Essstörungen: Anorexia nervosa (Magersucht)

Dr. Utz Anhalt

Anorexia nervosa ist die häufigste psychisch bedingte Essstörung

Die am häufigsten diagnostizierte Essstörung ist die Magersucht (Anorexia nervosa). Überwiegend erkranken Mädchen in der Pubertät und junge Frauen. In Deutschland ist mittlerweile jedes 100. bis 200. Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren betroffen. Aber auch bei Jungen und Männern werden immer häufiger Anorexia nervosa und andere Essstörungen erkannt. Die Erkrankten leiden an einer psychisch bedingten Essstörung, die die Nahrungsaufnahme auf ein Minimum reduziert und somit zu starkem Untergewicht führt. Ohne therapeutische Hilfe führt Anorexia nervosa häufig zu einer Mangelernährung oder gar lebensbedrohlichen Unterernährung. Der Magersucht kommt die höchste Sterblichkeitsrate von allen psychischen Essstörungen zu. Nahezu jeder fünfte erkrankte Mensch stirbt an den Folgen einer Magersucht oder aber durch Selbstmord. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer entsprechenden und möglichst frühzeitigen Behandlung, die meist eine Psychotherapie und Ernährungsberatung umfasst.


Definition

Anorexia nervosa, auch Magersucht genannt, beschreibt eine seelisch bedingte Ess- und Körperschemastörung. Der griechische Ursprung des Begriffs Anorexia nervosa bedeutet „nervlich bedingte Appetitlosigkeit“, bezeichnet das Krankheitsbild aber nur sehr ungenau. Vielmehr als eine Appetitlosigkeit besteht ein krankhaftes Bedürfnis nach Gewichtsverlust. Eine Magersucht liegt vor, wenn der Body-Mass-Index (BMI) unter 17,5 liegt, bzw. das tatsächliche Körpergewicht 15 % unter dem zu erwarteten Gewicht liegt, und das Untergewicht selbst herbeigeführt wird. Psychische Ursachen führen zu einer gestörten Körperwahrnehmung, so dass Magersüchtige trotz ihres Untergewichts glauben zu dick zu sein und somit aus Angst vor einer Gewichtszunahme die Nahrungsaufnahme stark reduzieren oder sogar zeitweise ganz verweigern.

Anorexia nervosa ist die häufigste Essstörung, oft mit lebensbedrohlichen Folgen einer Unterernährung. (Bild: Nomad_Soul/fotolia.com)

Das Krankheitsbild der Magersucht ist individuell sehr unterschiedlich, aber typischerweise beschäftigen sich Erkrankte gedanklich fast ausschließlich mit den Themen Essen, Ernährung und Körpergewicht. Tritt die Magersucht isoliert auf, spricht man von einer sogenannten restriktiven Anorexia nervosa. Sind Betroffene an einer Mischform erkrankt und zeigen auch Kennzeichen der sogenannten Bulimie (Bulimia nervosa), so spricht man vom Purging Typ. Prinzipiell ist die Bulimie aber von der Magersucht abzugrenzen. An einer Bulimie erkrankte Personen sind im Gegensatz zu Magersüchtigen meistens normalgewichtig. Bei einer Bulimie zeigt sich das gestörte Essverhalten vornehmlich in Heißhunger mit Essattacken, meist gefolgt von selbstinduziertem Erbrechen und dem Missbrauch von Abführmitteln. Neben der Mischform kann eine Magersucht auch in eine Bulimie übergehen oder auch seltener aus einer Bulimie folgen.

Häufig wird auch der Begriff Anorexie für Magersucht verwendet, aber die Anorexia nervosa ist nicht gleichbedeutend mit dieser Bezeichnung. Bei Anorexie handelt es sich um eine allgemeine Appetitlosigkeit ohne ursächlichen Bezug. Des Weiteren finden auch noch frühere Bezeichnungen für Anorexia nervosa Gebrauch, wie z.B. Anorexia hysterica oder Anorexia mentalis.

