Kopfschmerzen ein Hinweis auf Multiple Sklerose

Heilpraxisnet

Neue Erkenntnisse bei Multipler Sklerose: Kopfschmerzen können ein Zeichen sein

13.01.2014

Dauerhafte oder regelmäßig auftretene Kopfschmerzen können auf die chronische und bislang nicht heilbare Multiple Sklerose (MS) hinweisen. Mediziner hatten erst vor kurzem auf das Problem von Stürzen bei MS Patienten hingewiesen und erklärt, dass die Betroffenen neben Verletzungen und Frakturen auch mit Angst und Rückzug reagieren.

Ein Segen für die Patienten, dass es im Jahr 2013 auch zu einigen Neuerungen in der Therapie und bei der Forschung der Multiplen Sklerose gekommen ist. Neben den ersten klinischen Studien zu Stammzellentherapie und der Einführung von zwei neuen, vielversprechenden Medikamenten, wollen Forscher nun einen Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und MS entdeckt haben.

Besonders bei Beginn der MS leiden jüngere Patienten und verstärkt Frauen demnach an Kopfschmerzen. Diesen Zusammenhang haben Rostocker Forscher in einer aktuellen Studie festgestellt. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Wissenschafts-Online-Journal PLOS one veröffentlicht.

Für Neurologen und Psychologen könnte diese Erkenntnis weitreichende Folgen bei der Diagnose und Therapie der bisher immer noch unheilbaren Krankheit haben, erklärten die Forscher. Menschen, die öfter an Migräne leiden, müssen sich deswegen aber keine Sorgen machen. Die von den Forschern klassifizierten Kopfschmerzen stehen nur im Zusammenhang mit dem Krankheitsbild der MS. „Bei den Kopfschmerzen handelt es sich nicht um klassische Migräneschmerzen“, sagt der Kopfschmerzforscher Prof. Peter Kropp vom Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universitätsmedizin Rostock.

Frauen häufiger betroffen als Männer
Deutschlandweit erkranken jährlich etwa 2500 Personen an MS, die meistens zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diagnostiziert wird. Auffällig ist, dass Frauen doppelt so häufig von der Krankheit betroffen sind wie Männer. Kennzeichnend für MS ist der Angriff auf Gehirn und Rückenmark, also dem zentralen Nervensystem. Das wiederum führt auch zu einer Beeinträchtigung des Immunsystems. Die sonst vom Gehirn zum Rückenmark gesendeten Signale, können aufgrund eines Defektes in der sogenannten „Myleinschicht“ – dies ist die Schutzhülle der Nervenfasern- nicht mehr weitergeleitet werden. In der Folge kommt es zu Entzündungen mit körperlichen Ausfällen oder Störungen. Die Befehle des Gehirns werden quasi nur noch unvollständig weitergeleitet. Die Ausfälle gehen von Sehstörungen bis hin zur Bewegungsunfähigkeit.

Dass Kopfschmerzen in Zusammenhang mit MS beobachtet werden, kann sich als eine wegweisende Erkenntnis herausstellen.“Wir haben 200 Patientinnen und Patienten mit MS untersucht und festgestellt, dass 70 Prozent der Betroffenen unter Kopfschmerzen leiden“, sagt Professor Dr. Uwe Zettl von der Klinik und Poliklinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Rostock. „Betroffen sind vor allem junge Frauen. Konkret bedeuten die Ergebnisse in diesem Zusammenhang, dass Mediziner neue Diagnosemöglichkeiten für MS zu Verfügung stehen.“ In der Vergangenheit wurden Kopfschmerzen bei MS-Patienten immer isoliert betrachtet, was zu einer Verzögerung der Therapie führte. Doch gerade eine frühe Diagnose sei wichtig, denn in der frühen entzündlichen Phase kann die Krankheit noch gut behandelt werden und Symptome lassen sich effektiver eingrenzen, so Professor Zettl. (fr)

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