Grapefruitsaft zeigt starke Wechselwirkung

Heilpraxisnet

Das Problem ist nicht unbekannt: Grapefruitsaft kann die Bioverfügbarkeit von einigen Medikamente erhöhen. Weil die Arzneien durch den Saft nicht metabolisiert werden, steigt die Gefahr von Überdosierungen. Wissenschaftler warnen erneut.

12.12.2012

Wirkstoffe aus Grapefruit können zusammen mit einigen Arzneimitteln gefährliche Wechselwirkungen auslösen. Von mehr als 85 Arzneimitteln ist bekannt, dass sie mit Bestandteilen in Grapefruitsaft interagieren. Schon vor 20 Jahren warnten Wissenschaftler vor dem Phänomen. Jetzt melden sie sich wieder zu Wort. Dr. David G. Bailey von der University of Western Ontario berichtet, dass es inzwischen bei 43 Präparaten durch die Wechselwirkung zu schweren Nebenwirkungen kommen kann.

Inhaltsstoffe des Safts hemmen das Enzym Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) vor allem im Dünndarm. Metabolite von Furanokumarinen aus Grapefruit binden sich irreversibel an das Enzym und schränken so dessen Aktivität stark ein. Manche Arzneimittel werden dadurch nicht mehr metabolisiert und die Medikamentenkonzentration wird höher als beabsichtigt. Dies gilt für die orale Einnahme. Besonders betroffen sind ältere Menschen. Quelle: David G. Bailey et al. Grapefruit-medication interactions: Forbidden fruit or avoidable consequences? published ahead of print November 26, 2012, doi:10.1503/cmaj.120951 (pm)

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Bild: Rainer Sturm / pixelio.de