Nichtrauchen meist nur der Anfang: Ein Drittel der Krebsfälle wäre vermeidbar

Laut Gesundheitsexperten wäre mindestens ein Drittel aller Krebserkrankungen vermeidbar, wenn jeder einen gesünderen Lebensstil pflegen würde. Um das Krebsrisiko zu senken, ist es vor allem wichtig, Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sowie Fettleibigkeit zu vermeiden. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)
Alfred Domke
Rauchen, Übergewicht, falsche Ernährung: Viele Krebsrisiken sind vermeidbar
Erst vor kurzem teilten das Bundesgesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut (RKI) mit, dass sich die Anzahl der Krebs-Neudiagnosen in Deutschland fast verdoppelt hat. Laut Gesundheitsexperten wäre mindestens ein Drittel der Krebsfälle vermeidbar, wenn jeder Einzelne konsequenter auf einen gesunden Lebensstil achten würde.

Zahl der Krebs-Neudiagnosen hat sich verdoppelt
Einer aktuellen Umfrage zufolge fürchten sich die meisten Deutschen vor einem Krebsleiden. Rund 70 Prozent der Bundesbürger gaben demnach an, Angst vor einem Tumor zu haben. Unbegründet ist die Furcht für viele sicher nicht, denn laut neuesten Zahlen hat sich die Zahl der Krebs-Neudiagnosen hierzulande seit 1970 nahezu verdoppelt. Und das, obwohl durch die Reduzierung des persönlichen Krebsrisikos viele Erkrankungen vermeidbar wären, meinen Gesundheitsexperten.

Laut Gesundheitsexperten wäre mindestens ein Drittel aller Krebserkrankungen vermeidbar, wenn jeder einen gesünderen Lebensstil pflegen würde. Um das Krebsrisiko zu senken, ist es vor allem wichtig, Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sowie Fettleibigkeit zu vermeiden. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)
Laut Gesundheitsexperten wäre mindestens ein Drittel aller Krebserkrankungen vermeidbar, wenn jeder einen gesünderen Lebensstil pflegen würde. Um das Krebsrisiko zu senken, ist es vor allem wichtig, Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sowie Fettleibigkeit zu vermeiden. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Mindestens ein Drittel der Krebsfälle wäre vermeidbar
„Mindestens ein Drittel der Krebsfälle wäre vermeidbar, würde jeder einzelne konsequenter auf einen gesunden Lebensstil achten“, schreibt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in einer Mitteilung.

Laut den Experten ist es Aufgabe der Politik, die Bürger dabei durch geeignete gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu unterstützten. Im Bereich der Tabakprävention wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrere solcher politischen Maßnahmen umgesetzt. Gegen andere, ebenso vermeidbare Krebsrisikofaktoren unternimmt die Politik bisher jedoch noch wenig.

Prävention von Fettleibigkeit und übermäßigem Alkoholkonsum
„Es ist an der Zeit, aus der Tabakkontrolle zu lernen und die gegen das Rauchen wirksamen politischen Maßnahmen in die Prävention von Adipositas und übermäßigem Alkoholkonsum zu übertragen“, sagte Manfred James Müller, Vorstandssprecher des Kompetenznetzes Adipositas.

Durch einen gesundheitsbewussten Lebensstil lassen sich auch weitere Krebsrisikofaktoren minimieren. Dazu gehört unter anderem, massives Übergewicht (Adipositas) zu vermeiden, auf das bis zu zehn Prozent aller Krebsfälle zurückzuführen sind.

Auch der Konsum von Alkohol sollte eingeschränkt werden, denn dieser kann laut Fachleuten Auslöser von sieben verschiedenen Krebsleiden sein. Dem DKFZ zufolge verursachen ein erhöhter Alkoholkonsum und eine obst- und gemüsearme Ernährung jeweils rund fünf Prozent der Krebsneuerkrankungen.

Außerdem sollte jeder Mensch für ausreichende körperliche Aktivität sorgen, denn Bewegung beugt nicht nur Adipositas und Typ-2-Diabetes vor, sondern senkt auch das Risiko für 13 Krebsarten.

Rauchen ist für 20 Prozent aller Krebsfälle verantwortlich
Besonders wichtig ist jedoch das Rauchen aufzugeben. „Der bedeutendste einzelne vermeidbare Risikofaktor für Krebs ist nach wie vor das Rauchen – es ist alleine für mindestens 20 Prozent aller Krebsfälle verantwortlich“, erklärte Ute Mons, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle im DKFZ.

Zwar wurden in den vergangenen Jahren im Bereich der Tabakprävention mehrere politische Maßnahmen umgesetzt, die dazu führten, dass es immer weniger Raucher in Deutschland gibt, doch der Trend zum Nichtrauchen muss durch weitere Tabakkontrollmaßnahmen nachhaltig unterstützt werden.

Ein wichtiger Schritt dazu ist laut DKFZ das längst überfällige umfassende Tabakwerbeverbot. „Tabakwerbung verführt insbesondere Jugendliche zum Rauchen und motiviert Raucher dazu, weiter zu rauchen“, erläuterte Reiner Hanewinkel vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel. (ad)

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