Hepatitis-B-Warnung für die Türkei

Sebastian

Hepatitis-B-Warnung bei Reisen in die Türkei. Laut einer türkischen Studie Sieben Prozent der Rasiermesser traditioneller Friseursalons (Barbier) seien mit dem Hepatitis-B Viren verunreinigt.

(25.04.2010) Der Berufsverband der Deutschen Internisten warnt derzeit vor möglichen Übertragung des Hepatitis-B Virus in der Türkei. Laut einer türkischen Studie seien sieben Prozent der Rasiermesser traditioneller Friseursalons (Barbier) mit Hepatitis-B Viren verunreinigt. Der Grund: Vielfach säubern türkische Barbiers Rasiermesser nach einer Rasur nur unzureichend und verwenden die Rasiermesser erneut. So sagt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten: "In einer aktuellen türkischen Studie waren fast sieben Prozent der verwendeten Rasiermesser mit Hepatitis-B-Viren verunreinigt". Ein Besuch bei einem türkischen Barbier sollte daher ausgespart bleiben.

Hepatitis B ist in der Türkei sehr verbreitet. Kritische Regionen sollen der Osten und Südosten der Türkei sein. Dort sind ca. 12 bis 15 Prozent der Menschen mit dem gefährlichen Virus infiziert. Die Eintrittspforten des Virus sind zumeist kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut. Die Ansteckungsgefahr ist bei Hepatitis-B einhundert Mal höher als bei HIV, warnt Löscher. Zudem werde der Virus auch bei der Maniküre, Fußpflege sowie der Anbringung von Körperschmuck (Piercings und Tätowierungen) übertragen. Auch hier ist der Hauptgrund die mangelnde Hygiene der Anbieter.

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Zwei Drittel aller Hepatitis-B-Infektionen verlaufen asymptomatisch. Das bedeutet, dass nur etwa ein Drittel der Infizierten nach einer Inkubationszeit von ein bis sechs Monaten die klassischen Hepatitis-B Symptome wie Gelbfärbung der Haut, Skleren (Ikterus), dunkler Urin, Gliederschmerzen, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zeigen. Hepatitis B kann einen schwereren Verlauf nehmen, bei dem es zu einer Beeinträchtigung der Blutgerinnung und zu Schädigungen des Gehirns kommen kann. Aus einer chronischen Hepatitis-B-Erkrankung kann eine Leberzirrhose, dann ein Leberzellkarzinom (Krebs) werden. (sb)

Bild: Dietmar Meinert, Pixelio.de