Magen lässt sich nicht mit Speiseeis verkühlen

Lars Budde

Magen lässt sich nicht mit Speiseeis verkühlen

10.06.2013

Sommer, Sonne, Speiseeis: Mit den Temperaturen steigt auch der Eiskonsum. Schon im antiken China versüßten sich chinesische Herscher die warmen Sommermonate mit einem sorbet-ähnlichen Speiseeis, das in großen Eislagern produziert wurde. Heutzutage unterscheiden wir laut der „Leitsätze für Speiseeis und Speiseeishalberzeugnissen“ in Deutschland zwischen acht Sorten, unterschieden nach ihren Inhaltsstoffen. Milcheis enthält mindestens 70 Prozent Milch, Fruchteis mindestens 20 Prozent Frucht. Zu den weiteren Sorten gehören: Cremeeis, Rahmeis, Eiscreme, Fruchteiscreme, Sorbet und Wassereis.

Untersuchungen identifizieren hygienische Mängel bei Speiseeis
In Deutschland werden jährlich 500 Millionen Liter Speiseeis konsumiert – nicht völlig frei von Gefahren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung führte 2011 zwei Salmonellenausbrüche auf den Verzehr von Speiseeis zurück. „Bei der genaueren Ursachenerforschung wurden rohe Bestandteile von Hühnereiern ermittelt“, erklärt der Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst. Reguläre Untersuchungen auf Landesebene führen zu einer relativ hohen Beanstandungsquote von zehn bis 15 Prozent, vor allem aufgrund hygienischer Beanstandungen. Ähnliche Ergebnisse meldete im vergangenen Jahr auch das hessische Landeslabor, dass in jedem neunten Speiseeis Keime ermittelte.

„Die Überprüfung der Inhaltsstoffe und der Kennzeichnung führt hierbei zu einer Beanstandungsquote von bis zu 20 Prozent,“ erklärt der Fachverband im weiteren Verlauf der Stellungnahme. Problematisch ist insbesondere eine fehlende Kenntlichmachung von Farbstoffen, ein zu geringer Milchgehalt in Milcheis oder ein zu geringer Fruchtgehalt in Fruchteis. Dennoch beruhigt der Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst: „Beachtet man eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise ist Speiseeis purer Genuss“, heißt es dort.

Speiseeis kann Magen nicht verkühlen
Auch mit einem weit verbreiteten Irrtum räumen die Experten auf: „Den Magen kann man sich durch den Verzehr von Speiseeis nicht verkühlen“, erklärt der Fachverband. Speiseis besitze vor dem Verzehren eine Temperatur von minus vier Grad, die bereits im Mund auf plus acht Grad und im Magen auf rund 20 Grad steigt. Problematisch ist lediglich die Kalorienzahl der kühlenden Eissorten. Sie liegt je nach Geschmacksrichtung bei 50 bis 300 Kilokalorien pro 100 Milliliter. Die Verbraucher-Initiative in Berlin empfiehlt auch deshalb, maximal zwei Kugeln Eis pro Tag zu essen. (lb)

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Bild: Julien Christ / pixelio.de