Gesetzliches Rauchverbot im Auto wenn die Kinder dabei sind

Sebastian
Neues Gesetz kommt: Rauchverbot beim Autofahren
Rauchen gefährdet nicht nur die eigene, sondern auch die Gesundheit von Mitmenschen. In vielen Ländern werden Nichtraucher mithilfe von Rauchverboten vor den Gefahren durch den Qualm geschützt. In Großbritannien wird es bald nicht mehr erlaubt sein, beim Autofahren zu rauchen – Zumindest nicht, wenn Kinder an Bord sind.

Hunderttausende Tote durch Passivrauchen
Rauchen schadet nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern ist auch für andere gefährlich. Passivrauchen tötet jährlich 600.000 Menschen, hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits vor Jahren berichtet. So zeigten Untersuchungen, dass durch den passiven Qualm vor allem Herzerkrankungen wie Herzinfarkt, Atemwegserkrankungen wie Asthma und Lungenkrebs verursacht werden können. Eine neue Studie hat nun auch auf ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko durch Passivrauchen hingewiesen.

Rauchen am Steuer, wenn Kinder dabei sind? Bald in England verboten. Bild: aerogondo - fotolia
Rauchen am Steuer, wenn Kinder dabei sind? Bald in England verboten. Bild: aerogondo – fotolia

Durch die Rauchverbote, die in verschiedenen Ländern eingeführt wurden, konnten die Erkrankungs- und Todesfälle von Rauchern und Nichtrauchern Experten zufolge gesenkt werden. In Großbritannien wird nun ein weiterer Schritt unternommen. Dort ist ab dem 1. Oktober 2015 das Qualmen im Auto untersagt – Zumindest wenn Minderjährige mitfahren.

Rauchverbote für Autofahrer
In Ländern wie Australien, Griechenland, Kanada oder den USA gelten bereits bestimmte Rauchverbote für Autofahrer. Andere Nationen wie Frankreich, Italien und Polen arbeiten an Gesetzen, die das Rauchen in Fahrzeugen verbieten beziehungsweise einschränken sollen. Und in England wurde dieser Schritt nun gewagt. Es wurde ein Gesetz verabschiedet, welches ab Oktober das Rauchen im Fahrzeug verbietet, wenn Mitfahrer unter 18 Jahre dabei sind. Umgerechnet rund 70 Euro soll die Strafe bei Nichtbeachtung betragen. Nur im Cabrio darf weiter gequalmt werden.

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Hohe Feinstaubbelastung in Raucherautos
Wie es heißt, entstand das britische Gesetz auf Grundlage mehrerer Studien, denen zufolge Kinder und Jugendliche durch Passivrauchen besonders gefährdet sind. Beziehungsweise Untersuchungen, die zeigen, dass die Feinstaubbelastung in einem Raucherauto besonders hoch sei. So haben Forscher der Universität Aberdeen Belastungen „von durchschnittlich 85 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen“. In Ausnahmefällen lagen die Werte sogar bei 440 Mikrogramm. Von der WHO wird empfohlen, dass „25 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht überschritten werden sollten“.

Rauchfreie Gesellschaft bis 2040
In England ist man auf dem Weg zu einer rauchfreien Gesellschaft ohnehin etwas weiter als in anderen Ländern. Im vergangenen Jahr hatte die Britische Ärztevereinigung (BMA) ein Rauchverbot ab einer Generation gefordert. In ihrer Initiative schlugen die Mediziner vor, dass Personen, die nach 2000 geboren wurden, keine Zigaretten mehr kaufen dürfen sollen. Mittlerweile halten internationale Experten sogar ein weltweites Rauchverbot ab dem Jahr 2040 für möglich. Maßnahmen wie das neue Gesetz aus Großbritannien können sicher ihren Teil dazu beitragen.

Kommt das Rauchverbot für Autofahrer in Deutschland?
In Deutschland wurden bislang keine entsprechenden Initiativen bekannt. Allerdings würden es Gesundheitsexperten begrüßen, wenn künftig auch hierzulande das Qualmen im PKW untersagt würde. „Wir unterstützen diese Regelung und sind davon überzeugt, dass man auch in Deutschland über ein solches Gesetz nachdenken sollte“, sagte Klaus Riddering, Pressesprecher der Deutschen Kinderkrebsstiftung. Insbesondere Kinder im Entwicklungsstadium dürften diesen schädlichen Stoffen nicht ausgesetzt werden.

„Wir brauchen deutlichere Nichtrauchergesetze in Deutschland und das gilt auch für das Rauchen im Auto. Zwar ist es eine Beschneidung der freiheitlichen Rechte, aber ich als Arzt bin für diese Beschränkung zugunsten eines besseren Gesundheitszustandes der Menschen“, erklärte Andreas Stang, Professor am Universitätsklinikum Essen im Bereich der Krebs-Epidemologie. Er fügte an: „Kinder sind heutzutage häufiger dick als früher und wenn sie zudem noch Passivrauchen ausgesetzt sind, treten noch wahrscheinlicher Gesundheitsschäden auf.“ (ad)