Lippenherpes: Salbe nur mit Wattestäbchen anwenden

Wird Lippenherpes behandelt, sollte die Salbe besser mit Wattestäbchen und nicht mit dem Finger aufgetragen werden. So beugt man einer Ausbreitung des Virus auf andere Körperbereiche vor. (Bild: kasanka19/fotolia.com)
Alfred Domke
Was bei Herpes zu beachten ist – Salbe mit Wattestäbchen auftragen
Etwa zwei von drei Menschen sind mit Herpesviren infiziert. Dennoch wissen nur wenige über Ansteckung, Behandlung und Vorbeugung von Herpes Bescheid. Für manche Personen kann eine Infektion gefährlich werden. Experten haben einige Tipps für Betroffene parat.

Viele wissen nichts von ihrer Infektion
Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge sind mehr als 85 Prozent der Deutschen mit Herpesviren infiziert, der Großteil merkt es nicht einmal. Die Viren werden oft erst durch bestimmte Einflüsse wie Stress oder starke Sonneneinstrahlung aktiv und führen zu Herpes im Mund. Gesundheitsexperten raten dazu, Lippenherpes möglichst frühzeitig zu behandeln.

Wird Lippenherpes behandelt, sollte die Salbe besser mit Wattestäbchen und nicht mit dem Finger aufgetragen werden. So beugt man einer Ausbreitung des Virus auf andere Körperbereiche vor. (Bild: kasanka19/fotolia.com)
Wird Lippenherpes behandelt, sollte die Salbe besser mit Wattestäbchen und nicht mit dem Finger aufgetragen werden. So beugt man einer Ausbreitung des Virus auf andere Körperbereiche vor. (Bild: kasanka19/fotolia.com)

Cremes führen zu schnellerem Abheilen
Doch was hilft gegen Herpes? „Die Anwendung von Cremes, die sogenannte Virustatika (Substanzen, die die Virusausbreitung hemmen) wie z.B. Aciclovir enthalten, führen zu einem schnelleren Abheilen. Besser ist es jedoch, sie direkt bei den ersten Anzeichen wie Rötung und Brennen aufzutragen“, so Prof. Volker Steinkraus vom Dermatologikum Hamburg.

Salbe mit Wattestäbchen auftragen
Betroffene sollten Präparate gegen Lippenherpes mit einem Wattestäbchen und nicht mit den Fingern auftragen. Denn dadurch beugt man einer Ausbreitung des Virus auf weitere Bereiche des Körpers vor, wie die Zeitschrift „Neue Apotheken Illustrierte“ in der aktuellen Ausgabe (Ausgabe 15. August 2016) erläutert. Die Experten empfehlen, gleich bei ersten Anzeichen wie einem Kribbeln mit der Therapie zu beginnen.

Pflaster fördern Heilungsprozess
In einer früheren Ausgabe der Zeitschrift wird erklärt, dass bei normalem Verlauf lokale Arzneimittel mit den Wirkstoffen Aciclovir oder Penciclovir eingesetzt werden. Solche Medikamente sollen die Virusvermehrung hemmen. Sie helfen demnach am effektivsten, je früher sie eingesetzt werden. Relativ neu sind durchsichtige Pflaster, die die Verbreitung der Herpesviren eindämmen und den Heilungsprozess fördern.

Hausmittel gegen Herpes helfen
Die Infektion muss aber nicht immer mit antiviralen Medikamenten behandelt werden. Manchmal reichen auch Hausmittel gegen Herpes, wie Manuka-Honig oder Teebaumöl. Wichtig ist zudem, sich oft und gründlich die Hände zu waschen. Außerdem sollten Betroffene weder Besteck noch Handtücher mit anderen teilen, um sie vor einer Ansteckung zu schützen. Vom Herpes-Ausbruch bis zum Abheilen können bis zu zwei Wochen vergehen.

Besondere Vorsicht für manche Personengruppen
Allerdings ist Herpes nicht für alle Menschen harmlos. Gesundheitsexperten zufolge ist vor allem bei Schwangeren, stillenden Müttern, Säuglingen und Kleinkindern besondere Vorsicht geboten. Sie sollten bei ersten Anzeichen einer Herpesinfektion umgehend einen Arzt aufsuchen. Infizierte Erwachsene sollten beim Kontakt mit kleinen Kindern sehr vorsichtig sein. Schon ein Kuss von ihnen könnte für Babys tödlich enden, wie ein Fall aus Großbritannien zeigte. (ad)

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