Meditation kann effektiv beim Abbau von Stress sein

Alexander Stindt
Sogenannte Achtsamkeitskurse vermitteln Methoden zum Stressabbau
Stress kann großen Einfluss auf unser tägliches Leben haben. Viele Menschen liegen nachts wach, weil sie der Stress des Tages einfach nicht loslässt. Die meisten Betroffenen unternehmen nichts gegen den schädlichen Stress, dabei ist dieser mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle verbunden. Forscher fanden jetzt heraus, dass in sogenannten Achtsamkeitskursen erlernte Meditation sehr effektiv beim Abbau von Stress und Ängsten ist und Betroffenen so zuverlässig helfen kann.

Die Wissenschaftler vom Georgetown University Medical Center stellten bei einer Untersuchung fest, dass Meditation sehr erfolgreich Stress und Ängste abbauen kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift „Psychiatry Research“.

Viele Mediziner sehen den Einsatz von Meditation zur Behandlung von verschiedenen gesundheitlichen Problemen eher kritisch. Eine Untersuchung ergab jetzt aber, dass Meditation durchaus erfolgreich gegen Stress und seine Auswirkungen auf den Körper ist. (Bild: fizkes/fotolia.com)

Achtsamkeitskurse vermitteln Strategien gegen Stress
Meditation kann Stress und Ängste lindern. Bei speziellen Kursen zum Achtsamkeitstraining lernen die Teilnehmer verschiedene Strategien, um ihren Stress besser zu kontrollieren und abzubauen, erklären die Autoren in einer Pressemitteilung. Teilnehmer hatten auch eine niedrigere hormonelle und entzündliche Reaktion, verglichen mit nicht an solchen Kursen teilnehmenden Menschen.

Medizinische Gemeinschaft sah Meditation bisher eher skeptisch
Viele Mediziner sind skeptisch gegenüber Meditation und sogenannten Achtsamkeitskursen, erklärt Autorin Dr. Elizabeth Hoge vom Georgetown University Medical Center. Die Ärztin und ihre Kollegen wollten bei der aktuellen Studie daher herausfinden, ob sich Menschen nach der Meditation einfach nur besser fühlen oder ob es wirklich zu messbaren Veränderungen bei den durch Stress hervorgerufenen Auswirkungen kommt. Die Kurse während der Studie dauerten jeweils acht Wochen und umfassten eine identischen Menge an Unterrichtszeit und Hausaufgaben. Die Teilnehmer waren körperlich gesund, litten aber an einer sogenannten generellen Angststörung, berichten die Mediziner.

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Probanden nahmen an einem von zwei Kursen teil
Bei den Achtsamkeitskursen erlernten die Teilnehmer die verschiedenen Elemente der Meditation, bei denen es bisher die meisten wissenschaftlichen Beweise für eine Auswirkung auf vorhandenen Stress gab, erläutern die Experten. Die andere Hälfte der Teilnehmer schloss eine Stress-Management-Ausbildung mit Vorlesungen über die Bedeutung von Ernährung, Bewegung, Schlaf-und Zeitmanagement ab. Die Kurse dauerten dabei jede Woche 2,5 Stunden.

Jeder Mensch kann die Meditation erlernen
Obwohl die Wurzeln der Behandlung durch Meditation im Buddhismus liegen, brauchen sie für eine Behandlung nicht religiös zu sein. Es ist nicht nötig, an irgendetwas bestimmtes zu glauben oder in einer fremden Sprache zu singen, um einen Erfolg aus der Behandlung zu ziehen, erläutert Dr. Hoge.

Kurse sollen Betroffene gegen Stress abhärten
Das eigentliche Ziel des Kurses ist es nicht, dass Teilnehmern geholfen wird, in einer Gruppenumgebung zu entspannen. Vielmehr sollen Betroffene gegen das Auftreten von akutem Stress abgehärtet werden.

Probanden wurden absichtlich stressigen Aufgaben ausgesetzt
Vor Beginn der Kurse und unmittelbar nach Abschluss legten die Forscher den Teilnehmern Aufgaben vor, welche eine zuverlässige Stressbelastungen auslösten. Zu diesen Aufgaben gehörte beispielsweise ein Rede vor Publikum über einen Zeitraum von acht Minuten, sagen die Mediziner.

Meditation reduziert das Stresshormon ACTH
Menschen, die gelernt hatten zu meditieren, reagierten weniger gestresst, verglichen mit den Teilnehmern der anderen Klasse, berichten die Forscher. Auch Messungen des Stresshormons ACTH im Blut fielen niedriger aus, erläutern die Wissenschaftler weiter. Außerdem hätten sich auch sogenannte entzündliche Zytokine, welche als genereller Marker für Entzündungen gelten, reduziert.

Achtsamkeitskurse können Einnahme von Medikamenten und Psychotherapie vermeiden
Die Ergebnisse sind ein wirklich starker Beweis dafür, dass die bei den Achtsamkeitskursen eingesetzte Meditation nicht nur dazu führt, sich besser zu fühlen, sondern sie hilft den Menschen auch belastbarer zu sein, erklären die Studienautoren. Durch Achtsamkeitskurse sei es möglich, dass Betroffene keine Medikamente nehmen müssen. Auch eine Teilnahme an einer Psychotherapie werde so gegebenenfalls vermieden. (as)

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