Ist Haschisch weniger gefährlich als Alkohol?

Heilpraxisnet

Unterdrückte die Weltgesundheitsorganisation WHO einen Bericht, in dem belegt wird, dass der in der Hanfpflanze enthaltene Wirkstoff THC weniger gefährlich ist, als Alkohol?

Unterdrückte die Weltgesundheitsorganisation WHO einen wissenschaftlichen Bericht in dem belegt wurde, dass der Wirkstoff THC (Haschisch) weniger gefährlich sei, als die Droge Alkohol? Bereits die BBC News veröffentlichte im Jahre 1998 einen Artikel unter dem Namen "Cannabis safer than alcohol and tobacco". In diesem Artikel wurde behauptet, dass im Sinne der Volkswirtschaft der Konsum von THC weniger schädlich sei, als der Konsum von Alkohol oder Zigaretten.

Die damals beauftragte WHO-Wissenschaftlerin Dr. Maristela Monteiro, bestätigte dass die damalige Studie entfernt wurde, stritt jedoch ab, dass politischer Druck auf sie ausgeübt worden sei. Das "New Scientist Magazine" behauptet allerdings, dass Ihnen zugetragen worden wäre, Berater von dem "US National Institute on Drug Abuse" und die UN Behörde für internationale Drogenkontrolle (UNDCP) hätten die WHO gewarnt. Der Bericht hätte Munition für Kampagnen wie "Legalize Marihuana" liefern können und deshalb sollte dieser nicht veröffentlicht werden.

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Dr. Maristela Monteiro rechtfertigte die Entfernung der Vergleichsstudie mit dem Argument: "Es ist aus unserer Sicht kein fairer Vergleich und vor dem Gedanken der Volksgesundheit auch nicht sehr hilfreich. Wir dachten sie wäre voreingenommen um weniger Schäden vom Cannabis zu zeigen."

Noch immer halten sich gesellschaftliche Vorurteile, der Konsum von Cannabis würde eine Einstiegsdroge zu sog. "harten Drogen" wie Heroin oder Kokain sein. Auch würden mehr Menschen Marihuana konsumieren, wenn der Konsum straffrei wäre. In den Niederlanden wurde der Konsum von THC bereits 1976 entkriminalisiert. Der Kosum ist in den Niederlanden zwar nicht straffrei, wird allerdings nicht juristisch verfolgt, wenn man nicht mehr als 5 Gramm Cannabis zum Eigenkonsum bei sich trägt. In sog. "Coffee Shops" können sich Konsumenten bis heute mit Cannabis versorgen, ohne dass sie dafür strafrechtlich verfolgt werden. Eine damalige Umfrage von der Amterdamer Universität erbrachte, dass nach der Entkriminalisierung im Jahre 1976 es zu keinem signifikanten Anstieg des Konsums von Marihuana kam. Die Zahl der Drogen- Abhängigen von sog. "harten Drogen" (Heroin, Kokain etc.) hat sich im Zuge der Entkriminalisierung nicht vergrößert.

Tschechien noch liberaler als Holland
Zum Jahreswechsel 2010 ist in Tschechien eine liberalere Drogengesetzgebung in Kraft getreten. In Tschechien können Konsumenten bis zu 15 Gramm Marihuana bei sich tragen, ohne juristisch dafür belangt zu werden. Damit ist Tschechien weit aus liberaler in seiner Drogenpolitik, als die Niederlande. Nachdem der Tourismus in Prag im letzten Jahr einen Tiefpunkt erreicht hatte, ist die Freigabe des Konsums von THC eventuell eine neue Perspektive. Denn in den Nachbarländern wie Deutschland und Polen sind die Drogen-Gesetze sehr viel härter.

In Deutschland ist der Anbau, Besitz sowie die Weitergabe von THC Pflanzen oder Pflanzenteilen gemäß § 29 a Abs. 1 Nr. 1 des Betäubungsmittelgesetzes seit 1929 strafbar. Cannabis war 2008 für mehr als die Hälfte (55,2%) aller Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BTM) verantwortlich und ist die mit Abstand verbreiteteste illegalisierte Droge. In der Bundesrepublik gibt es keinerlei erkennbare politische Bestrebungen der Bundesregeierung, daran etwas zu verändern. (Sebastian Bertram, 17.01.2010)