Symptome – Wichtigstes Merkmal ist Untergewicht

Hauptkriterium einer Magersucht ist Untergewicht bzw. ein Körpergewicht, das mindestens 15 % unter dem erwarteten Gewicht liegt, und durch die Reduzierung oder Verweigerung der Nahrungsaufnahme durch den Erkrankten selbst herbeigeführt wird. Schaut man sich die Anorexia nervosa als psychische Erkrankung und ihre Symptomatik genauer an, so gibt es viele, auch individuelle, Anzeichen für eine beginnende oder schon länger bestehende Magersucht. Die zugrunde liegende Körperschemastörung bewirkt, dass sich die an Magersucht Erkrankten als zu dick wahrnehmen obwohl meist schon ein Untergewicht besteht. Auch bei völliger Auszehrung (Kachexie) bleibt diese gestörte Wahrnehmung bestehen.

Magersüchtige fühlen sich aufgrund einer Köperschemastörung trotz Untergewicht zu dick und tatsächliche Zustände werden falsch wahrgenommen. (Bild: Des/fotolia.com)

Die eigene Körperwahrnehmung ist dahingehend gestört, dass Signale und tatsächliche Zustände nicht oder falsch wahrgenommen werden. Hunger oder Müdigkeit werden beispielsweise bei einer Magersucht kaum noch wahrgenommenen. Der Schmerz durch Selbstverletzungen mittels Schneiden („Ritzen“) oder Verbrennen der Haut wird von manchen Betroffenen als einzige Möglichkeit wahrgenommen, ihren Körper zu spüren.

Magersüchtige sind oftmals sehr leistungsorientiert, und leiden unter Versagensängsten. Der eigene Erfolg und das Selbstbewusstsein hängen zunehmend nur noch von der Kontrolle des eigenen Gewichts ab. Obwohl Magersüchtige Essen vermeiden, beschäftigen Sie sich gedanklich hingegen ständig mit ihrer Ernährung. Genauso lehnen Erkrankte ihren Körper ab, aber konzentrieren sich in Denken und Handeln völlig auf das eigene Körpergewicht. Typische Verhaltensänderungen bei Magersüchtigen sind oftmals geprägt durch eine panische Angst an Gewicht zuzunehmen. Erkrankte kontrollieren deshalb ihr Körpergewicht sehr genau, manchmal mehrmals am Tag. Sie konzentrieren sich auf das Zählen von Kalorien und kennen sich mich Lebensmitteln und deren Nährwerten bestens aus. Gegessen werden meist nur ganz bestimmte und vorwiegend fettarme Nahrungsmittel, dazu besteht häufig ein Missbrauch von Appetitzüglern und Abführmitteln. Durch möglichst wenig Ruhezeiten und teils auch extreme sportliche Aktivitäten, soll eine Gewichtszunahme verhindert werden. Bestehen zusätzlich Symptome der Bulimie, wird nach dem Essen auch bewusst und selbstinduziert erbrochen.

Es zeigt sich meist bei den Betroffenen wenig Krankheitseinsicht, so werden Anzeichen und Symptome verleugnet oder heruntergespielt. Häufig entwickeln sich bei einer Magersucht auffällige Essverhalten oder eigensinnige Essrituale. Nicht selten wird über ein vermehrtes Trinken von Wasser das Hungergefühl unterdrückt. Viele die an einer Anorexia nervosa leiden, nehmen nicht mehr an gemeinsamen Essen teil und verheimlichen ihr eigenes Essverhalten. Dahingegen ist es aber gar nicht selten, dass die Magersüchtigen im Freundes- und Verwandtenkreis kochen und sich intensiv mit der Essenszubereitung beschäftigen. Die Verhaltensänderung kann sich auch soweit auf das soziale Leben auswirken, dass Erkrankte nur noch wenig Kontakt mit anderen Menschen haben und den eigenen Interessen nicht mehr nachgehen.

