Kinderkrankenhaus in Hamburg: Krankheitskeime bei Säuglingen festgestellt

Alfred Domke

Keime bei Neugeborenen in Hamburger Kinderkrankenhaus

Nachdem bei mehreren Neugeborenen in einem Kinderkrankenhaus in Hamburg Krankheitserreger festgestellt wurden, hat die Klinik erklärt, es handele sich dabei nicht um multiresistente Krankenhauskeime. Bei den Säuglingen liege keine gesundheitliche Beeinträchtigung vor.

Keine multiresistenten Krankenhauskeime

Nachdem mehrere Zeitungen darüber berichtet haben, dass sich im Kinderkrankenhaus im Hamburger Stadtteil Altona mehrere Säuglinge mit Krankheitserregern infizierten, äußerte sich die Klinik in einer Mitteilung: „Aus aktuellem Anlass möchten wir feststellen, dass es sich bei den betroffenen Neugeborenen auf der Intensiv-Station des Altonaer Kinderkrankenhauses im PNZ Altona um eine Besiedelung mit den gewöhnlichen, überall vorkommenden Keimen Klebsiella pneumoniae und E.coli und nicht um multiresistente Krankenhauskeime handelt.“

Bei Neugeborenen in einem Hamburger Kinderkrankenhaus wurden die Keime Klebsiella pneumoniae und E.coli festgestellt. Laut der Klinik liegt bei den Säuglingen aber keine gesundheitliche Beeinträchtigung vor.
(Bild: jarun011/fotolia.com)

Gefährliche Infektionen bei Neugeborenen

„Es liegt bei den besiedelten Neugeborenen keine Infektion und dadurch auch keine gesundheitliche Beeinträchtigung vor“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der Fall weckt Erinnerungen, denn immer wieder gibt es gefährliche Infektionen, auch auf Neugeborenen-Stationen.

So war etwa vor zwei Jahren auf der Frühchen-Intensivstation einer Klinik in Düsseldorf ein gefährlicher Darmkeim entdeckt worden.

Und auch auf der Neugeborenen-Intensivstation des Universitätsklinikums Freiburg wurden im selben Jahr Babys mit gefährlichen Darmkeimen infiziert.

Normalerweise ungefährlich

Die in Hamburg entdeckten „Klebsiella pneumomiae“ kommen laut Fachleuten unter anderem im Darm des Menschen vor und sind normalerweise ungefährlich.

In Ausnahmefällen, etwa bei Menschen mit geschwächten Immunsystemen, können sie jedoch gefährlich werden.

Und die ebenfalls festgestellten Escherichia coli Bakterien (kurz: E.coli) (auch „Kolibakterien“ genannt) können – wenn sie etwa über verseuchte Lebensmittel verzehrt werden – unter anderem Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen verursachen.

Hygienemaßnahmen erfüllt

Gesundheitsexperten zufolge sind Krankheitserreger in Kliniken häufig auf mangelnde Hygiene zurückzuführen, doch das Hamburger Krankenhaus schreibt:

„Auf der Intensiv-Station des Altonaer Kinderkrankenhauses im PNZ Altona werden nicht nur alle Hygienemaßnahmen nach Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) erfüllt, sondern wir setzen weitaus höhere Standards.“

Und weiter: „Hierzu gehören neben wiederholten Screenings auf multiresistente und nicht-multiresistente Keime auch umfangreiche Schulungen des gesamten Personals und der Patienteneltern, die dauerhafte Präsenz einer beratenden Hygienefachkraft vor Ort, Barrierepflege sowie Umgebungsuntersuchungen.“

Obwohl eine Meldung über das Auftreten dieser Keime, die nicht-multiresistent sind, an das Gesundheitsamt nicht erforderlich ist, habe die Klinik das Hygieneinstitut und das Gesundheitsamt frühzeitig informiert.

„Unsere weitreichenden Hygienestandards haben für uns eine hohe Priorität, weil die Sicherheit unserer Patienten an oberster Stelle steht.“ (ad)