Krebs & Diabetes: Viele mit Erbgutveränderungen

Heilpraxisnet

Krebs und Diabetes: Viele Gesunde mit gefährlichen Erbgutveränderungen

08.07.2014

Auch viele gesunde Menschen tragen gefährliche Erbgutveränderungen in ihren Zellen, wie eine US-amerikanische Studie feststellte. Die Ausbreitung dieses mutierten Erbguts zu verhindern sei ein möglicher Ansatzpunkt gegen Krebs und Alterungsprozesse.

Potentiell krankmachende Erbgutveränderungen
Mindestens jeder fünfte gesunde Mensch trägt einer US-amerikanischen Studie zufolge potenziell krankmachendeErbgutveränderungen in den Kraftwerken seiner Zellen. Wie die Forscher von der Cornell University in Ithaca in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) schreiben, würden die Fehler von intakten DNA-Varianten in den sogenannten Mitochondrien kompensiert. Möglicherweise häuften sich solche Veränderungen mitunter im Lauf des Lebens so an, dass in dem Zellverband ein kritischer Punkt erreicht werde und es zu Symptomen komme.

Ausschließlich mütterlich vererbt
Bei Mitochondrien handelt es sich um rundliche Gebilde in den Zellen mit eigener Erbsubstanz, mtDNA genannt. Sie werden als „Kraftwerke“ bezeichnet, da in ihnen energiereiche Moleküle gebildet werden, doch sie haben auch noch weitere sehr wichtige Funktionen. Vererbt wird die mtDNA ausschließlich mütterlich über die Mitochondrien in der Eizelle.Eine einzelne Zelle des Körpers kann in ihren vielen Mitochondrien Hunderte bis Tausende mtDNA-Kopien enthalten und neben der ursprünglichen Wildtyp-mtDNA kann es dabei auch verändertes – mutiertes – Erbgut geben. Wenn beides gleichzeitig vorliegt, wird dies als Heteroplasmie bezeichnet.

Möglicher Ansatzpunkt gegen Krebs und Alterungsprozesse
Der Großteil der vom Mitochondrien-Erbgut verursachten Krankheiten lässt sich auf Heteroplasmien zurückführen. Dabei werden häufig die Muskeln beeinflusst, doch auch komplexe Krankheiten wie Diabetes oder Krebs sowie Alterungsprozesse gehen teilweise darauf zurück. Wie die Wissenschaftler schreiben, nehme die Zahl an Heteroplasmien mit dem Alter zu. Es sei ein möglicher Ansatzpunkt gegen Krebs und Alterungsprozesse, die Ausbreitung mutierter mtDNA zu verhindern. Allerdings wäre es falsch, lediglich auf eine dementsprechende Behandlung zu setzen, da auch der Lebensstil immer eine Rolle bei Erkrankungen spielt, häufig sogar eine wichtigere als der ererbte Faktor. (ad)