Durch das zu niedrige Gewicht und eine anhaltende Mangelernährung werden viele Körperfunktionen negativ beeinflusst. So kommt es vielfach zu einer hormonellen Regulationsstörung auf der Achse von Hypothalamus, Hypophyse und Keimdrüsen. Dies kann sich bei an Magersucht erkrankten Mädchen und Frauen über eine unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation (Amenorrhö) äußern, und bei Männern zu einem Verlust ihrer Potenz führen. Auch Unfruchtbarkeit und ein Libidoverlust können mit der Erkrankung einhergehen. Beginnt die Erkrankung vor der Pubertät, kann es zudem zu Wachstumsstörungen und einer fehlenden Entwicklung von Brust oder kindlichen Genitalien kommen. Auch wird häufig vom Wachstum einer Lanugobehaarung berichtet.

Die panische Angst an Gewicht zuzunehmen, treibt die an Magersucht Erkrankten in einen regelrechten Kontrollwahn über ihr Körpergewicht. (Bild: Ralf Geithe/fotolia.com)

Folgeerscheinungen einer Magersucht

Weitere Symptome eines veränderten bzw. verlangsamten Stoffwechsels bei einer Anorexia nervosa sind Haarausfall, verringerte Körpertemperatur (Hypothermie), niedriger Blutdruck (Hypotonie) und verlangsamter Puls (Bradykardie). Durch Eiweißmangel kann es zu Wassereinlagerungen (Ödeme) kommen, häufiges Erbrechen und Abführmittelmissbrauch führen zu innerer Austrocknung und einen Verlust an Elektrolyten. Es besteht eine erhöhte Infektanfälligkeit und in späteren Stadien können auch Depressionen bis hin zu einer Suizidgefahr hinzukommen.

Nach einer längeren Zeit mit Magersucht leiden einige Betroffene dauerhaft an Langzeitfolgen, die unter anderem das Herz-Kreislaufsystem, die Organfunktionen oder die Blutbeschaffenheit beeinträchtigen können. Bekannt sind beispielsweise Osteoporose, Niereninsuffizienz, Blutarmut, Herzrhythmusstörungen, Unfruchtbarkeit, Darmträgheit oder chronische Verstopfung.

Ursachen – Bedeutet Diät halten den Anfang einer Magersucht?

Eine Essstörung entsteht nicht von heute auf morgen. Erste Kennzeichen können Unzufriedenheit mit dem eigenen Gewicht und Essverhalten und daraus resultierenden Verhalten zur Gewichtsreduktion, wie Diät halten oder Fasten, sein.

Bei der Entstehung von Magersucht spielt häufig die Pubertät eine Rolle. Aufgrund verschiedener psychischer, sozialer und biologischer Faktoren entsteht bei den Betroffenen häufig zunächst eine Unzufriedenheit mit dem eigenen Gewicht. (Bild: terovesalainen/fotolia.com)

Eine Magersucht wird aber zumeist durch verschiedene Faktoren hervorgerufen, wobei psychische, soziale und biologische Ursachen zusammenkommen. Oft spielt die Pubertät eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Magersucht. Stresssituationen, hohe Leistungsansprüche und körperliche Veränderungen können gemeinsam mit weiteren Faktoren ursächlich sein für die Ausbildung einer Essstörung. Als typische Ursachen bekannt sind beispielsweise folgende:

  • Probleme in der Familie,
  • Genetische Faktoren,
  • Mangelndes Selbstbewusstsein und andere persönliche Faktoren,
  • Gesellschaftliche Zwänge und Rollenerwartungen,
  • Leistungsanforderungen (z.B. beim Leistungssport),
  • Mobbing,
  • Schönheits- und Schlankheitsideale,
  • Missbrauch oder Misshandlung.

Diagnose

Da sich die Betroffenen selber oft nicht als krank ansehen, kommt es häufig vor, dass Personen aus dem Familien- und Bekanntenkreis als erstes professionelle Hilfe suchen. Bei einer vermuteten Essstörung ist es ratsam sich ärztlichen Rat einzuholen oder aber auch Kontakt mit Beratungsstellen aufzunehmen, die mit diesem Thema vertraut sind und wissen wie man mit den Betroffenen auf sensible und einfühlsame Weise umgeht.

