Finanzprobleme Anzeichen für Demenz?

Fabian Peters

Probleme mit dem Geld können auf Demenz hinweisen

10.01.2012

Schwierigkeiten beim Umgang mit Geld sind unter Umständen erste Anzeichen einer aufkommenden Demenz. Häufig haben Demenzpatienten schon im Frühstadium der neurodegenerativen Erkrankung erhebliche finanzielle Schwierigkeiten, da sie zum Beispiel ihre Rechnungen doppelt bezahlen, ihr Scheckbuch nicht pflegen oder den Gesamtüberblick über ihre Finanzen verlieren, berichtet die Fachzeitschrift „Psychologie heute“ in ihrer aktuellen Ausgabe.

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Doppelt bezahlte Rechnungen und chaotische Scheckhefte Anzeichen für Demenz
So sind die finanziellen Probleme nicht selten erstes Anzeichen der Demenz, erklärte der Neuropsychologe Daniel Mason vom Alzheimer Disease Research Center der University of Alabama gegenüber „Psychologie heute“. Dem Experten zufolge belegen unterschiedliche psychologische Studien, dass Probleme mit dem Geld eines der frühesten Anzeichen für eine Demenz-Erkrankung sein können. Demnach haben Senioren, die im späteren Lebensverlauf typische Symptome einer Alzheimer- beziehungsweise Demenz-Erkrankung entwickeln, oftmals bereits früh Schwierigkeiten den Überblick über ihre Finanzen zu behalten. Schon einfachste Tätigkeiten wie das Geld richtig abzählen, den Kontoauszug verstehen oder eine Überweisung auszufüllen, bereiten den Betroffenen teilweise erhebliche Schwierigkeiten, schreibt das Fachblatt „Psychologie heute“ unter Berufung auf eine Studie von US-Forschern am Alzheimer Disease Research Center.

Personen mit Finanzproblemen erlitten häufiger eine Alzheimer-Erkrankung
Die amerikanischen Wissenschaftler um den Neuropsychologe Daniel Mason hatten im Rahmen ihrer Studie bei einem Vergleich von 87 Patienten mit Gedächtnisproblemen und 76 gesunden Senioren festgestellt, dass die Gedächtnisprobleme häufig mit finanziellen Schwierigkeiten einhergingen. Außerdem entwickelten die Studienteilnehmer, die Probleme beim Umgang mit Geld aufwiesen, deutlich häufiger binnen eines Jahres eines Alzheimer-Erkrankung, erklärten die US-Forscher. So erlitten 25 Patienten, die bei dem Test zu den Finanzen wesentlich schlechter abgeschnitten hatten, binnen eines Jahres ein Alzheimerleiden. Als typische Schwierigkeiten der späteren Alzheimer-Patienten seien hier doppelt bezahlte Rechnungen und ein Verlust der Übersicht im Scheckbuch zu nennen. Beides könne daher als mögliches Anzeichen für eine Demenz gewertet werden.

Entsprechende Probleme mit dem Geld bei Familienangehörigen sollten daher in jedem Fall als Alarmsignal gewertet werden. Doppelt bezahlte Rechnungen oder das Durcheinanderbringen der Scheckbucheinträge, sind durchaus Anlass für eine eingehendere ärztliche Untersuchung, betonte der Studienleiter Daniel Mason. Auch um die Betroffenen vor weiteren finanziellen Verlusten zu bewahren, müssten die Angehörige früh reagieren, da den Demenzpatienten selbst ihre nachlassenden Fähigkeiten nicht bewusst seien, so das Fazit des US-Wissenschaftlers. (fp)