn es durch einen Infekt herausgefordert wird. Lassen Sie der Erkältung freien Lauf! Dazu auf Antibiotika, Nasenspray und andere Symptomkiller verzichten und sich lieber ins Bett legen und sich selbst kurieren. Freuen Sie sich über Fieber. Unterstützend helfen: Wärme, Tees, etwas Fasten, Ruhe und pflanzliche Hausmittel. Ausdrücklich erwünscht nach Chinesischer Medizin ist eine üppige Schleimproduktion, dann ist der Infekt auf einem guten Weg.

Einreibungen mit ätherischen Ölen

Zumindest zeitweise Linderung verschaffen Hautpflegeöle. Sie fördern die Durchblutung und lindern Schmerzen. Je nach Befindlichkeit des Patienten gibt es wärmende oder kühlende Ölmischungen. Bei der Anwendung wird das Öl rhythmisch eingerieben. Dazu an der Innenseite der Beine an den Füßen beginnend bis hin zu den Knien aufwärts streichen. Dann auf die Außenseite wechselnd von den Knien wieder abwärts zu den Füßen streichen. Mehrmals wiederholen. Kühlendes Johanneskrautöl: 50 ml Johanniskrautöl, 5 Tropfen Rosmarin- oder Wacholderöl, 5 Tropfen Pfefferminzöl und 5 Tropfen Zitronenöl.

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Abendfasten entlastet

Betroffenen mit unruhigen Beinen tut auch Abendfasten gut, denn Verdauungsorgane arbeiten nachts nur im Schongang. Zudem sollte sich der Darm bei Nacht seiner wichtigen Aufgabe der Entgiftung widmen können und dabei nicht durch die Aufnahme- und Verdauungsfunktion gestört werden. Zum Abendfasten nimmt man die letzte Mahlzeit mittags zu sich und trinkt anschließend nur noch Wasser oder Kräutertees. Auf Kaffee oder schwarzen Tee am besten ganz verzichten.

Sanfte Behandlung der Füße.

Kräutertee mit Brennnessel und grünem Hafer

„Blutreinigungstee“ aus dem Handel oder Brennnesseltee können unterstützt von einer Diät helfen, entzündliche Stoffe auszuleiten. Am besten wirkt Brennnesseltee in Kombination mit grünem Haferstroh (gute Qualität). Dazu einen Esslöffel grünen Hafertee 10 Minuten köcheln lassen, Topf vom Herd nehmen, einen Esslöffel Brennnesseltee hinzugeben und weitere 10 Minuten ziehen lassen.

Verzicht auf hormonelle Verhütung

Restless Legs treffen auch viele junge Menschen. Junge Frauen sollten auf die Einnahme von Hormonpräparaten zur Verhütung verzichten – zumindest so lange bis sich die Gesundheit stabilisiert. Grund: Die Monatsblutung entlastet den Körper und sollte natürlich, ohne das Zyklusgeschehen verändernde Medikamente, ablaufen.