Bei einer ärztlichen Untersuchung wird der Betroffene, ggf. auch zusammen mit Angehörigen oder Bezugspersonen, nach Essverhalten und Körperwahrnehmung befragt. In den Gesprächen (teilsweise nach vorgegebenen Fragekatalogen) sollen möglichst alle Symptome, Faktoren und individuellen Aspekte einer möglichen Anorexia nervosa abgefragt werden, um ein möglichst genaues Krankheitsbild zu erfassen. Hinzu kommt außerdem eine körperliche Untersuchung bei der u.a. das exakte Körpergewicht ermittelt wird. Anhand der BMI Perzentilen-Kurven bei Minderjährigen oder des BMI bei Erwachsenen wird der körperliche Zustand der Erkrankten definiert. Zusätzlich können weitere Untersuchungen stattfinden, um auszuschließen, dass ein Untergewicht körperliche Ursachen hat wie z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion. Auch ist es wichtig mögliche körperliche Folgen der Magersucht früh zu erkennen und nach Möglichkeit zu behandeln.

Behandlung

Die Magersucht ist eine schwere Essstörung und kann sogar lebensbedrohlich werden. Etwa 15% der an einer Anorexia nervosa erkrankten Personen sterben infolge der körperlichen Schäden oder durch Suizid. Damit ist die Magersucht die tödlichste Form aller Essstörungen. Nur ca. 50 % aller Magersüchtigen können vollständig geheilt werden, oft bleiben schwerwiegende körperliche Folgeschäden zurück.

Das Hauptkriterium für eine erfolgreiche Behandlung ist eine genaue Diagnose sowie die Einsicht und Akzeptanz der Erkrankten über die eigene Krankheit. Ohne den eigenen Wunsch nach Behandlung und Hilfe hat eine Therapie kaum Erfolgsaussichten. Dies fehlt aber bei den meisten Erkrankten. Daher wird oft eine stationäre Therapie angestrebt, um Betroffene für längere Zeit aus dem gewohnten Umfeld herauszunehmen und auch von möglichen Ursachen zu entfernen.

Betroffene sehen sich selbst oft nicht als krank an, aber die Einsicht über die eigene Erkrankung ist grundlegend für eine erfolgreiche Behandlung einer Magersucht. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)

Muss eine Magersucht ambulant oder stationär behandelt werden?

Die Behandlungsform richtet sich je nach individueller Schwere und Ausprägung der Magersucht. Steht die Krankheit noch am Beginn und liegen weder eine starke Unterernährung noch weitere psychiatrische Erkrankungen vor, kann eine Therapie ambulant erfolgen. Ist der Gewichtsverlust allerdings schon zu stark oder gibt es erschwerende Begleiterscheinungen der Anorexia nervosa ist in der Regel eine stationäre Therapie notwendig.

Verschiedene Behandlungskonzepte kommen bei Essstörungen zur Anwendung. Um eine möglichst umfassende und vollständige Therapie anzubieten, werden sehr häufig physische und psychische Behandlungen kombiniert. Eine ambulante Therapie kann mit einer phasenweise stationären Therapie verbunden werden. Fester Bestandteil der Behandlung von Magersucht ist eine individuell angepasste Psychotherapie. Diese kann in Form von Einzel-, Gruppen- oder Familientherapie erfolgen. Dabei haben sich neuere Psychotherapieformen nach dem fokalen psychodynamischen Ansatz als besonders wirksam erwiesen. Bei dieser Therapie steht die Verarbeitung von Emotionen im Mittelpunkt. Betroffene werden gezielt auf den Alltag nach Therapieende vorbereitet. Die fokale psychodynamische Therapie liefert insgesamt deutlich bessere Ergebnisse als die vorherige Standardbehandlung, wie 2014 in dem Fachmagazin The Lancet berichtet wurde.

