Liebeskummer

Ein kleine Teile zersprungenes rotes Herz auf schwarzem Hintergrund.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Liebeskummer überwinden – Tipps und Hilfestellungen

Beinahe jeder Mensch durchlebt in seinem Leben mindestens einmal Liebeskummer. Obwohl mit dem Liebeskummer oft seelische und körperliche Symptomen einhergehen, wird diese Form des Leidens selten in medizinischem Zusammenhang gesehen. Allerdings gelten besonders schwere Formen durchaus als Teil eines medizinischen Beschwerdebildes, das in der Fachliteratur unter dem Begriff “Broken-Heart-Syndrom” beschrieben wird, und das ernste körperlichen Folgen haben kann.

Welche Beschwerden Liebeskummer im Einzelnen mit sich bringt und wie lange er anhält, bevor der Blick wieder zuversichtlich nach vorne gerichtet werden kann, ist sehr individuell und hängt nicht zuletzt von früheren Erfahrungen und erlernten Bewältigungsstrategien ab. Einige Hilfestellungen, Seelentröster und sanfte Mittel aus der Naturheilkunde, die den Prozess des Liebeskummers erleichtern können, finden sie weiter unten in diesem Beitrag.


Umgang mit Trennungsschmerz

Zwar werden die meisten Menschen in ihrem Leben mit Liebeskummer konfrontiert, doch zeigen sich enorme Unterschiede in der Wahrnehmung und Bewältigung dieser bedrückenden Gefühlslage. Viele Betroffene können den Liebeskummer mit der Zeit ohne weitere Hilfe überwinden, doch bei anderen kann sich der Herzschmerz auch in Form eines Broken-Heart-Syndroms (Takotsubo-Syndrom; reversible Kardiomyopathie,) körperlich manifestieren und zu einem lebensbedrohlichen Risiko werden. Darüber hinaus sind insbesondere junge Menschen bei Liebeskummer verstärkt suizidgefährdet und die Herzschmerzen bilden den häufigsten Grund für Selbstmord bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

(Bild: K.- P. Adler/fotolia.com)
Liebeskummer ist insbesondere für junge Menschen oftmals schwer zu verarbeiten. (Bild: K.- P. Adler/fotolia.com)

Liebeskummer verläuft immer anders

Liebeskummer stellt sich immer dann ein, wenn unsere Liebe nicht oder nicht mehr erwidert wird, in der Regel meldet er sich nach einer Trennung. Vor allem betroffen vom Kummer ist die verlassene Person, die häufig „wie vom Blitz getroffen“ zurückbleibt. Die Empfindungen und Reaktionen ähneln denen, die uns auch als Trauerreaktionen nach dem Tod eines nahestehenden Menschen begegnen, obgleich dem Liebesschmerz nach einer Trennung die Endgültigkeit des Todes fehlt. Doch so sehr man auch versucht, den Prozess von außen zu objektivieren, so sehr empfindet jeder Mensch seinen Liebesschmerz als einzigartig.

Liebeskummer – Symptome

Liebeskummer kann zu vielfältigen körperlichen und seelischen Beschwerden führen. Vielfach sorgen innere Unruhe und Grübeleien für Schlafstörungen, die ihrerseits tagsüber zu Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen führen. Der Appetit lässt nach oder der Versuch, körpereigene Glückshormone durch Schokoladenzufuhr freizusetzen, endet in unzähmbaren Heißhungerattacken.

Das Herz fühlt sich „schwer“ oder „zerrissen“ an und nicht selten ist der Herzschmerz körperlich deutlich spürbar. Schlimmstenfalls kann sich dies in einem Takotsubo-Syndrom manifestieren, einer reversiblen Kardiomyopathie, die in ihrer Symptomatik einem akuten Koronarsyndrom ähnelt. Es zeigen sich dann durchaus ernste körperliche Beeinträchtigungen, die bis hin zu einem lebensbedrohlichen kardiogenen Schock reichen können. Gegebenfalls ist hier daher eine intensivmedizinische Versorgung der betroffenen erforderlich.

Auch der Magen zieht sich bei Liebeskummer manchmal zusammen, es können sich Übelkeit und Bauchschmerzen einstellen. Meist gehen mit dem Liebeskummer zudem Selbstwerteinbußen und depressive Verstimmungen einher, die jedoch auch in eine andauernde Depression und Selbstmordgedanken münden können.

Ein kleine Teile zersprungenes rotes Herz auf schwarzem Hintergrund.
Liebeskummer durchleben fast alle Menschen mindestens einmal in ihrem Leben. Bei manchen Betroffenen ist dieser allerdings so ausgeprägt, dass sie ein sogenanntes Broken-Heart-Syndrom entwickeln. (Bild: lassedesignen/fotolia.com)

Was hilft gegen Liebeskummer?

