Neuer Malaria-Schnelltest entwickelt

Heilpraxisnet

Neuer Malaria-Schnelltest entwickelt

03.09.2014

Malaria fordert jedes Jahr weltweit über 600.000 Todesopfer. Eine Impfung gegen die gefährliche Tropenkrankheit gibt es bislang nicht. Doch mit einem neuen Malaria-Schnelltest sollen künftig Infektionen innerhalb von Minuten nachgewiesen werden.

Nachweis einer Infektion binnen weniger Minuten

Malaria fordert nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr über 600.000 Todesopfer. Eine Impfung gegen die gefährliche, tropische Infektionskrankheit gibt es bislang nicht. Doch im Kampf gegen die Erkrankung ist die Forschung jetzt einen Schritt weitergekommen. So wird in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa darüber berichtet, dass ein neuer Ansatz für einen Schnelltest auf Malaria einen Nachweis der Infektion binnen weniger Minuten ermöglicht. Für den Test wird demnach ein Stoffwechselprodukt der Erreger, das Hämozoin, genutzt. Dies berichten die Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge im Fachmagazin „Nature Medicine“.

Weniger anfällig für menschliche Fehler

Die Infektion sei mit dem transportablen System selbst bei weniger als zehn Parasiten je Mikroliter Blut nachweisbar. Demnach werden nur winzige Blutmengen für den Test benötigt. Zudem sei dieser weniger anfällig für menschliche Fehler als herkömmliche Verfahren und komme anders als diese ohne Chemikalien für die Aufbereitung der Proben aus. Die Forscher nutzten zum Nachweis der Hämozoin-Pigmente die sogenannte MR-Relaxometrie, ein Magnetresonanztomografie-Verfahren (MRT). Mittels starker Magnetfelder werden dabei bestimmte Moleküle im Körper angeregt und in der Folge wird in einem Empfängerstromkreis ein elektrisches Signal ausgelöst. Das entwickelte System sei anders als die großen MRT-Geräte etwa in Kliniken so klein, dass es gut in mobilen Labors verwendet werden könne.

Ansatz muss sich in weiteren Testreihen bewähren

Die Wissenschaftler demonstrierten das Potential der Methode mit menschlichem Blut und dem Erreger Plasmodium falciparum, welcher die besonders gefährliche Malaria tropica verursacht. Das System wurde zusätzlich an mit Plasmodium berghei infizierten Mäusen erprobt. Mit dem Test habe sich die Infektion bereits in einem frühen Stadium erkennen lassen. Und dies in weniger als fünf Minuten, wie die Forscher schreiben. Allerdings muss sich der Ansatz noch in weiteren Testreihen bewähren, bevor er tatsächlich zum Einsatz kommen könnte. Derzeit sind vor allem die Elektronik und das Magnetsystem noch kostspielig. Die Wissenschaftler glauben aber, dass es machbar sei, die Geräte künftig zum Stückpreis von weniger als 2.000 Dollar herzustellen.

Resistenzen erschweren Kampf gegen Malaria

Künftig könnte das neue Verfahren etwa dazu verwendet werden, um klinische Prognosen zu erstellen, aufkommende Resistenzen gegen Malaria-Mittel zu überwachen und die Schwere einer Infektion festzustellen. Solche Resistenzen erschweren den Kampf gegen die Tropenkrankheit enorm. Erst vor einem Monat war darüber berichtet worden, dass sich ein resistenter Malaria-Erreger in Südostasien ausbreitet. Elizabeth Ashley von der Mahidol Oxford Tropical Medicine Research Unit (MORU) erklärte damals, dass dringend Maßnahmen erforderlich sind, „um die Ausbreitung der Resistenz von Myanmar ins benachbarte Bangladesh und Indien zu verhindern.“ (ad)

Bild: Andreas Dengs, www.photofreaks.ws / pixelio.de