Immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen

Astrid Goldmayer

Welttag der seelischen Gesundheit: Immer mehr Menschen leiden an psychische Erkrankungen

10.10.2012

Aufgrund der zunehmenden Beanspruchung im Job, der häufig nur schwer zu leistenden Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie der ständige Erreichbarkeit per Email und Handy fällt es vielen Menschen schwer, sich Freiräume zu schaffen und abzuschalten. Die Folge sind steigende Zahlen und Kosten wegen psychischer Erkrankungen. Auch immer mehr Kinder sind betroffen. Am internationalen Welttag der seelischen Gesundheit klären die Lebenshilfe Göppingen und der Verein "Viadukt – Hilfen für psychisch Kranke" rund um das Thema seelische Gesundheit auf.

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Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Erkrankungen
Die Zahl der psychisch Kranken nimmt in Deutschland stetig zu. Häufige Jobwechsel, die ständige Erreichbarkeit und ein nicht zu leistendes Maß an Flexibilität führen bei immer mehr Menschen zu Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout.

Bereits im Juni bezeichnete die Techniker Krankenkasse (TK) im Rahmen der Vorstellung ihres Gesundheitsreports 2011 den weiteren Anstieg der Fehlzeiten am Arbeitsplatz aufgrund seelischer Störungen als besorgniserregend. So habe die Zahl der ärztlichen Diagnosen wie bereits in den Jahren zuvor auch im letzten Jahr zugenommen. Von 2010 bis 2011 seien etwa 6,3 Prozent mehr Fehltage von Arbeitnehmern zu verzeichnen gewesen. Seit 2006 habe der Anteil der psychisch bedingten Fehlzeiten sogar um 61 Prozent zugenommen.

Auch die Bundeskammer der Psychotherapeuten hatte bereits zuvor auf eine Zunahme der Krankschreibungen aufgrund psychischer Leiden hingewiesen. Wie die Kammer mitteilte, litten immer mehr Menschen am Burnout-Syndrom. Vielfach kämen die Menschen mit der zunehmenden Arbeitsbelastung, Überstunden, unsicheren Arbeitsverhältnisse und Mobbing nicht mehr zurecht.

Auch Kinder und Jugendliche von psychischen Erkrankungen betroffen
Inzwischen sind auch immer mehr Kinder und Jugendliche von psychischen Erkrankungen betroffen. Häufig werden die hohe schulischer Belastung aber auch Freizeitstress als Ursachen angegeben. Zuletzt hatte der Bundesjugendring auf die unverhältnismäßige schulische Beanspruchung bei zu geringerem Freizeitausgleich der Kinder hingewiesen und deshalb die „35-Stunden-Woche“ für Kinder gefordert.

Die Lebenshilfe Göppingen und der Verein "Viadukt – Hilfen für psychisch Kranke" möchte für das Thema am internationalen Tag der seelischen Gesundheit eine breiten Öffentlichkeit schaffen. Im Staufen-Movieplex in Göppingen wird der Film "Vincent will meer" gezeigt. In Geislingen soll es am Donnerstag einen bunten Nachmittag im „Café Wunderbar" geben. Veranstalter sind Viadukt, der Lichtblick und der Sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises. (ag)