Gastritis (Magen­schleim­hautentzündung) – Ursachen, Symptome und Therapie

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Gastritis: Auslöser, typische Beschwerden und Behandlung

Bei einer Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), die sich unter anderem mit Symptomen wie Völlegefühl und Bauchschmerzen bemerkbar machen kann, wird zwischen der akuten und einer chronischen Gastritis unterschieden. Die auch als Reizmagen bezeichnete Erkrankung wird häufig durch das Bakterium Helicobacter Pylori ausgelöst. Bei einer Schädigung der Magenschleimhaut wird von einer erosiven Gastritis gesprochen.


Symptome verschiedener Formen der Gastritis

Die Erkrankung wird in eine akute und eine chronische Form unterschieden, deren Symptomatik durchaus variiert.

Akute Magenschleimhautentzündung

Bei einer akuten Gastritis zeigen sich Symptome wie

Das Bakterium Helicobacter Pylori ist für rund 80% aller Gastritis-Erkrankungen verantwortlich. (Bild:Kateryna_Kon/fotolia.com)

Chronische Magenschleimhautentzündung

Die chronische Gastritis ist im Gegensatz zur akuten eher unauffällig. Ab und zu auftretende Bauchschmerzen und Sodbrennen können ein Anzeichen sein. Bei einer Gastritis die durch das Bakterium Helicobacter Pylori ausgelöst wird, können dazu weitere Symptome komme wie:

  • Oberbauchschmerzen,
  • Völlegefühl,
  • Übelkeit und Erbrechen
  • sowie perniziöse Anämie (Blutarmut durch Vitamin B12-Mangel).

Bei der erosiven Gastritis, wenn oberflächliche Defekte der Schleimhaut entstanden sind, können Teerstuhl und Bluterbrechen dazukommen. Die chronische Gastritis kann über Monate bis Jahre ganz ohne Symptome oder mit sporadischem Auftreten weniger Beschwerden wie z.B. Sodbrennen verlaufen.

Drei Typen der Gastritis

In der Fachwelt wird zudem von drei Typen der Gastritis gesprochen, die sich vor allem durch ihre Ursache von einander unterscheiden. Aber auch die Behandlung und die Heilungschancen der drei Typen einer Gastritis sind nicht deckungsgleich.

Typ A: Die autoimmune Gastritis

Dadurch das sich das Immunsystem gegen die sogenannten Belegzellen im Magen wendet und diese abbaut, wird die Aufnahme von B12 im Körper verhindert. Dies führt zu einem Vitamin-B12-Mangel, der wiederum eine perniziöse Anämie auslösen kann. Diese Autoimmunerkrankung kommt nur bei ca. drei bis sechs Prozent der Gastritispatienten vor.

In der Diagnostik sind zwei Faktoren bezeichnend für die Autoimmungastritis. Die Magenwand, in der die Belegzellen normalerweise vorzufinden sind, erscheint bei einer Magenspiegelung glatt statt gewellt, sie wird atrophisch. Deshalb wird die Autoimmungastritis auch als atrophischen Gastritis bezeichnet.

Durch das Verschwinden der Belegzellen wird weniger Magensäure und Intrinsic factor produziert. Der Intrinsic factor wird im unteren Dünndarm benötigt, um die Resorption von Vitamin B12 zu ermöglichen. Deshalb kann ein Mangel an Vitamin B12 ein Hinweis auf eine autoimmune Gastritis sein. Die Typ-A-Gastritis gilt als Risikofaktor für ein Magenkarzinom.

Typ B: Die bakterielle Gastritis

Jeder zweite Mensch trägt das Bakterium Helicobacter Pylori im Magen, das vor allem den unteren Magenabschnitt, den „Vorraum des Pförtners“, besiedelt. Es gilt inzwischen als Hauptverursacher einer Gastritis. Bis zu 80 Prozent aller chronischen Reizmagenerkrankungen gehen auf das Bakterium Helicobacter Pylori zurück. Auch die Gastritis durch den Helicobacter Pylori gilt als Risikofaktor für Magen- und Duodengeschwüre sowie für Magenkarzinome.

Typ C: Die chemische-toxische Gastritis

Reizstoffe wie

können eine Magenschleimhautentzündung auslösen.

