Bioresonanztherapie

Der Begriff Bioresonanz setzt sich aus den Wörtern „bios“ (griechisch für „Leben“) und „resonare“ (lateinisch für „widerhallen“, „mitschwingen“) zusammen. Frei übersetzt bedeutet er also so viel wie „Lebensschwingung“. Die Bioresonanztherapie (BRT) geht davon aus, dass jedes Lebewesen ein individuelles elektromagnetisches Feld besitzt, das alle biochemischen Abläufe im Körper beeinflusst. Diese individuellen energetischen Schwingungen sollen mit Hilfe eines Geräts gemessen, sichtbar gemacht und ausgewertet werden können. Demnach sollen sich „gesunde“, „gestörte“ und „krankhafte“ Schwingungen unterscheiden lassen. Durch die Bioresonanztherapie sollen gesunde Schwingungen unterstützt und gestörte oder krankhafte abgeschwächt oder ausgelöscht werden.


Weitere Namen für die Bioresonanztherapie sind MORA-Therapie, Biophysikalische Informationstherapie, Biokommunikationstherapie, Diagnostische Resonanztherapie oder Multiresonanztherapie.

Die Bioresonanztherapie geht davon aus, dass gestörte elektromagnetische Schwingungen im Körper die Ursache von Krankheiten sind. (Bild: kentoh/fotolia.com)

Geschichte der Bioresonanztherapie

Um das Jahr 1920 entwickelte der US-amerikanische Arzt Dr. Albert Adams mit der Einführung der sogenannten Radionik die Grundlage für die Bioresonanz-Therapiemethode. 1977 wurde sie von dem deutschen Arzt Franz Morell und dem Ingenieur Erich Rasche als MORA-Therapie bekannt gemacht. „MORA“ setzt sich aus den ersten zwei Buchstaben ihrer Nachnamen zusammen. Morell und Rasche entwickelten zusammen das erste Bioresonanzgerät: Über zwei Elektroden, die der Patient oder die Patientin in den Händen hält, sollen damit die individuellen Schwingungen messbar gemacht werden. Anschließend werden sie mit dem Gerät invertiert („umgekehrt“) und in den Körper zurückgeleitet.

In den 1990er Jahren wurde der Name MORA-Therapie von vielen Therapeutinnen und Therapeuten nicht mehr gern verwendet, da Morell Scientologe war und die Therapiemethode unter anderem dadurch in die Kritik geriet. Daher wurden seitdem eher die oben genannten alternativen Namen verwendet, wobei „Bioresonanztherapie“ sich am stärksten durchgesetzt hat.

Mögliche Wirkweise der Bioresonanztherapie

Die Begründer der Bioresonanztherapie vertraten die Überzeugung, dass jeder Körper im gesunden Zustand eine bestimmte elektromagnetische Schwingung hat. Gewisse Faktoren können aus ihrer Sicht allerdings dazu führen, dass diese Schwingung sich verändert und vom gesunden in den krankhaften Bereich gerät. Ursachen dafür können zum Beispiel Bakterien, Viren, Impfstoffe, Gifte oder Allergene sein, entzündliche Prozesse im Körper, aber auch psychische Belastungen wie Stress oder Liebeskummer. Durch die Bioresonanztherapie sollen die Schwingungen gemessen, ausgewertet und im nächsten Schritt wieder in den gesunden Bereich gebracht werden.

Zur Messung der individuellen Schwingungen wird die Patientin oder der Patient an ein Bioresonanzgerät angeschlossen. Zu diesem Zweck werden Elektroden an verschiedenen Körperteilen befestigt, zum Beispiel an den Händen, Füßen, Ohren, an Akupunkturpunkten oder über inneren Organen. Laut Annahme der Begründer dieser Therapiemethode gelangen die Schwingungen über die Elektroden in das Gerät und werden dort ausgewertet. Im Gerät sollen die Frequenzen diverser „pathologischer Substanzen“ gespeichert sein. Mit diesen werden die Muster des Patienten oder der Patientin verglichen. So kann angeblich zwischen gesunden und krankhaften Schwingungen unterschieden werden. Die krankhaften Schwingungen werden invertiert („umgekehrt“) und anschließend über die Elektroden in den Körper zurückgeleitet, was zu einer Abschwächung oder im besten Fall Löschung der negativen Frequenzen führen soll. Durch diese „Löschtherapie“ sollen einerseits alle negativen Schwingungen im Körper beseitigt, andererseits aber auch die Selbstheilungskräfte angeregt werden.

Bei welchen Krankheiten soll die Bioresonanztherapie helfen?

Laut Vertreterinnen und Vertretern dieser Therapiemethode soll die Bioresonanztherapie bei verschiedensten Krankheiten und Beschwerden Linderung bringen. Dazu zählen Schwermetallbelastungen des Körpers, Pollenallergie und Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Hautausschläge und Neurodermitis, Entzündungen des Verdauungstrakts, Migräne, Schmerzzustände, rheumatische Erkrankungen, chronische Müdigkeit und Erschöpfung, Probleme im Zahn- und Kieferbereich sowie psychosomatische Probleme wie etwa Suchterkrankungen.

Die Bioresonanztherapie soll auch bei Migräne Linderung verschaffen. (Bild: fizkes/fotolia.com)

Wann darf die Bioresonanztherapie nicht angewendet werden?

Da elektromagnetische Felder die Funktion eines Herzschrittmachers ungünstig beeinflussen können, ist die Bioresonanztherapie für Patientinnen und Patienten mit einem Herzschrittmacher nicht geeignet.

Allgemeine Hinweise

Für diese Behandlungsmethode existieren bislang keine wissenschaftlichen Nachweise. Sie fällt in die Kategorie der alternativmedizinischen Verfahren. Viele Therapeutinnen und Therapeuten haben in der Anwendung bei ihren Patientinnen und Patienten dennoch gute Erfahrungen damit gemacht. Ob das nun an einem Placebo-Effekt oder an tatsächlichen Wirkeigenschaften dieser Therapieform liegt, ist bisher nicht geklärt. Da für die Bioresonanztherapie jedoch auch keine Nebenwirkungen beobachtet werden konnten, spricht nichts dagegen, die Methode zu testen, wenn man sich davon einen Erfolg verspricht. Einzig wenn Sie einen Herzschrittmacher tragen, ist die Methode für Sie nicht geeignet.

In jedem Fall sollten Sie jedoch vorab mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin klären, ob eine Bioresonanztherapie bei Ihren Beschwerden in Frage kommt. Keinesfalls sollten ernsthafte gesundheitliche Probleme ohne die vorherige Abklärung mit einem Arzt oder einer Ärztin ausschließlich mit der Bioresonanztherapie behandelt werden. Die Kosten für eine Bioresonanztherapie werden von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. (kh)

Quellen und weiterführende Literatur:

  • Bierbach, Elvira (Hrsg.): Naturheilpraxis heute. Lehrbuch und Atlas. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München, 4. Auflage 2009.
  • Grunert, P.: Heilwellen statt Antibiotika: Bioresonanz, Radionik, Elektro-Akupunktur, Magnetfeld-Therapie & Co. Droemer/Knaur, München 2006.
  • Will, R. D.: Bioresonanztherapie: Mit körper- und substanzeigenen Schwingungen heilen. Oesch, Zürich 2006.