Wichtig ist, dass jeder Therapie ein fundiertes Wissen über Essstörungen und Magersucht zu Grunde liegt. Bei einer (kombinierten) stationären Therapie sollte eine Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit spezieller Expertise zu Essstörungen aufgesucht werden. Durch eine zusätzliche Ernährungsberatung sollen die Betroffenen lernen sich gesund zu ernähren und wieder ohne Angst zu essen. Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen kann die Heilung unterstützen und auch Antidepressiva oder Östrogene finden in der Therapie Anwendung.

Am Anfang der Diagnose einer Magersucht stehen meist ärztliche und therapeutische Gespräche. Wichtiger Bestandteil der verschiedenen Behandlungskonzepte bei Essstörungen ist später eine individuell angepasste Psychotherapie. (Bild: Photographee.eu/fotolia.com)

Ziel der Behandlung einer Magersucht ist zunächst eine (kontinuierliche) Gewichtszunahme. Im Rahmen einer Gewichtszunahme kann es zu einem sogenannten Refeeding-Syndrom kommen. Durch die Wiederaufnahme einer normalen Ernährung nach einer längeren Hungerperiode können über damit verbundene Veränderungen im Mineralstoffwechsel plötzlich schwere Symptome einer Herzinsuffizienz mit Ödemen auftreten. Auch dies kann lebensbedrohlich werden.

Neben der dringlichen Aufgabe das Körpergewicht von Magersüchtigen wieder anzuheben und zu stabilisieren ist es außerdem wichtig mögliche bestehende Mangelerscheinungen auszugleichen. Die Betroffenen müssen wieder lernen normal und regelmäßig zu essen und die Signale ihres Körpers richtig wahrzunehmen.

Letzte Möglichkeit bei Magersucht: Zwangsernährung

Zeigen die Therapien keinen Erfolg und ist das Untergewicht lebensbedrohlich oder besteht Selbstmordgefahr kann eine Klinikeinweisung ohne Patienteneinwilligung nötig werden. Sind alle Optionen ausgeschöpft steht am Ende die Zwangsernährung als lebensrettende Maßnahme.

Naturheilkundliche Behandlung von Anorexia nervosa

Da es sich bei einer Magersucht um eine schwere Erkrankung handelt die lebensbedrohlich werden kann und deren Ursache sich aus vielen individuellen Faktoren zusammensetzt, ist die Behandlung sehr komplex und muss in jedem Fall ärztlich beaufsichtigt werden. Eine Selbsttherapie ist nicht möglich.
Die Homöopathie wird nicht selten ergänzend zu einer Psychotherapie und weiteren ärztlichen Behandlung des Patienten hinzugezogen. Aber so vielfältig wie die Symptomatik einer Magersucht, sind auch die Möglichkeiten einer zusätzlichen homöopathischen Behandlung. Ein Mittel welches häufig zum Einsatz kommt ist Natrium muriaticum (Kochsalz), wodurch u.a. eine Stabilisierung der vorwiegend jungen Betroffenen und damit bessere Erfolgschancen einer Psychotherapie erreicht werden soll.

Aktueller Forschungsstand

Es ist noch relativ wenig über Anorexia nervosa bekannt, so dass zwischen einer beginnenden Magersucht und einer Behandlung oft zu viel Zeit vergeht.

Erst kürzlich wurde durch eine internationale Forschergruppe, die in Deutschland von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) geleitet wurde, nachgewiesen, dass bei Anorexia nervosa nicht nur psychische Ursachen eine Rolle spielen. Die Forschungsergebnisse zeigten: Ein bestimmtes Gen provoziert Essstörung Anorexia nervosa. Eine Magersucht kann demnach auch angeboren sein. Dies eröffnet Wege für neue Therapieformen und verändert auch die Sichtweise auf Magersüchtige. Die Ergebnisse dieser Studie wurden in der Fachzeitschrift The American Journal of Psychiatry veröffentlicht.

Weitere aktuelle Forschungen geben Hinweise darauf, dass eine Anfälligkeit für Magersucht bereits im Mutterleib angelegt wird, so ein Fachartikel in Nature Communications. (jvs, cs; aktualisiert am 04.07.2018)
Fachliche Aufsicht: Barbara Schindewolf-Lensch (Ärztin)