Naturheilkunde: Vorsicht beim Bärlauch-Sammeln

Sebastian

Die Heilpflanze Bärlauch wird oft mit Giftpflanzen verwechselt

21.03.2011

Der Frühling hat begonnen, vielerorts sammeln Menschen wildwachsenden Bärlauch. Bärlauch gilt in der Naturheilkunde als Heilpflanze und besitzt ein ganzes Arsenal von positiven Wirkstoffen. Wer sich allerdings nicht gut genug auskennt, könnte durch eine Verwechselung der Pflanze eine gefährliche Vergiftung erleben.

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Giftpflanzen ähneln dem Bärlauch
Überall in den Wäldern ist derzeit ein leicht süßlicher Knoblauch Duft wahrnehmbar. Traditionell wächst Bärlauch im Frühling. Viele Menschen machen sich daher auf, um wildwachsenden Bärlauch zu ernten. Doch beim Sammeln ist Vorsicht geboten, denn viele Menschen haben bereits Bärlauch mit Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen verwechselt, da die drei Pflanzenarten kaum unterscheidbar sind. Herbstzeitlosen und Maiglöckchen sind hoch toxisch und können schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen. So warnte aktuell der Baden-Württembergische Landeswirtschaftsminister Rudolf Köberle (CDU): "Die Blätter sind für botanische Laien leicht mit den giftigen Blättern von Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen zu verwechseln. Unwissenheit oder Fahrlässigkeit kann hier tragische, mitunter tödliche, Folgen haben.“ Beide Giftpflanzen speichern in ihren Blättern Stoffe, die nach dem versehentlich Verzehr zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen. Erste Symptome des „falschen Bärlauchs“ sind Übelkeit und Erbrechen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Blut im Stuhl. Bereits nach einigen Stunden können die beschriebenen Beschwerden auftreten. Betroffene sollten bei den ersten Anzeichen sofort einen Notarzt verständigen. Auch durch Abkochen oder Trockenlagern der Blätter wird die toxische Gefahr nicht beseitigt.

Den Unterschied von Bärlauch erkennen
Um Blätter der Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen von denen des Bärlauchs zu unterscheiden, sollte man ein Blatt der Pflanze zwischen den Fingern zerreiben. Handelt es sich um Bärlauch, wird ein typischer Knoblauch-Geruch freigesetzt. Bei den Giftpflanzen ist kein typischer Duft feststellbar. Doch auch diese Methode ist nicht zu einhundert Prozent sicher. Hat man zuvor eine Bärlauch-Pflanze getestet, duften die Finger noch immer nach Bärlauch. Hier könnte unfreiwillig der Eindruck entstehen, bei den geprüften Blättern handele es sich um Bärlauch. Daher sollte man im Zweifelsfall die Pflanze lieber stehen lassen oder einen Experten um Rat fragen.

Fuchsbandwurm-Eier haften am Wildwuchs
Nicht nur die Abgrenzung der Bärlauch-Pflanze birgt Gefahren für die Gesundheit. An den Blättern könnten sich Eier des Fuchsbandwurms befinden. Der Bandwurmeier werden allerdings durch gründliches Waschen der Blätter und durch Abkochen bei mindestens 60 Grad Celsius unschädlich gemacht. Ein Lagern in der Gefriertruhe tötet keine Eier ab.

Bärlauch: Jahrhunderte alte Heilpflanze
Schon Hildegard von Bingen wusste von der Heilkraft des Bärlauchs. In diesem Zusammenhang sprach Bingen von einer "sprießende Grünkraft" und von "viriditas", der Kraft „die alles wachsen und grünen lässt“. Der Verzehr von Bärlauch hilft nach den Ansätzen der Pflanzenheilkunde bei der Regeneration der Darmflora und kurbelt den Stoffwechsel an. Bärlauch wird in der Naturheilkunde zudem bei einer ganzen Reihe von Symptomen eingesetzt. Die Heilpflanze kann Beschwerden bei Asthma, Fieber und Bronchitis lindern. Da die Tätigkeit der Galle angeregt wird, kann Bärlauch auch bei Bluthochdruck eingesetzt werden, weil die Wirkstoffe des Bärlauchs nachhaltig den Cholesterinspiegel senken. Bärlauch enthält zudem wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C, Mangan, Magnesium, Eisen und Schwefel. Ähnlich wie beim Knoblauch hat Bärlauch eine leicht Gefäß-erweiternde Eigenschaft, reinigt das Blut und entfaltet nach dem Essen eine antibiotische Wirkung. Bärlauch eignet sich in Salaten, Tinkturen oder Pasta-Rezepten. (sb)

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Bild: Günther Schad / pixelio.de