Gesunder Tagesstart: Regelmäßiges Frühstück schützt Kinder vor Übergewicht

Alfred Domke
Gesundes Frühstück schützt Kinder vor Übergewicht und Diabetes
Ein gesundes Frühstück verschafft dem Körper die Energie für einen positiven Start in den Tag. Durch die morgendliche Nahrungsaufnahme werden die leeren Akkus wieder geladen und die Konzentrationsfähigkeit steigt. Vor allem für Kinder ist die erste Mahlzeit des Tages wichtig. Das regelmäßige Frühstück kann sie vor Übergewicht und Diabetes schützen.

Jedes dritte Schulkind geht ohne Frühstück aus dem Haus
Die Frage ob ausgiebig Frühstücken besser ist als morgens nur eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen, stellt sich für viele Menschen hierzulande gar nicht. Denn etwa ein Drittel aller Schulkinder im Alter von elf bis 15 Jahren in Deutschland geht jeden Morgen ganz ohne Frühstück aus dem Haus. Das zeigen Ergebnisse der Studie zum Gesundheitsverhalten von Schulkindern (Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) Study 2016) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das Frühstück gilt jedoch als wichtigste Mahlzeit des Tages. Es kann Kinder auch vor Übergewicht und Diabetes schützen.

Viele Schulkinder gehen ohne Frühstück aus dem Haus. Dabei ist die morgendliche Mahlzeit die wichtigste des Tages. Sie kann die Kleinen sogar vor Übergewicht und Diabetes schützen. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)

Wesentlicher Baustein für einen gesunden Start in den Tag
Besonders für Kinder und Jugendliche ist das Frühstück ein wesentlicher Baustein für einen gesunden Start in den Tag. Sie benötigen eine ausgewogene Morgenmahlzeit für ihre körperliche und geistige Entwicklung. Darauf macht diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe aufmerksam.

Laut den Experten haben zahlreiche Studien gezeigt, dass häufiges Auslassen der Morgenmahlzeit die Entstehung von Übergewicht fördert, was wiederum die Entwicklung von Diabetes Typ 2 begünstigen kann.

„Kinder und Jugendliche, die regelmäßig mit einer ausgewogenen Morgenmahlzeit in den Tag starten, weisen insgesamt einen gesünderen Lebensstil auf und sind leistungsfähiger“, erklärt Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Auch dies konnte in wissenschaftliche Untersuchungen belegt werden. So stellten Forscher der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) im Rahmen einer Studie fest, dass Schuldkinder, die frühstücken, mehr Leistung bringen.

Und auch Wissenschaftler der Universität Cardiff in Wales konnten zeigen, dass ein gesundes Frühstück die Noten in der Schule verbessert.

„Die Verknüpfung unserer Ergebnisse mit realen Leistungsdaten hat uns erlaubt, robuste Beweise für einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Frühstück und guten Leistungen in der Schule zu liefern“, so der Co-Autor der Studie, Dr. Graham Moore in einer Mitteilung.

Immer weniger nehmen sich Zeit für ein ausgewogenes Frühstück
Doch immer weniger Kinder nehmen sich am Morgen vor der Schule Zeit für ein ausgewogenes und gesundes Frühstück. Laut HBSC-Studie verringert sich zudem der Anteil der Kinder, die täglich frühstücken, mit fortschreitendem Alter.

Während bei den Elfjährigen noch 68 Prozent der Mädchen und 72 Prozent der Jungen ein Frühstück zu sich nehmen, sind es bei den 15-Jährigen nur noch 52 beziehungsweise 59 Prozent.

Doch die richtige Ernährung gerade zu Beginn eines Tages schafft optimale Voraussetzungen für das Lernen, die Konzentrationsfähigkeit sowie die Informationsaufnahme und -wiedergabe.

Vollkornprodukte und Gemüse
„Für die erste Mahlzeit am Tag eignen sich besonders Vollgetreideprodukte und knackiges Gemüse oder frisches Obst und ungesüßte Milchprodukte“, so Kröger.

Sie führen durch einen langsamen und länger andauernden Anstieg des Blutzuckers zu einer besseren Gedächtnisleistung und Reaktion.

Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel tritt auf, wenn Kinder vor der Schule und in den Pausen entweder gar nichts essen oder zum Beispiel nur Weißmehlprodukte und Süßigkeiten verzehren.

Diese sind kohlenhydratreich und ballaststoffarm, lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen, aber ebenso schnell wieder sinken. Die Folge ist mangelnde Leistungsfähigkeit.

„Das kindliche Gehirn benötigt jedoch konstant Energie, um einen ganzen Schulalltag zu bewältigen“, erläutert Kröger. „Außerdem bilden sich genau in diesem Alter auch die langfristigen Essgewohnheiten, die für die spätere Gesunderhaltung so wichtig sind“, betont der Diabetologe.

Der beste Durstlöscher ist Wasser
In der Schulpause trägt eine idealerweise ebenfalls kohlenhydrat-, ballaststoff- und vitaminreiche Zwischenmahlzeit dazu bei, die Leistungsfähigkeit bis zum Mittagessen zu erhalten. Außerdem sollten Kinder nicht nur ausreichend und gesund essen, sondern auch trinken.

Die besten Durstlöscher beim Frühstück und in den Schulpausen sind nach wie vor Wasser, im Verhältnis 2:1 mit Wasser verdünnte Obstsäfte (Schorlen) und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees.

„Trinkpäckchen mit gesüßten Säften, Limonade oder fettreiche Milchshakes sind aufgrund ihres hohen Zuckergehalts ungeeignet“, so Kröger.

Süßigkeiten und Snacks wie Kuchen, Schokolade, Kekse, Gummibärchen und Chips gehören ebenso wenig in die Schultasche. Denn auch sie enthalten zu viel Zucker und Fett und machen nur kurzzeitig satt. (ad)