FDM: In Tokio International Course eröffnet

Thorsten Fischer

Fasziendistorsionsmodell: In Tokio International Course eröffnet

11.02.2011

Am heutigen Freitag beginnt in Tokio der International FDM Course unter der Leitung des Präsidenten der asiatischen Organisation FAA, Keisuke Tanaka FDM. O. und Marjorie Kasten P.T.

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Zu Beginn der Veranstaltung in dem Stadtteil Asakusa, in dem einer der bedeutendsten Schreine Japans steht, begrüßte Tanaka die etwa 40 Teilnehmer, unter denen sich auch eine deutsche Delegation befindet, mit einem Einführungskurs in das Fasziendistorsionsmodell nach Stephen P Typaldos. Tanaka ist ein direkter Schüler vom Begründer des Fasziendistorsionsmodells und erlernte seine Fähigkeiten direkt von Typaldos, der leider 2006 bereits im Alter von 49 Jahren verstarb.

Tanaka gilt heute als ein strikter Vertreter der Ideen Typaldos und kann auf ein umfangreiches Hintergrundwissen zurückblicken, das er schon zu Lebzeiten von Stephen Typaldos erworben und durch die Praxis im Laufe der Jahre durch Erfahrung bereichert hat. Die Vermittlung dieses theoretischen Wissens und das Einüben praktisch anwendbarer Handgriffe nach dem Konzept des FDM standen bei Tanaka am heutigen Freitag im Vordergrund. Schon die Teilnehmer, welche den weiten Weg aus Deutschland nach Tokio absolviert hatten, wurden für die lange Reise belohnt. Tanaka offenbarte aus seinem Erfahrungsschatz ungeschminkt alles, was auch ihm durch Typaldos vermittelt worden war.

So gab er zu bedenken, dass neben der Körpersprache auch die subjektiven und objektiven Beschwerden, sowie der Auslösemechanismus nach dem Fasziendistorsionsmodell bei der täglichen Arbeit mit den Patienten berücksichtigt werden muss. Er trat für die Unteilbarkeit dieser vier Elemente der Diagnose nach dem FDM ein und ging auch auf die kulturellen Unterschiede in der Körpersprache zwischen Asien und westlich geprägten Ländern ein. So würden in asiatischen Ländern die Menschen bei dem körperlichen Ausdruck ihrer Beschwerden mit einer deutlich geringeren Gestik auskommen, als dies beispielsweise in den südlichen europäischen Ländern der Fall sei. Das erschwere oftmals den Zugang für asiatische FDM- Therapeuten. Die anderen Faktoren in der FDM- Diagnose seien dadurch, so Tanaka, mit ihrer Bedeutung wieder sichtbar geworden. Dies sind empirische Werte, die auch europäische FDM- Therapeuten für sich nutzbar machen sollten.

Daneben vermittelte Tanaka den Anwesenden, von dem ein Großteil aus japanischen Sport- Physiotherapeuten besteht, in den praktischen Einheiten Original- Techniken von Stephen Typaldos und gab den Übenden Tipps aus seiner langjährigen Praxiserfahrung, z.B. im Umgang der Gestik von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen.

Auch in Japan hat das Fasziendistorsionsmodell einen guten Zuspruch, da genau wie in Europa, mit zum Teil unspezifischen Methoden im Alltag des konventionellen Medizinbetriebes gearbeitet wird, die dem individuellen Charakter der Beschwerden von Betroffenen meist nicht gerecht werden. Tanaka brachte die wissenschaftliche und therapeutische Unsinnigkeit einiger gängiger Therapien in Japan durch ein anschauliches Beispiel zum Ausdruck: Dies gleiche dem Versuch, einem Mann mit Glatze Haare zu essen zu geben, um dadurch seinen Haarwuchs wieder anzuregen. Auf diese Weise wurde das massive Volumen des vermittelten Stoffes für die Anwesenden durch kleine Anekdoten ergänzt und leichter zugänglich gemacht. Tanaka schloss seinen heutigen Teil mit den Worten, dass es aus einer Sicht keinen Sinn ergebe,

das FDM mit andern Konzepten zu mischen. Aus seiner Sicht unterscheidet sich das FDM grundlegend von den anderen manuellen Therapien oder Techniken an Faszien wie Rolfing, Myofascial Release, Akupressur oder Massage. Durch eine Mischung mit anderen Techniken oder Konzepten würde das FDM seinen Schwerpunkt und seine Efektivität abschwächen. Am morgigen Samstag unterrichtet eine weitere Kollegin und Schülerin des Begründers des Fasziendistorsionsmodells: Marjorie Kasten, P.T. ihren therapeutischen Schwerpunkt Inversionstherapie. (tf)