Fester Schlaf-Rhythmus hilft Jugendlichen

Astrid Goldmayer

Jugendlich sollten bestimmte Regeln für einen gesunden Schlaf einhalten

20.09.2013

Viele Jugendliche leiden unter Schlafmangel. Häufig sind dafür nächtliches chatten oder Internetspiele verantwortlich. Unter der Woche schlafen die Jugendlichen dann meist zu wenig, während sie am Wochenende zu lange ausschlafen. Da führt dazu, dass der Schlaf insgesamt weniger erholsam ist. Wenn Minderjährige innerhalb eines Zeitraums von mindestens einem Monat an drei Tagen in der Woche schlecht schlafen, sprechen Experten von Schlafstörungen.

Was Jugendliche für einen gesunden Schlaf beachten sollten
Die Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IGWiG) in Köln weist daraufhin, dass vor allem ein regelmäßiger Rhythmus entscheidend für einen gesunden Schlaf ist. Nächtliches chatten oder spätes Fernsehen verhinderten dagegen erholsames Schlafen. Wenn Jugendliche unter der Woche zu wenig schlafen, versuchen sie meist ihre Müdigkeit durch langes Ausschlafen am Wochenende auszugleichen. Das funktioniere der IGWiG zufolge jedoch nicht. Vielmehr entwickele sich ein unregelmäßiger Schlafrhythmus.

Deshalb sei es sinnvoll, immer zur gleichen Zeit abends – nicht zu spät – schlafen zu gehen und morgens aufzustehen. Zudem rät die Stiftung dazu, „eine Weile vor dem Schlafengehen nicht mehr zu telefonieren, keine laute Musik zu hören und nicht mehr am Computer oder Handy zu spielen, abends keine anregenden Getränke mehr zu trinken, zum Beispiel Cola, Energiedrinks, Kaffee, schwarzen oder grünen Tee, vor dem Schlafengehen nicht zu rauchen, da das Nikotin in Zigaretten anregend wirken kann“ sowie „kurz vor dem Schlafengehen keinen anstrengenden Sport mehr zu treiben“. Auch die Umgebung kann Einfluss auf das Schlafverhalten haben. Das Schlafzimmer solle laut IGWiG „ruhig und dunkel“ sein. Zudem sei es sinnvoll, das Bett nicht als Ort zum Fernsehen, Computerspiele zu spielen, zum Lesen oder Essen zu nutzen.

Gesunder Schlaf durch Entspannungsübungen
Wenn Jugendliche dennoch nicht schlafen können, sollten sie aufstehen und erst wieder ins Bett gehen, wenn sie müde sind. Hilft auch das nicht gegen Schlafstörungen, empfiehlt die Stiftung Entspannungsübungen wie autogenes Training, oder progressive Muskelentspannung. Autogenes Training sei „eine Art Selbst-Hypnose“, bei der Körper in verschiedene Zustände wie Wärme oder Schwere versetzt werde. Am Ende der Übungen sei der Körper entspannt. Bei der progressiven Muskelentspannung würden nacheinander bestimmte Muskelgruppen angespannt und wieder entspannt, wodurch der Körper ebenfalls in einen Entspannungszustand versetzt werde.

Zudem kann eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein, denn häufig stecken psychische Probleme und Sorgen hinter der Schlafstörungen. Mit Hilfe eines Therapeuten lernen die Jugendlichen anhand gezielter Aufgaben und Übungen wieder in ihren natürlichen Schlafrhythmus zu finden.

Schlafmittel sollten generell nur im Ausnahmefall in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. Die meisten Mittel können bereits einer kurzen Einnahmedauer zu Abhängigkeiten führen. Außerdem haben viele Medikamente unerwünschte Nebenwirkungen. Dazu gehört beispielsweise auch Müdigkeit am Tag. (ag)

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Bild: CFalk / pixelio.de