Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)

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Eine Speiseröhrenentzündung kann akut oder chronisch vorkommen. Am häufigsten wird eine chronisch entzündete Speiseröhre durch wiederholten Reflux bedingt, manchmal jedoch auch infektiös oder mechanisch. Wenn es zu Verätzungen durch Chemikalien oder zu Verletzungen durch scharfkantige Gegenstände kommt, stellt die akute Ösophagitis einen Notfall dar.


Typisches Symptom: Sodbrennen

Symptome einer Speiseröhrenentzündung können unter anderem

Die Beschwerden treten in der Regel nach der Nahrungsaufnahme, beim Bücken, Pressen und Liegen verstärkt auf. Manchmal kommt es zur Ausbildung von Geschwüren. Eine anhaltende Entzündung kann außerdem zu einer atypischen Veränderung der Speiseröhrenschleimhaut führen (Barrett-Ösophagus), die möglicherweise einem Speiseröhrenkarzinom den Weg bereitet (sog. Präkanzerose).

Sodbrennen oder Schluckbeschwerden können Symptome einer entzündeten Speiseröhre sein. (Bild: ALDECAstudio/fotolia.com)

Ursachen für die Entzündung

Eine chronische Speiseröhrenentzündung entsteht meist durch den chronischen Rückfluss von saurem, aggressivem Mageninhalt in die Speiseröhre, auch Refluxkrankheit genannt. Wird dabei die Schleimhaut des Ösophagus angegriffen, führt dies zu entzündlichen Prozessen. Diese sogenannte Refluxösophagitis ist die häufigste Speiseröhrenerkrankung überhaupt.

Eine infektiöse Ösophagitis kann sowohl durch Bakterien, Viren als auch durch Pilze verursacht werden. Am häufigsten wird sie durch den Hefepilz Candida albicans (Soorösophagitis) verursacht. Andere Krankheiten können mit ursächlich für eine Speiseröhrenerkrankung sein. Dazu gehören unter anderem:

Die physikalischen Ursachen für eine infektiöse Ösophagitis sind vielfältig. So können Verletzungen der Speiseröhre durch das Verschlucken von Fremdkörpern wie Fischgräten oder Obstkernen der Auslöser sein, aber auch Bestrahlungsfolgen oder Untersuchungen mittels einer Magensonden.

Akut tritt die Speiseröhrenentzündung durch das Schlucken von ätzenden Säuren oder Laugen auf. In diesem Fall ist ein Rettungswagen zu organisieren bzw. rasch bei der zuständigen Giftzentrale nachzufragen. Betroffene sollten nicht zum Erbrechen gebracht werden, da weitere Verätzungen an anderer Stelle entstehen können.

Konventionelle, naturheilkundliche und allgemeine Maßnahmen

Die Behandlung beruht meist auf einer medikamentösen Therapie, ergänzend können jedoch auch naturheilkundliche Ansätze und allgemeine Maßnahmen hilfreich sein.

Klassische Medizin

Konventionell werden Säurehemmer (Antazida), Präparate zur Förderung der Magenentleerung und Medikamente eingesetzt, die zu einer Erhöhung des Muskeltonus des Mageneingangs führen. Operativ wird der Mageneingang verengt, wenn es zu Komplikationen oder keiner Besserung durch Medikamente kommt.

Naturheilkunde

In der Naturheilpraxis finden zur akuten Linderung ebenfalls Mittel zur symptomatischen Behandlung Anwendung, nämlich Heilerde oder Basenpulver. Darüber hinaus werden schleimhaltige und gerbstoffreiche Heilpflanzen zum Schutz der Schleimhaut eingesetzt sowie entzündungshemmende, verdauungsfördernde und muskelstärkende Pflanzendrogen. So kann ein Tee aus Schafgarbe, Kalmuswurzel und Kamille bei der Heilung einer entzündeten Speiseröhre helfen.

Das Spülen oder Gurgeln mit Heilerde kann helfen, die Entzündung zu lindern. (Bild: PhotoSG/fotolia.com)

Allgemeine Maßnahmen

Beschwerden verstärkende Medikamenten wie z.B. Antirheumatika sollten eventuell in Absprache mit dem behandelnden Arzt (vorübergehend) abgesetzt werden. Indem allgemeine Maßnahmen, insbesondere zum Schlaf- und Essverhalten berücksichtigt werden, verringern sich zudem die Entstehungsvoraussetzungen für die Refluxkrankheit. Für die Selbstbehandlung von Sodbrennen gibt es auch in der Naturheilkunde verschiedene Möglichkeiten.

Mechanische Einflussmöglichkeiten

Der Magen ist am Zwerchfell befestigt. In Stresszuständen bleiben die Betroffenen stets in der Einatmung. Das bedeutet, dass das Zwerchfell unter Spannung steht und dies auf den Magen übertragen kann. Vermutlich können die Schrittmacherzellen für die Magensäureproduktion in den oberen Zweidritteln des Magens irritiert werden und vermehrt Säure ausschütten. Eine mechanische Entlastung dieser Region in Form einer Entspannung könnte durch Ausatmen erreicht werden.

In der Osteopathie bringt man durch Druck auf das Zwerchfell dieses in eine entspanntere Ausatmungsposition. Häufig kann schon währenddessen eine hör- und spürbare Reaktion erfolgen. Langfristig ist es für die Betroffenen wichtig, dem Bereich durch verstärktes Ausatmen wieder zu einem harmonischem beschwerdefreiem Funktionieren zu verhelfen. Da eine mechanische (Speiseröhre verläuft zwischen Halswirbelsäule und Zwerchfell) und nervale (Nerv des Zwerchfells kommt vom 3. bis 5. Halswirbel) Verbindung zwischen Zwerchfell-Magen-Übergang besteht, sind auch die Verhältnisse in der Halswirbelsäule zu untersuchen und gegebenenfalls zu behandeln. (jvs, tf, ok; aktualisiert am 19.03.2018)
Fachliche Aufsicht: Barbara Schindewolf-Lensch (Ärztin)