Lebensmittelverschwendung mehrt Treibhausgase

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Lebensmittelverschwendung erhöht Treibhausgase

16.09.2013

Laut einem UN-Bericht werden weltweit ein drittel aller Lebensmittel schon bei der Produktion oder beim Endverbraucher verschwendet. Dies stellt nicht nur ein wirtschaftliches Problem dar, sondern hat auch enorme Auswirkungen auf die Entstehung von Treibhausgasen.

Der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation zufolge, werden drei Milliarden Tonnen pro Jahr an umweltschädlichen Gasen durch Lebensmittelverschwendung ausgestoßen. Dieser Wert wird nur noch von den USA und China übertroffen, die jährlich mehr Kohlendioxid verursachen. 1,6 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel, das sind ein drittel aller Lebensmittel, werden jährlich verschwendet. Dies entspricht einem Wert von 750 Milliarden US-Dollar. Die erhöhte Kohlendioxidproduktion durch die Bodennutzung ist dabei noch nicht einmal eingerechnet worden. Würde man das machen, lägen die Werte um etwa 25 bis 40 Prozent höher, heißt es in der Studie mit dem Titel "Bilanz der Lebensmittelvergeudung – Auswirkungen auf natürliche Ressourcen".

Verschwendung von Trinkwasser
Hinzu kommt noch die Verschwendung von 250 Kubikkilometern Wasser, das für die Produktion benötigt wird. Das entspricht in etwa dreimal so viel Wasservolumen, wie der Genfer See beinhaltet. Damit aber nicht genug. Für die Herstellung der Lebensmittel werden knapp 1,4 Milliarden Hektar benötigt, was etwa ein drittel der weltweit genutzten Landwirtschaftlichen Flächen entspricht. Verschwendet wird dabei in allen Weltregionen. In späteren Phasen der Lebensmittelkette kommt es dann zu gravierenden Unterschieden, zwischen den einzelnen Regionen, bei der Verschwendung.

Industrienationen sind die größten Verschwender
Laut Bericht werden demnach in den reichen Industrienationen knapp 40 Prozent der Nahrung innerhalb Handel und Endverbraucher zum Abfall gegeben, während es in armen Ländern nur 16 Prozent sind. Dafür sind in den Industrienationen laut den Autoren des Berichts unter anderem die Fixierung auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und ein übermäßiges Augenmerk auf das Aussehen der Produkte verantwortlich.

„Wir alle – Landwirte und Fischer, Lebensmittelproduzenten und Supermärkte, lokale und nationale Regierungen sowie die Verbraucher – müssen in jedem Glied der menschlichen Nahrungsmittelkette etwas ändern", sagte FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva. Und das fängt schon bei dem "lächerlichen Phänomen" in Industrieländern an, kein krummes Gemüse zu kaufen. (fr)

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Bild: Markus Vogelbacher / pixelio.de