Zu scharf gewürzte Speisen können einen akuten Reizmagen auslösen. (Bild: monticellllo/fotolia.com)

Vermehrt tritt die akute Gastritis etwa nach schweren Verbrennungen oder Operationen auf, aber auch psychische Belastungen im privaten oder beruflichen Umfeld können eine stressbedingte akute oder chronische Gastrits auslösen.

Diagnose – Zunächst bösartige Erkrankungen ausschließen

Mithilfe von bildgebenden Verfahren, Gewebeentnahmen und –untersuchungen in der Facharztpraxis sind zunächst bösartige Erkrankungen, insbesondere ein Magenkarzinom, auszuschließen. Die Diagnose erfolgt dann anhand der beschriebenen Symptome sowie einer Laboruntersuchung von Atem oder Stuhl (Helicobacter Pylori u.a. Bakterien) und Blut (Anämie oder Vitmin-B12-Mangel). In der Naturheilpraxis kommen zur Diagnosesicherung und Therapieplanung außerdem die

und weitere Verfahren zum Einsatz.

Bei fehlendem organischem Befund wird konventionell häufig die Ausschlussdiagnose Reizmagen (funktionelle Dypepsie) gestellt, die psychovegetativ bedingt ist und durch Stress und unangemessene Konfliktverarbeitung verstärkt auftritt. Naturheilkundlich werden die Betroffenen aber außerdem auf

untersucht und behandelt.

Behandlung einer Gastritis

Abhängig vom Typus der Gastritis kommen verschiedene Mittel bei der Behandlung zum Einsatz.

Verbreichung von Vitamin B12

Bei einer Gastris vom Typ A, also der Autoimmunerkrankung, wird in regelmäßigen Abständen (ca. einmal im Monat) intramuskulär Vitamin B12 gespritzt, um so dem Vitamin-B12-Mangel und der damit einhergehenden perniziöse Anämie vorzubeugen. Zusätzlich muss bei einem eventuell auftretenden Eisenmangel bei der Auswahl der Nahrungsmittel auf einen hohen Eisenwert geachtet werden. Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen sind eine gute Möglichkeit, um dem Eisenmangel entgegen zu wirken. Eine Heilung der Autoimmungastritis ist nicht möglich.

Regelmäßige Spritzen mit Vitamin B12 sind bei Gastrtis vom Typ A notwendig. (Bild: ExQuisine/fotolia.com)

Antibiotika gegen Bakterien

Neben Säurebindern und Säurehemmern oder auch Protonenpumpenhemmern, die eingesetzt werden, um den Magensäurespiegel zu senken und so die Symptome wie Sodbrennen zu lindern, kommen auch Antibiotika zum Einsatz, die bei ca. 70 Prozent der Betroffenen positiv anschlagen. Ein besonderes Problem bei der Behandlung stellt die hohe Anpassungsfähigkeit des Bakteriums dar.

Bei Erosion der Schleimhaut kommen Ulkustherapeutika zum Einsatz und außerdem werden – wie auch in der Naturheilpraxis – allgemeine Maßnahmen zur Entlastung des Magens und der Verminderung der Säureproduktion empfohlen.

Die naturheilkundliche Behandlung erfolgt nach der gefundenen Ursache. Bei Helicobacter-Infektion werden in Kombination z.B.

  • basisches Bismut,
  • säureregulierende Mineralstoffe,
  • Vitaminpräparate,
  • Medikamente zur Toxinausleitung und
  • Helicobacter-Autonosoden

eingesetzt.

Auch eine umfassende isopathische Milieutherapie (Sanum-Therapie) mit oder ohne Dunkelfeldmikroskopie, kann die Behandlung mit Antibiotika ersetzen. Darüber hinaus existiert eine Fülle symptomatischer Maßnahmen, die sich zur Selbstbehandlung eignen wie zum Beispiel Maßnahmen zur Linderung von Sodbrennen, Verdauungsstörungen, Übelkeit und Erbrechen. Im Vordergrund stehen dabei vor allem Pflanzen mit entzündungshemmenden und schleimhaltigen Wirkstoffen, die einen Schutzfilm an der Magenschleimhaut bilden.

