Kopfpilz an mehreren Schulen in Bonn entdeckt

Fabian Peters
Unangenehmer Kopfpilz breitet sich in Bonn aus
In Bonn sind 14 Kinder an einem Kopfpilz erkrankt und mehrere weitere Verdachtsfälle werden derzeit noch untersucht. Vorsorglich hat die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben alle Kitas, Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen über die Kopfpilzfälle informiert.

Bislang wurden bei dem Gesundheitsamt der Stadt Bonn 14 nachgewiesene Kopfpilzfälle registriert, wobei neben dem Montessori-Kinderhaus und der Carl-Schurz-Grundschule zwei weitere Grundschulen (je ein Fall) betroffen sind. Um welche Grundschulen es sich handelt, wollte die Stadt zunächst noch nicht mitteilen. Zwar seien beiden Schulleitungen bereits unterrichtet, doch kurzfristig müssten die Lehrerinnen und Lehrer beziehungsweise die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Eltern noch informiert werden. Im Anschluss daran werde die Stadt bekannt geben, welche Grundschulen betroffen sind. Eine Schließung der Schulen sei nicht vorgesehen.

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Gegen den Kopfpilz kommen spezielle Shampoo-Kuren zum Einsatz. Bild: cirquedesprit/fotolia.com

Kopfpilz kein ernsthaftes Gesundheitsrisiko
Zwar gehen von dem Pilz Microsporum audouinii keine schweren gesundheitlichen Risiken aus, doch sind Hautirritationen in Form von Rötungnen und vermehrter Schuppenbildung sowie ein starkes Kopfjucken und gegebenenfalls Haarausfall mögliche Folgen der Pilzinfektion. Problematisch ist vor allem die relativ leichte Übertragbarkeit. Der Kopfpilz wird durch Kontakt mit befallenen Haaren weitergegeben. Kopf- und Haarkontakt lassen sich beim Kuscheln jedoch kaum vermeiden, weshalb infizierte Kinder die Pilze oft weitergeben. Auch kann durch das Tauschen von Mützen oder Kappen der Pilz übertragen werden. So ist laut Angaben der Stadt Bonn „nicht auszuschließen, dass der – nicht gefährliche – Kopfpilz auch an weiteren Orten vorhanden sein könnte.“

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Weitere Verdachtsfälle werden untersucht
Eine Übersicht zu den gesamten Kopfpilzinfektionen liegt der Stadt nicht vor, weil keine Meldepflicht für die Pilzinfektion besteht. So könne „es durchaus sein, dass es woanders nicht erkannte oder zumindest nicht gemeldete Erkrankungen gibt“, berichtet die Stadtverwaltung. Von den bislang nachgewiesenen 14 Kopfpilzfällen entfielen laut offizieller Mitteilung sieben auf das Montessori-Kinderhaus und einer auf die Carl-Schurz-Grundschule. Zudem wurden drei Erwachsene, ein Kleinkind und jeweils ein Kind der beiden bislang nicht benannten Grundschulen positiv getestet. „Hinzu kommen fünf Verdachtsfälle (zwei Erwachsene, drei Kinder)“, so die Mitteilung der Stadt Bonn. Kurzfristig seien schriftliche Informationen über die Erkrankung an alle Kindertagesstätten, Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen versendet worden. Das Informationsblatt werde auch auf der Homepage der Stadt Bonn zur Verfügung gestellt.

Zur Behandlung einer Kopfpilzinfektion wird äußerlich meist eine antimykotische Shampoo-Kur eingesetzt und innerlich kommen Antimykotika mit verschiedenen Wirkstoffen zur Anwendung. Hierbei ist es wichtig, die Therapie solange fortzusetzen, dass der Pilz vollständig beseitigt wird, um eine erneute Ausbreitung zu verhindern. Insgesamt lässt sich der Kopfpilz heute relativ verlässlich therapieren, vorausgesetzt es liegt eine entsprechende ärztliche Diagnose vor. (fp)

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