In den meisten Fällen heilt die Zeit die Wunden. Auf dem Weg zur Heilung reagieren wir so, wie wir es gewöhnlich bei emotionalem Stress und tiefgreifenden Veränderungen tun. Manchmal mit Angst, Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen, manchmal mit Wut, Abwehr, Schuldzuweisungen und Rachsucht. Während der Eine das Gespräch sucht, um zu verstehen, ziehen Andere sich zurück und „schmoren im eigenen Saft“. Liebeskummer kann Wochen andauern, Monate oder Jahre. Erst wenn wir den Verlust akzeptieren und die vergangene Beziehung in unseren „inneren Erfahrungsschatz“ integrieren, können wir den Blick wieder frei in die Zukunft richten und uns einer neuen Partnerschaft öffnen. Bleiben wir emotional oder gedanklich in Verzweiflung, Hoffnung, der schönen Vergangenheit, in Hass oder Depression stecken, ist das manchmal ein Hinweis auf unzureichende Bewältigungsstrategien, wie sie oftmals in früheren Beziehungen, zum Beispiel in der eigenen Ursprungsfamilie, erlernt bzw. nicht erlernt wurden. Dann kann es sinnvoll sein, sich ein Stück professionell begleiten zu lassen.

Naturheilkunde bei Liebeskummer

Die heilkundige Hildegard von Bingen mischte bereits vor tausend Jahren ihr „Storchenschnabel-Mischpulver“ aus Geranien, Poleiminzen und Weinraute zusammen, um damit Herzleiden zu lindern, die aus Traurigkeit und Pessimismus entstanden sind. Es ist anzunehmen, dass auch damals zahlreiche Liebeskranke mit Herzschmerzen von dieser Mischung profitierten.

Die Rose galt schon in der Antike als Blume der Liebe. Zu Rosenwasser kondensiert, soll der Duft ihrer Blüten Geist und Herz öffnen und hitzige Gefühle besänftigen. Ein angenehm temperiertes Bad mit farbigen Rosenblüten kann über die Sinne dazu verhelfen, die Selbstliebe (wieder) zu stärken. Genauso soll sich ein verletztes Herz durch einen Tropfen Rosenöl erholen, der mehrmals täglich in der Mitte des Brustbeins aufgetragen wird.

Heute sind viele weitere Blüten bekannt, denen eine ausgleichende Wirkung auf das Seelenleben zugesprochen wird. Auch die Bachblütentherapie kann die Verarbeitung des Liebeskummers unterstützen. Als echter „Seelentröster“ ist Star of Bethlehem bekannt, der die Trauer begleitet, bis der stärkste Schmerz nachlässt. Herrschen Hass und Wut vor, kann Holly das Gemüt kühlen, während White Chestnut hilft, sich wieder auf andere Dinge zu konzentrieren. Wer ewig in der Vergangenheit schwelgt, braucht vielleicht Honeysuckle, um den Schritt in die Gegenwart zu vollziehen. Zuversicht und Optimismus können mit Gentian geweckt werden und wenn sich die Bereitschaft zur Veränderung im Inneren bereits entwickelt hat, ist Walnut oftmals das Sprungbrett in eine neue Lebensphase.

Geschichten mit therapeutischer Kraft

Seit Menschen Sprache gebrauchen, werden Lebenserfahrungen in Erzählungen und Geschichten weitergegeben. Zwar ist diese Tradition im Alltag hierzulande immer seltener geworden, es hat sich in den vergangenen Jahren jedoch ein psychotherapeutischer Zweig entwickelt, der sich mit der heilenden Kraft von Geschichten und Metaphern beschäftigt. Diese heilenden Geschichten wirken eher indirekt und suggestiv, sie sollen nicht analysiert, sondern vielmehr intuitiv aufgenommen werden und innere Prozesse in Gang setzen. (jvs, fp)

Autor:
Jeanette Viñals Stein
Quellen:
  • Cornelia Stern: Vom Pflanzenreich ins Schlummerland; in Deutsche Heilpraktiker-Zeitschrift 14(01):30-35, Januar 2019
  • Hugo A. Katus, Benjamin Meder, Ioana Barb: Broken-Heart - Wenn Frauenherzen brechen (Abruf 12.09.2019), uni-heidelberg.de
  • Susanne A. Schlossbauer, Jelena-Rima Ghadri, Christian Templin: Takotsubo-Syndrom – ein häufig verkanntes Krankheitsbild; in Praxis, 105 (20): Seite 1185–1192, 2016, hogrefe.com
  • Karl-Heinz Renner, Tanja Gügel: Persönlichkeitskorrelate und Bewältigungsstrategien bei Liebeskummer; in Beiträge zur 10. Arbeitstagung der Fachgruppe Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik, Pabst Science Publishers, 2009 , dgps.de

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.