Jedes vierte heute neugeborene Mädchen über 100 Jahre alt werden

Alfred Domke
Steigende Lebenserwartung: Jedes vierte der heute geborenen Mädchen wird 100
Die Lebenserwartung steigt immer weiter. Experten zufolge wird etwa jedes vierte Mädchen, das in diesem Jahr geboren wurde, 100 Jahre alt. Fast 90 Prozent werden das Jahr 2100 erleben. Bei Jungen sind die Zahlen deutlich niedriger.

Die Lebenserwartung steigt und steigt
Menschen leben heute deutlich länger als noch vor wenigen Jahrzehnten. Und die Lebenserwartung steigt weiter. Es gibt sogar Forscher, die meinen, sie könne verzehnfacht werden. Eine Studie von Wissenschaftlern des Albert Einstein College of Medicine kam jedoch zu dem Schluss, dass die maximale Lebenserwartung auf 115 Jahre limitiert sei. Deutsche Experten berichten nun, dass schon viele der heute Geborenen 100 Jahre alt werden.

Laut Modellrechnungen werden rund ein Viertel der in diesem Jahr geborenen Mädchen 100 Jahre alt werden. Bei den Jungen liegt die Zahl deutlich niedriger. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)
Laut Modellrechnungen werden rund ein Viertel der in diesem Jahr geborenen Mädchen 100 Jahre alt werden. Bei den Jungen liegt die Zahl deutlich niedriger. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)

Viele heute Geborene werden das Jahr 2100 erleben
Die Lebenserwartung der Deutschen hat in den vergangenen Jahren ein Rekordniveau erreicht. Und sie wird weiter steigen.

„Von den 2016 geborenen Mädchen dürften unseren Modellrechnungen nach nahezu ein Viertel das Alter von 100 Jahren und sogar fast 90 Prozent das Jahr 2100 erleben. Bei den Jungen liegen die vergleichbaren Zahlen bei einem Sechstel bzw. über 82 Prozent“, erklärte Professor Dr. Eckart Bomsdorf vom Institut für Ökonometrie und Statistik an der Universität zu Köln in einem Interview mit dem Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA).

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Eigene Lebenserwartung wird intuitiv zu niedrig angesetzt
Die Lebenserwartung wird nach Ansicht von Prof. Bomsdorf oft unterschätzt. Viele Menschen würden die eigene Lebenserwartung rein intuitiv zu niedrig ansetzen, weil sie die Lebenszeit ihrer Eltern oder Großeltern zum Vergleich heran zögen und dabei die steigende Lebenserwartung von Generation zu Generation ausblendeten.

Die Entwicklung der Sterblichkeit in der Zukunft würde auch in sogenannten Periodensterbetafeln, wie sie zum Beispiel vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht werden, nicht berücksichtigt. Diesen Daten zufolge liegt die Lebenserwartung Neugeborener aktuell bei rund 83 Jahren für Mädchen und 78 Jahren für Jungen.

„Eigenen Modellrechnungen nach kann davon ausgegangen werden, dass die Lebenserwartung heute Geborener jedoch mindestens zehn Jahre höher liegt“, so Bomsdorf.

Auswirkungen auf die Rente
Der Experte ging in dem Interview auch auf die Auswirkungen der zunehmenden Lebenserwartung auf den Arbeitsmarkt ein.

Zur Frage, ob das Renteneintrittsalter verschoben werden soll, sagte Professor Bomsdorf: „Eine Anpassung ist natürlich erforderlich. Es kann im Zuge der zu erwartenden demografischen Veränderungen nicht funktionieren, dass wir immer länger leben, aber am liebsten immer weniger Jahre arbeiten wollen.“

Er meinte: „Die Rente mit 67 war schon ein richtiger Schritt.“ (ad)