Kein Kaffee bei künstlicher Befruchtung

Fabian Peters

Kaffee verringert Chancen einer Schwangerschaft

05.07.2012

Kaffee beeinträchtigt die Erfolgschancen künstlicher Befruchtungen. Dies berichteten dänische Wissenschaftler beim Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin in Istanbul.

Die Wirkung von Kaffee auf die Gesundheit wird bis heute heiß diskutiert. Während im vergangenen Jahr mehrere Studien vor allem die Vorteile des Kaffeekonsums betonten, haben dänische Forscher auf dem Jahrestreffen der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin nun mögliche negative Auswirkungen des Kaffees auf die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung thematisiert.

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Kaffee reduziert die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung
Den dänischen Wissenschaftlern zufolge sinken die Chancen einer erfolgreichen künstlichen Befruchtung bei Frauen, die fünf oder mehr Tassen Kaffee täglich zu sich nehmen, erheblich. Die Reproduktionsmediziner der Universitätsklinik Aarhus haben die Daten von knapp 4.000 Frauen ausgewertet, die sich einer künstlichen Befruchtung unterzogen. Die Frauen planten eine Schwangerschaft durch In-vitro-Fertilisation (Befruchtung im Reagenzglas) oder per direkter Spermieninjektion in die Eizelle (ICSI). Berücksichtigt wurden auch Aspekte wie das Alter der Frauen, ihr Body-Mass-Index (BMI), Alkohol- und Tabakkonsum.Unabhängig von anderen Risikofaktoren habe der Kaffee zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung geführt, so die Aussage der Experten.

Ab fünf Tassen Kaffee am Tag zeigen sich negative Effekte
Bei Probandinnen, die mindestens fünf Tassen Kaffee am Tag tranken, scheiterte die künstliche Befruchtung doppelt so häufig wie bei den Frauen, die weniger Kaffee zu sich nahmen, erläuterten die dänischen Wissenschaftler. Der Studienautor Ulrik Schioler Kesmodel vom Aarhus University Hospital fasste die Ergebnisse mit dem Satz zusammen: „Wir waren nicht überrascht, dass Kaffee die Schwangerschaftsrate bei künstlicher Befruchtung beeinträchtigt – allerdings waren wir über das Ausmaß der Auswirkungen erstaunt.“ Auch habe der Kaffeegenuss nicht nur negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, sondern erhöhe zudem die Rate der Fehlgeburten um 40 Prozent. Allerdings galt dies lediglich bei einem Kaffeekonsum von mindestens fünf Tassen pro Tag. Vier Tassen Kaffee täglich zeigten indes keine Folgen bei der Empfängnis und der Schwangerschaft. Dies stimme mit den Ergebnissen frühere Studien überein, die ebenfalls erst bei vier bis sechs Tassen Kaffee täglich negative Auswirkungen auf die Gesundheit festgestellt haben, so die Aussage der Wissenschaftler.

Bei geplanter künstlicher Befruchtung den Kaffeekonsum reduzieren
Die dänischen Forscher betonten, dass sie im Rahmen ihre Studie zwar messbare Effekte feststellen konnten, doch auf dieser Basis keine statistisch eindeutigen Aussagen möglich seien. Ihre Ergebnisse liefern allerdings ein weiteres starkes Indiz dafür, dass hoher Kaffeekonsum die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung deutlich reduziert. Frauen, die eine künstliche Befruchtung planen, sollten daher laut Ulrik Schioler Kesmodel und Kollegen ihren Kaffeekonsum auf maximal vier Tassen pro Tag reduzieren. Inwieweit der Kaffeekonsum auch negative Auswirkungen auf natürliche Schwangerschaften haben kann, wurde im Rahmen der aktuellen Studie nicht untersucht. (fp)