Kein Schmerz zur Warnung: Die Leber leidet gefährlich leise

Alfred Domke
Vorsorge: Lebererkrankungen sind auch im Alter oft gut behandelbar
Rund zehn Millionen Deutsche weisen erhöhte Leberwerte auf. Damit steigt auch das Risiko, im Verlauf des Lebens eine Lebererkrankung zu entwickeln. Diese Erkrankungen sind meist schwer und damit lebensbedrohlich. Das Problem: Die kranke Leber schmerzt nicht, sie leidet still. Daher kommen Vorsorgeuntersuchungen eine umso größere Bedeutung zu.

Lebererkrankungen verlaufen im Alter schneller
„Die typischen Vorsorgeuntersuchungen bei älteren Menschen beziehen sich vor allem auf Darmkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs“, erläutert Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung in einer aktuellen Mitteilung. „Das ist problematisch, denn gerade im Alter verlaufen Erkrankungen der Leber schneller als in der Jugend. Deshalb ist bei älteren Menschen eine frühzeitige Diagnose entscheidend.“

Da eine kranke Leber keine Schmerzen verursacht, wird die Erkrankung meist erst spät erkannt. Eine frühzeitige Diagnose würde jedoch die Heilungschancen wesentlich verbessern. Meist ist die krankhafte Leber an den "Leberwerten" GPT und GOT zu erkennen. (Bild: Stockfotos-MG/fotolia.com)
Da eine kranke Leber keine Schmerzen verursacht, wird die Erkrankung meist erst spät erkannt. Eine frühzeitige Diagnose würde jedoch die Heilungschancen wesentlich verbessern. Meist ist die krankhafte Leber an den „Leberwerten“ GPT und GOT zu erkennen. (Bild: Stockfotos-MG/fotolia.com)

Die Leber leidet stumm
Vor allem auch wenn es um eine kranke Leber geht, denn diese leidet stumm, schmerzt nicht und führt nur selten zu eindeutigen Symptomen. Daher bleibt eine Erkrankung dieses Organs oft lange unerkannt. So kann sich zum Beispiel aufgrund einer Fettleber oder einer Hepatitis-Infektion unbemerkt eine chronische Leberentzündung entwickeln, deren Folge nach vielen Jahren eine Leberzirrhose oder gar Leberzellkrebs sein kann.

Auf die Leberwerte achten
Eine krankhafte Leber ist meist an den „Leberwerten“ zu erkennen. Vor allem der GPT- und der GOT-Wert sind wichtig. Je früher eine Erkrankung der Leber erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf Besserung oder Heilung. Vor allem für ältere Personen ist diese möglichst frühe Diagnose von Lebererkrankungen wichtig, weil die Erkrankungen und damit die Schädigungen der Leber im Alter schneller voranschreiten.

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Die frühe Diagnose von Lebererkrankungen bei Senioren ist auch deshalb so wichtig, weil sich viele Lebererkrankungen selbst im Alter noch gut behandeln lassen. So zeigen aktuelle Ergebnisse aus dem Deutschen Hepatitis C-Register, dass Patienten, die älter als 70 Jahre sind, mit den neuen Medikamenten gegen Hepatitis C auch wirksam und sicher behandelt werden können. (ad)