Gesunde Ernährung hilft bei Reizmagen

Bei einer Gastritis hilft vor allem der Verzicht auf Nahrungsmittel und Getränke, die den Magen reizen. Dies trifft insbesondere auf die Gastritis von Typ B und C zu. Viel trinken ist bei einer Gastritis wichtig, allerdings sollte auf folgende Getränke verzichtet werden:

  • Alkohol,
  • Kaffee,
  • Fruchtsäfte,
  • kohlensäurehaltige Wasser und
  • Limonaden.

Bei Speisen sollte auf scharfe Gewürze und Gebratenes verzichtet werden. Stattdessen eignet sich ein Speisplan aus

Auch der Verzicht auf Zucker ist maßgebend, um die Reizungen der Magenschleimhaut zu veringern. Allgemein gilt bei einer Magenschleimhaut: Lieber kleine Mahlzeiten in Abständen von drei bis vier Stunden als große Mahlzeiten! Außerdem sollten Betroffene grundsätzlich gründlich kauen.

Hausmittel bei Gastritis

Neben einer magenschonenden Ernährung können sowohl bei einer akuten als auch bei chronischen Magenschleimhautentzündungen magenberuhigende Naturheilmittel helfen, die Symptome zu lindern und somit den Heilungsprozess fördern. Insbesondere die Behandlung mit Magensäure regulierenden Hausmitteln kann verhindern, dass aus einer akuten Gastritis eine chronische Erkrankung der Magenschleimhaut wird.

Tee um den Magen zu beruhigen

Verschiedene Kräutertees beruhigen den Magen und lindern so die Symptome einer Gastritis:

  • Kamillentee, der Klassiker der Heilkräuter, hilft besonders gut in Verbindung mit einer Rollkur. Überbrühen Sie zwei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten mit 250 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Aufguss ca. zehn Minuten abgedeckt ziehen.
  • Pfefferminze als Tee. Pfefferminze wird auch in Apotheken als Tabletten angeboten, diese sind aber nur nach Rücksprache mit ihrem Hausarzt zu empfehlen.
  • Ein Aufguss aus Fenchelsamen, dreimal täglich über ein Woche.
  • Ingwertee, etwa ein Teelöffel mit heißen Wasser übergießen.
  • Malvenblätter als Tee, auch dreimal täglich.
  • Grüner Tee ist bei Gastritis, durch seinen hohen Anteil an Antioxidantien, wirksam.
Ein Aufguss aus Fenchelsamen hilft den Magen zu beruhigen. (Bild: emer/fotolia.com)

Neben den Heiltees gibt auch es noch andere Pflanzen, die den Heilungsprozess bei einer Gastritis fördern:

  • Leinsamen: Zwei Esslöffel davon über Nacht in einem halben Liter Wasser einweichen, am nächsten Tag kurz aufkochen, abseihen und über den Tag hinweg trinken. Der Leinsamenschleim bildet eine Schutzschicht auf der gereizten Magenschleimhaut.
  • Ebenso wirkt Kalmuswurzel. Dazu hat sie noch antibakterielle Wirkung und bekämpft das Helicobacter-Bakterium. Es sollten nur geprüfte Extrakte aus der Apotheke benutzt werden.
  • Ein Aufguß aus getrockneten Erdbeeren, ca. ein Teelöffel mit heißen Wasser übergießen und zwei bis dreimal täglich trinken. Sie enthalten Antioxidantien, die die Gastritis bekämpfen.
  • Neuere Forschungen haben gezeigt, dass Brokkolisprossen, durch ihren hohen Anteil an Sulforaphan, Helicobacter-Infektionen bekämpfen können.

Darüber hinaus kann auch die Behandlung mit Heilerde ein wirksames Heilmittel bei einer Gastritis sein. Mindestens zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit wird ein Teelöffel Heilerde in Wasser aufgelöst und getrunken. Die Einnahme vor dem Schlafengehen ist besonders zu empfehlen, da über Nacht überschüssige Magensäure durch die Heilerde gebunden wird und sich so der Magen beruhigen kann. Allerdings ist bei Einnahme von Heilerde zu beachten, dass sie zum einen zu Verdauungsproblemen führen kann und zum anderen Wechselwirkung mit anderen Medikamenten haben kann. Deshalb ist hier die Rücksprache mit ihrem Arzt zu empfehlen. (fp, ok; aktualisiert am 09.04.2018)
Fachliche Aufsicht: Barbara Schindewolf-Lensch (Ärztin)