Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Emesis; Vomitus) treten meist gemeinsam auf und können – je nach zeitlichem Verlauf - akut oder chronisch vorkommen. In den meisten Fällen findet sich die Ursache im Magen-Darm-Bereich, es können aber auch hormonelle sowie psychische Faktoren zugrunde liegen. Manchmal sind Übelkeit und Erbrechen auch Begleiterscheinungen von Erkrankungen, die sich im Bereich des Kopfes abspielen. Beim Erbrechen, das der Übelkeit in der Regel folgt, entleert sich der Magen ruckartig durch den Mund, wobei es zu niedrigem Blutdruck (Hypotonie) mit Blässe und Schweißausbruch kommt.

Diese Symptome sind – wie auch der Durchfall- in erster Linie als Schutz- und Reinigungsmechanismus eines gesunden Körpers zu betrachten. Bereits bestimmte Gerüche, der Anblick oder die Geschmacksqualität rufen manchmal Übelkeit hervor, sodass wir vor dem Verzehr verdorbener oder unbekömmlicher Speisen gewarnt sind. Schlucken wir sie dennoch herunter, sorgt der Brechreiz für eine schnelle Ausscheidung der unbekömmlichen Stoffe. Im Ayurveda, der traditionellen indischen Heilkunde, wird das Erbrechen mit Hilfe von bestimmten Pflanzendrogen gezielt herbeigeführt, um eine umfassende Entgiftungskur (Pancha Karma) einzuleiten.

Dass wir die Dinge manchmal „zum Kotzen finden“, uns einmal wieder „richtig auskotzen“ müssen oder aber etwas „nicht bei uns behalten“ können, spiegelt diesen Zusammenhang auf der psychisch-emotionalen Ebene wieder. Ebenso können Angst, Trauer und unangenehme Vorstellungen dafür sorgen, dass „es einem schlecht wird“. Umgangssprachlich wird Erbrechen auch Übergeben, Kotzen oder einfach nur Brechen genannt.

Besteht chronische Übelkeit ohne Erbrechen und ohne schulmedizinischen Befund, kann das auf eine mangelnde Produktion von Verdauungssäften aber auch auf eine Verdauungsstörung (Dyspepsie) durch eine fehlbesiedelte Darmflora (Dysbiose, Darmmykose) hindeuten.

Aufschluss über mögliche Ursachen gibt die Beachtung weiterer, z.B. das Bluterbrechen (Hämatemesis). Am häufigsten finden sich die Ursachen in Erkrankungen der Verdauungsorgane, nämlich als akuter Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus ventriculi; Ulcus duodeni), Blinddarmentzündung (Appendizitis), akutes Abdomen oder Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) sowie Erkrankungen der Speiseröhre (Ösophagitis, Divertikel, Achalasie, Tumor!). Als Herz-Kreislauferkrankungen sind der Herzinfarkt und die Bluthochdruckkrise zu nennen. Sonstige Ursachen können psychische Störungen (Essstörungen, Depression), Schwangerschaft, Hirntumore, Migräne, akutes Glaukom (Grüner Star), M. Meniér, Reisekrankheit und Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe), Vergiftung, Medikamente (u.a. Chemotherapie, Antibiotika, Schmerzmittel), Nierenkoliken oder z.T. meldepflichtige, durch Bakterien und Viren hervorgerufene Infektionskrankheiten (Botulismus, Salmonellose, Keuchhusten u.a.) sein.

Da Erbrechen stets mit einem Flüssigkeitsverlust verbunden ist, besteht vor allem bei Kleinkindern und alten Menschen die Gefahr innerer Austrocknung (Exsikkose; Dehydratation) mit Elektrolyteverlust, welcher rechtzeitig ausgeglichen werden muss.