Kinder besser vor Vergiftungsunfällen schützen

Sebastian
Kleine Kinder nehmen fast alles in den Mund, was für sie greifbar ist. Medikamente, Reinigungsmittel oder andere Haushaltsprodukte können den Kleinen daher gefährlich werden. Es reicht aber nicht, die giftigen Produkte einfach nur hochzustellen.

Arznei- und Reinigungsmittel wegschließen
Wenn Kinder Arznei- oder Reinigungsmittel schlucken, drohen Vergiftungen. Darauf hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa hingewiesen. Deshalb sollten Eltern und Großeltern solche Substanzen außerhalb der Reichweite aufbewahren. Da die meisten Kinder aber gute Kletterer sind, ist es nicht ausreichend, die giftigen Mittel nur hochzustellen. Medikamente und Co. gehören stets in verschlossene Gefäße oder Schränke.

Kinder reagieren empfindlicher auf Gifte
Aufgrund ihres Stoffwechsels und ihres geringeren Körpergewichts reagieren Kinder und Säuglinge wesentlich empfindlicher auf giftige Stoffe als Erwachsene. Eltern und auch Großeltern sollten neben Arzneien beispielsweise auch Rohrreinigungsmittel, Abflussreiniger, Entkalker, Frostschutzmittel, Rasierwasser und Parfüms für die Kleinen unzugänglich aufbewahren. Besonders hervorgehoben haben Experten in der Vergangenheit auch die Gefahren, die durch Waschmittel im Bonbon-Look drohen. Solche in Einzelportionen verpackte Gel-Waschmittel sind in der Regel bunt und glänzend und wirken mit weicher, glatter Oberfläche für Kinder appetitlich wie Riesenbonbons. Manche Hersteller haben auf die Kritik reagiert und unter anderem die Produktfarben geändert.

Kindern keine Milch oder Salzwasser zum Erbrechen geben
Falls Kinder aber doch etwas Giftiges geschluckt haben, sollten Eltern sie nicht zum Erbrechen bringen und ihnen weder Milch noch Salzwasser zum Trinken geben. Sie sollten stattdessen am besten sofort einen Arzt rufen und ihm idealerweise mitteilen, welches Gift in welcher Menge genommen wurde, wann der Vorfall war, welche Symptome das Kind hat, wie alt und wie schwer es ist und welche Maßnahmen eventuell schon ergriffen wurden. Auch die verschiedenen Giftnotrufe, die es hierzulande gibt, leisten gute Hilfe. Bei einem großen Teil der eingehenden Anfragen gehe es dort ihren Angaben zufolge um Kleinkinder, die beispielsweise versehentlich Haushaltschemikalien geschluckt haben. In den vergangenen Jahren wurde verstärkt darauf hingewiesen, dass sich auch immer mehr Senioren durch Haushaltsmittel vergiften. Dies habe unter anderem mit beginnender Demenz aber auch mit dem im Alter nachlassenden Geschmackssinn zu tun. (ad)

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