Hochansteckende Krankheit: Ministerin warnt vor Keuchhusten

Alfred Domke
Gefahr für Säuglinge: Gesundheitsministerin rät zu Schutz vor Keuchhusten
Keuchhusten ist hochansteckend und kann insbesondere für Säuglinge gefährlich werden. Die Zahl der Infekte ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml rät zur Schutzimpfung.

Vor allem für Säuglinge gefährlich
Keuchhusten (Pertussis) tritt zwar ganzjährig auf, im Herbst und Winter sind die Infektionen jedoch allgemein etwas häufiger. In der letzten Zeit haben sich in Deutschland ungewöhnlich viele Menschen infiziert. Die Kinderkrankheit, die auch bei Erwachsenen vorkommt, ist vor allem für Säuglinge gefährlich. Im vergangenen Jahr waren sogar einige Todesfälle zu verzeichnen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) rät nun zur Keuchhusten-Impfung.

Keuchhusten ist hochansteckend und kann vor allem für kleine Kinder und Säuglinge gefährlich werden. Gesundheitsexperten raten zur Impfung. (Bild: Konstantin Yuganov/fotolia.com)

Effektiver Schutz
Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, erklärte die Ministerin am Sonntag: „Keuchhusten ist hochansteckend. Nur eine Impfung kann effektiv davor schützen.“ Den Angaben zufolge sind im Freistaat in diesem Jahr bereits 325 Menschen an Keuchhusten erkrankt.

„Säuglinge sind am meisten von schweren Krankheitsverläufen betroffen. Deshalb sollten spätestens vier Wochen vor der Geburt eines Kindes die Eltern, Großeltern und Geschwister eine Keuchhusten-Impfung erhalten“, so die Politikerin.

Zahl der Keuchhusten-Infekte auf neuem Höchststand
Im vergangenen Jahr waren in Bayern 3.017 Keuchhusten-Fälle registriert worden, deutlich mehr als im Jahr davor. Damals wurden nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lediglich 2.110 Fälle gemeldet.

Dem Ministerium zufolge könnten verbesserte Diagnoseverfahren ein Grund für den Anstieg der Zahlen sein.

Bundesweit ist die Zahl der Keuchhusten-Infektionen auf einen neuen Höchststand gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte im Jahr 2016 insgesamt 22.119 Fälle. Das waren mit Abstand die meisten seit dem Beginn der bundesweiten Meldepflicht im Jahr 2013.

Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion
Die Übertragung der hochansteckenden Infektionskrankheit „erfolgt durch Tröpfcheninfektion, die durch engen Kontakt mit einer infektiösen Person, durch große Tröpfchen innerhalb eines Abstandes bis zu ca. 1 Meter durch Husten, Niesen oder Sprechen erfolgen kann“, schreiben die Experten des RKI auf ihrer Webseite.

„Jugendliche und Erwachsene spielen als Überträger auf Säuglinge eine wichtige Rolle“, heißt es dort weiter. Die Inkubationszeit beträgt meist neun bis zehn Tage (Spanne: sechs bis 20 Tage).

Grundimmunisierung für Kinder
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die aus vier Impfdosen bestehende Grundimmunisierung gegen Keuchhusten ab einem Alter von zwei Monaten zu starten und spätestens bis zum 14. Lebensmonat abzuschließen.

Im Alter von fünf bis sechs sowie von neun bis 17 Jahren sollte die Impfung jeweils einmal aufgefrischt werden.

Laut dem bayerischen Gesundheitsministeriums gilt die Impfempfehlung auch für Frauen im gebärfähigen Alter sowie für das Personal im Gesundheitsdienst und in Gemeinschaftseinrichtungen. Erwachsene sollten die Impfung demnach einmalig in Kombination mit dem Schutz gegen Tetanus und Diphtherie erhalten.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kann die Einstichstelle nach der Impfung anschwellen, schmerzen oder rot werden. Außerdem sind erhöhte Temperatur, Frösteln, Müdigkeit, Muskelschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden möglich. Die Symptome klingen aber in der Regel spätestens nach drei Tagen ab. (ad)