Hauterscheinung: Feuchtigkeitsverlust bei Säuglingen deutet auf Neurodermitis hin

Alfred Domke
Neurodermitis-Patienten haben schon als Säugling Probleme mit der Hautbarriere
Rund vier Millionen Menschen in Deutschland sind von der chronisch-entzündlichen Haut-Erkrankung Neurodermitis betroffen. Der Großteil davon sind Kinder. Forscher haben nun festgestellt, das sich das spätere Neurodermitis-Risiko bereits im Säuglingsalter zeigen kann, und zwar anhand eines starken Feuchtigkeitsverlustes der Haut.

Vier Millionen Deutsche leiden an Neurodermitis
Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) gehört Neurodermitis „zu den häufigsten Krankheiten im Kindes- und Jugendalter“. Nach Angaben der Deutschen Haut- und Allergiehilfe sind insgesamt rund vier Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Die chronisch-entzündliche Hautkrankheit geht in der Regel mit starkem Juckreiz, trockener, schuppiger und geröteter Haut einher. Wissenschaftler stellten nun fest, dass sich das Neurodermitis-Risiko schon bei Säuglingen feststellen lässt, bevor sie typische Symptome entwickeln.

Forscher haben festgestellt, dass sich das spätere Neurodermitis-Risiko schon bei Säuglingen zeigen kann. Ein Hinweis darauf ist eine starker Feuchtigkeitsverlust der Haut. (Bild: Marco/fotolia.com)
Forscher haben festgestellt, dass sich das spätere Neurodermitis-Risiko schon bei Säuglingen zeigen kann. Ein Hinweis darauf ist eine starker Feuchtigkeitsverlust der Haut. (Bild: Marco/fotolia.com)

Störung der Hautbarriere
Schottische Wissenschaftler, die kürzlich über eine revolutionäre Therapiemöglichkeit bei Neurodermitis berichteten, erklärten, dass jüngste Studien zeigten, wie wichtig eine intakte natürliche Hautbarriere ist, um die Ekzeme zu verhindern. Diese Barriere könne beispielsweise durch genetische Fehler, Umweltfaktoren oder bakterielle Infektionen beeinträchtigt werden.

Norwegische Forscher haben nun festgestellt, dass sich die Störung der Hautbarriere schon bei Säuglingen in Form von einem starken Feuchtigkeitsverlust der Haut feststellen lässt, und zwar noch bevor sich die Symptome einer Neurodermitis zeigen.

Hoher Feuchtigkeitsverlust der Haut
Wie die Wissenschaftler um Dr. Teresa Løvold Berents von der Universität Oslo in Norwegen im Fachmagazin „British Journal of Dermatology“ berichten, zeigen Neurodermitis-Patienten bereits als Säugling Probleme mit der Hautbarriere, auch wenn sie noch keine Anzeichen eines Ekzems entwickelt haben.

Demnach leidet die Haut schon in diesem Alter unter einem hohen Feuchtigkeitsverlust, der vermutlich später Ursache für die Entwicklung von Ekzemen ist.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) schreibt dazu auf seiner Webseite „kinderaerzte-im-netz.de“, dass Säuglinge, die bis zu einem Alter von drei Monaten von dieser Störung betroffen sind, laut den Forschern im Alter von zwei Jahren ein erhöhtes Risiko haben, Neurodermitis zu entwickeln.

Guter Voraussagewert
Das Team verwendete für seine Arbeit Daten aus einer Kohorte von Säuglingen, die aus Südost-Norwegen stammten. Bei den Untersuchungen der Kinder bei zwei Besuchen im mittleren Alter von sechs und 24 Monaten wurde auch der Feuchtigkeitsverlust der Haut festgehalten.

Es zeigte sich, dass 19 von 116 Kindern (16 Prozent) beim zweiten Termin Neurodermitis entwickelt hatten. Den Angaben zufolge hatte der Feuchtigkeitsverlust der Haut in den ersten drei Lebensmonaten dafür einen guten Voraussagewert.

Laut einem Bericht des Internetportals „HealthDay“ erklärten die Studienautoren: „Das weist darauf hin, dass eine Hautbarriere-Dysfunktion bei Säuglingen schon vorhanden sein kann, bevor sich Anzeichen einer Neurodermitis erkennen lassen.“ (ad)