Männer zu selten bei der Krebs-Früherkennung

Fabian Peters

Geringe Bereitschaft zur Krebs-Vorsorgeuntersuchungen bei Männern

22.06.2011

Männern vernachlässige offenbar weit häufiger die Krebsvorsorgeuntersuchungen als Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt die Techniker Krankenkasse (TK) bei der Auswertung der Versichertendaten aus dem Jahr 2010. Lediglich 26 Prozent der Männer im Alter über 45 Jahren war im vergangenen Jahr bei der Krebs-Früherkennung, berichtet die TK. Unter den Frauen lag der Anteil immerhin bei 59 Prozent. Durch die Früherkennung können die gesundheitlichen Risiken einer Krebs-Erkrankung deutlich reduziert werden, da die Tumore weit besser behandelbar sind, wenn sie in einem frühen Krankheitsstadium entdeckt werden, erläuterten die Experten bei Vorstellung ihres Berichts.

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Obwohl die Krankenkassen bei Männer im Alter über 45 Jahren eine Krebs-Vorsorgeuntersuchung pro Jahr bezahlen würden, nimmt nur rund jeder vierte Mann dieses Angebot in Anspruch, teilte die die Techniker Krankenkasse mit. Lediglich 26 Prozent der Männer waren im vergangenen Jahr bei der Krebs-Früherkennung. Bei den Frauen haben immerhin 59 Prozent das Angebot der Krankenkassen wahrgenommen. Allerdings werden entsprechende Vorsorgeuntersuchungen bei Frauen auch bereits ab dem 20. Lebensjahr durch die Kassen übernommen, so dass die Bereitschaft zu Vorsorgeuntersuchungen hier schon in frühen Jahren „antrainiert“ wird.

Geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Krebs-Früherkennung
Dass lediglich 26 Prozent der Männer im Alter über 45 Jahren im vergangenen Jahr an einer Krebs-Früherkennung teilgenommen haben, ist laut Aussage der Techniker Krankenkasse auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. So hätten 61 Prozent der befragten Männer angegeben, dass sie die Früherkennungsangebot nicht nutzen, weil sie nur im Falle einer vorliegenden Erkrankung zum Arzt gehen. 39 Prozent der Männer ist die Untersuchung unangenehm und 32 Prozent möchten sich nicht mit den schweren Erkrankungen auseinandersetzen, berichtet die TK. Außerdem gaben 29 Prozent an, dass sie sich bisher noch keine Gedanken über die Früherkennung gemacht haben. Da Mehrfachnennungen möglich waren, konnten die Befragten mehrere Begründungen für den Verzicht auf eine Krebs-Früherkennung angeben. Bei den Krebs-Vorsorgeuntersuchungen der Männer werden die äußeren Genitalien, die Prostata und die Haut, auf mögliche Anzeichen einer Krebserkrankung überprüft. Bei den Frauen ist die Brustkrebsvorsorge eine der wesentlichen Früherkennungsmaßnahmen.

Bereitschaft zur Krebsvorsorge regional äußerst variabel
Die Techniker Krankenkasse hat neben den geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Bereitschaft zur Vorsorgeuntersuchung auch deutliche regionale Unterschiede festgestellt. So ist die Bevölkerung in den Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg offenbar besonders vorsorgebereit. In Bremen haben 33 Prozent der Männer und 75 Prozent der Frauen im vergangenen Jahr an einer Krebs-Früherkennung teilgenommen, in Berlin 27 Prozent der Männer und 64 Prozent der Frauen und in Hamburg 29 Prozent der Männer und 65 Prozent der Frauen. Am schlechtesten war die Vorsorgebereitschaft bei den Männern in Brandenburg, dem Saarland und Schleswig-Holstein mit jeweils 21 Prozent, berichtet die Techniker Krankenkasse. Das Frauen generell eine höhere Bereitschaft zu Vorsorgeuntersuchungen aufweisen, ist dabei nach Einschätzung der Experten zumindest teilweise darauf zurückzuführen, dass hier bereits ab dem 20. Lebensjahr entsprechenden Früherkennungsmaßnahmen von den Krankenkassen finanziert werden. (fp)