Grüne Coca Cola Life: Mit Stevia und trotzdem ein hoher Zuckeranteil

Sebastian
Der Cola-Konzern „Coca-Cola“ hat im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen ein neues Produkt herausgebracht. Mit der „grünen“ Cola „Life“ sollen nun auch kritische Konsumenten gewonnen werden. Denn das Getränk beinhaltet die süße Pflanze „Stevia“. Doch Verbraucherschützer sind kritisch. Die neue Cola soll viel Zucker enthalten.

Cola im grünen Design
Schon seit längerem bemüht sich der Limonaden-Konzern Coca Cola um ein besseres Image. Erst vor kurzem hat er in den USA eine laktosefreie Milch auf den Markt gebracht. In Deutschland gibt es nach „Coca Cola Light“ und „Coca Cola Zero“ nun eine weitere Variante in den Supermarktregalen: „Coca Cola Life“. In Südamerika wird diese Version schon seit Jahren verkauft, hierzulande wird sie seit Monaten intensiv beworben. Mit ihrem grünen Design und dem Hinweis darauf, dass die Version mit Stevia-Extrakt gesüßt wird, soll dem Verbraucher offenbar eine natürlichere und vermeintlich gesündere Alternative zur klassischen Cola vermittelt werden. Verbraucherschützer warnen davor, sich vom Etikett täuschen zu lassen und nennen das neue Produkt eine „Zuckerbombe“.

Coca-Cola life soll nach Angaben von Verbraucherschützern viel Zucker enthalten. Bild: serbogachuk/fotolia)
Coca-Cola life soll nach Angaben von Verbraucherschützern viel Zucker enthalten. Bild: serbogachuk/fotolia)

Eine Flasche enthält elf Würfel Zucker
Der Verbraucherzentrale zufolge enthält „Coca Cola Life“ neben Stevia auch noch elf Würfel Zucker (34 Gramm) pro 0,5 Liter Flasche. Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Zuckerhöchstmenge am Tag liegt für Frauen bei 25 Gramm und für Männer bei 30 Gramm. „Wer nur eine Flasche Coca-Cola-Life genießt, überschreitet diese Menge bereits. Diese Zuckerbombe ist alles andere als gesund“, erklärte Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Außerdem sei bedenklich, dass die Softdrinks oft insbesondere von Jugendlichen getrunken werden. Für einen beispielsweise 12-Jährigen liegt die empfohlene Tagesmenge an Zucker aber lediglich bei 22,5 Gramm.

Werbeaussagen sollte kein Glaube geschenkt werden
„Verbraucher sollten Werbeaussagen von Herstellern und Aufmachung von Produkten keinen Glauben schenken“, schreiben die Experten in ihrer Erklärung. Die Zuckermenge wird zwar vom Hersteller nicht verheimlicht und auch dass die Cola gesünder sei, wird nicht behauptet, doch durch die Präsentation werde dies suggeriert. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen forderte erneut die Einführung der Nährwert-Ampel. „Lebensmittel, denen über die Werbung eingesundes Image verpasst wird, könnten durch eine rote Ampel schnell enttarnt werden.“

200mal süßer als Zucker
Die ursprünglich aus Paraguay stammende Stevia-Pflanze wird in Südamerika schon seit zwei Jahrhunderten angebaut. Das aus der Pflanze gewonnene Stevia-Extrakt ist 200mal süßer als Zucker und kalorienfrei. Hierzulande wurde das Pflanzenextrakt im Jahr 2011 als Nahrungsmittel zugelassen. Seitdem ist Stevia als Zuckerersatz in Deutschland nicht nur in Getränken, sondern auch in anderen Lebensmitteln wie etwa Joghurts zu finden. In der Naturheilkunde wird die Heilpflanze „Stevia Rebaudiana“ unter anderem gegen Sodbrennen oder zur Senkung von Bluthochdruck eingesetzt. Experten der Deutschen Diabetes-Hilfe haben allerdings in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Gefahren einer Überdosierung von Stevia noch immer ungeklärt sind. (ad)