Listerien-Käse: Größte Rückrufaktion seit Jahren

Heilpraxisnet

Umfassende Rückholaktion wegen Listerien in Käse gestartet

30.01.2015

Die Lebensmittelaufsicht in Salzburg ist derzeit wegen Listerien belasteter Käsesorten der Käserei Pötzelsberger aus Adnet (Tennengau) mit der größten Rückholaktion seit Jahren befasst, so die aktuelle Mitteilung des ORF Salzburg. Nachdem die Käserei in zwölf Produkten Listerien-Belastungen festgestellt und daraufhin selbst einen Rückruf veranlasst hatte, ist die Lebensmittelaufsicht derzeit mit der Kontrolle der Rückholaktion befasst. „In der Dimension haben wir das jetzt schon Jahre nicht mehr gehabt“, wird die Leiterin der Lebensmittelaufsicht, Andrea Huber, vom ORF zitiert.

Allein am Mittwoch wurde im Rahmen der Rückholaktion in mehr als 50 Betrieben kontrolliert, ob die potenziell mit Listerien belasteten Produkte tatsächlich aus dem Verkauf genommen wurden, berichtet der ORF Salzburg. Des Weiteren werden derzeit die Lieferwege überprüft, um sämtliche Abnehmer der betroffenen Käsesorten zu ermitteln. „Die Käserei hat mehrere Bundesländer beliefert, Stadt und Land Salzburg und auch in Deutschland einige Händler“, zitiert der ORF Andrea Huber. Die Abnehmer seien Bioläden, Einzelhändler und normale Supermärkte, aber auch Bäckereien, Fleischer und Hotels. „Manche haben ein paar Kilo, manche haben 20 Kilo, manche mehr“, so Huber weiter.

Listerien ein durchaus ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko
Mit der Rückholaktion werden zehn Mitarbeiter der Lebensmittelaufsicht vermutlich noch tagelang beschäftigt sein, erläuterte Andrea Huber. Derzeit prüfe die Landesveterinärdirektion zudem, wie die Listerien in den Käse gelang sind. Vor allem für Schwangere, Ältere und Menschen mit ohnehin geschwächten Immunsystem können die Bakterien laut Mitteilung des ORF durchaus ein Gesundheitsrisiko darstellen. Im Falle einer Infektion seien dabei Symptome wie plötzlich einsetzende, starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit und Erbrechenzu beobachten. Die potenziell belasteten Käsesorten sollten daher keinesfalls verzehrt werden. Verbraucherinnen und Verbraucher können den Käse stattdessen zurückgeben und erhalten hierfür den Kaufpreis erstattet.

Betroffene Käsesorten
Zu den zwölf betroffenen Käsesorten zählen laut Mitteilung des ORF der Bauernkäse, Bauernkäse mit Pfeffer, Dorfkäse, Dorfkäse Pikant, Magdalenenkäse, Heublumenkäse und Kräuterhexenkas mit Mindesthaltbarkeitsdaten vom 17. Februar 2015 bis 12. März 2015. Darüber hinaus der Magerkäse, Magerkäse mit Pfeffer, Alpenperle und Kürbisperle mit Mindesthaltbarkeitsdaten von 24. Februar bis 19. März 2015 sowie der Bergkäse mit Mindesthaltbarkeitsdaten von 27. Februar bis 22. März 2015. Die betroffenen Produkte seien seit Anfang Januar im Handel erhältlich gewesen.

Europaweite Zunahme der Listerien-Infektionen
Unter Berufung auf einen Report der EU-Lebensmittelbehörde und des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle berichtet der ORF von einer europaweiten Zunahme der Listerien-Erkrankungen. So habe es im Jahr 2013 in der Europäischen Union (EU) 1.763 bestätigte Listeriose-Fälle gegeben, rund 99 Prozent der Erkrankten mussten im Krankenhaus behandelt werden und 191 Infizierte überlebten die Erkrankung nicht. Im Jahr 2009 habe die Zahl der Erkrankungen noch bei 1.675 Fällen gelegen und im Jahr 2012 wurden 1.644 Listeriose-Fälle registriert, berichtet der ORF weiter. Ursache der Infektionen seien meist Fertigprodukte, wie abgepackter Fisch, aber auch Produkte aus Rohmilchkäse und viele andere Lebensmittel. Zuletzt sei kurz vor Weihnachten in Wien ein Biokäse wegen der Kontamination mit Listerien zurückgerufen worden, so die Mitteilung des ORF. (fp)

Bild: Rolf Handke / pixelio.de