Lebererkrankungen früher erkennen, Krebs verhindern!

Fabian Peters

Frühzeitige Diagnose von Lebererkrankungen kann Krebsentwicklung verhindern

Lebererkrankung sind relativ weit verbreitet und können im schlimmsten Fall Leberkrebs zur Folge haben. Bei frühzeitiger Diagnose und entsprechender Behandlung der Lebererkrankungen ließe sich der Krebs jedoch meist verhindern, so der Hinweis der Deutschen Leberstiftung anlässlich des Weltkrebstages.

„Leberzellkrebs ist weltweit die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache“, berichtet Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Einem Großteil dieser Krebserkrankungen gehe eine Leberzirrhose voraus. In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle entwickle sich der Leberzellkrebs auf Basis einer Leberzirrhose, welche ihrerseits auf eine langjährige Lebererkrankung zurückgeht, so der Experte. Frühzeitig eingeleitete Gegenmaßnahmen könnten hier helfen, doch werden Leberleiden oftmals erst sehr spät erkannt, da sich zunächst keine auffälligen Symptome zeigen.

Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung von Lebererkrankungen lässt sich die Entwicklung von Leberkrebs oft verhindern. (Bild: magicmine/fotolia.com)

Zahl der Leberkrebs-Todesfälle verdoppelt

„Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Leberzellkrebs hat sich seit den 70er-Jahren mehr als verdoppelt“ und „auch in Deutschland steigen die Zahlen“, betont Prof. Manns. Jährlich seien etwa 8.200 Neuerkrankungen und fast ebenso viele Todesfälle festzustellen. Die Vorstufe dieser Krebserkrankungen bilden oftmals Lebererkrankungen, die in einer Leberzirrhose münden. Jedoch haben Betroffene bei einer beginnenden Leberzirrhose häufig keine Beschwerden, so dass diese zunächst unerkannt bleibt. „Deswegen ist es wichtig, dass an Aktionstagen wie dem Weltkrebstag auf die Möglichkeiten hingewiesen wird, die Prävention und Früherkennung für die Verhinderung von Leberzellkrebs bieten“, so der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung.

Leberzellkrebs nur in frühen Stadien heilbar

Erhöhte Leberwerte im Blut sind laut Aussage des Experten ein wesentliches Warnsignal für vorliegende Lebererkrankungen und zudem kann eine Ultraschall-Untersuchung der Diagnose dienen. Allerdings werden aktuell noch immer „sieben von zehn Leberzellkrebs-Erkrankungen erst in bereits fortgeschrittenen Stadien entdeckt“, berichtet die Deutsche Leberstiftung. Heilbar sei Leberzellkrebs jedoch nur, wenn er frühzeitig entdeckt und behandelt wird. Hier fordert die Leberstiftung daher mehr Vorsorgeuntersuchungen und eine erhöhte Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Leberkrebs.

Leberzirrhose meist die Vorstufe

Der Leberzellkrebs entwickelt sich direkt aus den Leberzellen und meist auf Basis einer Leberzirrhose, die auf eine lange bestehende Lebererkrankung zurückgeht, erläutert die Deutsche Leberstiftung. Bei der Zirrhose werde „das gesunde, aktive Lebergewebe durch Bindegewebe ersetzt, das die vielfältigen Stoffwechselaufgaben des gesunden Lebergewebes nicht übernehmen kann.“ Dabei seien die Ursachen für eine Leberzirrhose breit gefächert. Laut Professor Manns zählen neben Alkoholmissbrauch, chronischen Infektionen mit den Hepatitis B-, Hepatitis C- oder Hepatitis delta-Viren auch immer häufiger die nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen (NAFLD) zu den Risikofaktoren. Des Weiteren können Diabetes-Erkrankungen, erbliche Stoffwechselkrankheiten und Schimmelpilze in der Nahrung laut Angaben des Experten zu einer Leberschädigung mit anschließender Leberzellerkrankung führen.

Bereitschaft zur Vorsorgeuntersuchungen sinkt

Die Deutsche Leberstiftung sieht einen erheblichen Nachholbedarf bei der Aufklärung zum Thema Leberzellkrebs, da durch aktuelle Studienergebnisse des Forschungsinstituts Forsa belegt sei, dass die Angst der Menschen vor bösartigen Tumorerkrankungen zurückgeht und damit auch die Bereitschaft zur Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen sinke. „Nur 49 Prozent – also knapp jeder Zweite – nimmt aktuell die Krebsfrüherkennung in Anspruch“ und im Jahr „.2010 waren es noch 60 Prozent“, berichtet die Deutsche Leberstiftung. Ebenfalls rückläufig sei das Interesse an regelmäßiger sportlicher Betätigung und gesunder Ernährung.

Westlicher Lebensstil ein Risikofaktor

„Die Menschen müssen begreifen, dass HCC-Vorstufen wie eine nicht-alkoholische Fettleber häufig durch unseren westlichen Lebensstil, der oft durch zu wenig körperliche Betätigung und ein überreiches zuckerhaltiges Nahrungsangebot gekennzeichnet ist, entstehen“, erläutert Prof. Manns. Die Deutsche Leberstiftung freue sich über das weltweite Engagement zum Weltkrebstag und sei selbst in verschiedensten Aktionsfeldern im Kampf gegen Lebererkrankungen aktiv, die unter anderem zu Leberzellkrebs führen können. „Die Kampagnenziele decken sich mit unseren Forderungen nach Früherkennung und gesunder Lebensweise“ und „wir werden die Anstrengungen im Kampf gegen Tumorerkrankungen wie Leberzellkrebs entschlossen fortsetzen“; so das Fazit von Professor Manns. (fp)