Niedersachsen: Zweiter Vogelgrippefall ermittelt

Heilpraxisnet

Niedersachsen: Zweiter Vogelgrippefall nachgewiesen

22.12.2014

In Niedersachsen wurde nun innerhalb einer Woche zum zweiten Mal das gefährliche Vogelgrippe-Virus nachgewiesen. Das Bundesland gilt als die Hochburg der deutschen Geflügelzucht. Zuvor waren auch Vogelgrippefälle aus anderen Gegenden bekannt geworden.

Verdachtsfall im Kreis Emsland bestätigt
Vorige Woche war im Landkreis Cloppenburg der Vogelgrippe-Erreger H5N8 festgestellt worden. Wie das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mitteilte, hat der Kreis daraufhin ein sogenanntes Wiederbelegungsverbot für Geflügelställe innerhalb eines bestimmten Gebietes verhängt, um eine Ausdünnung der hohen Populationsdichte zu erreichen und damit eine weitere Seuchenverschleppung zu verhindern. Am Wochenende hat sich nun einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge ein Verdachtsfall im Kreis Emsland bestätigt.

Zweiter Vogelgrippefall in Niedersachsen
Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Hannover zufolge trat der zweite Vogelgrippefall in Niedersachsen auf einem Entenmastbetrieb im nördlichen Kreis Emsland auf. Rund 10.000 Tiere sollten auf dem Hof getötet werden. Wie die dpa berichtet, wurden im Umkreis von drei Kilometern 18 weitere Geflügelbetriebe mit 170.000 Tieren gesperrt. In einem Zehn-Kilometer-Radius wurden über 200 Betriebe mit insgesamt rund vier Millionen Tieren einer verstärkten Beobachtung unterstellt. Im Kreis Cloppenburg, wo in der vergangenen Woche der erste H5N8-Erreger in Niedersachsen nachgewiesen wurde, gab es mittlerweile Grund zum Aufatmen. Ein Ministeriumssprecher teilte mit, dass auf keinem der rund 60 Höfe im Umkreis des betroffenen Betriebs in Barßel Auffälligkeiten entdeckt wurden.

Virus bei totem Wildvogel nachgewiesen
Auch in Sachsen-Anhalt wurde das Virus nachgewiesen und zwar bei einem toten Wildvogel, der vor zwei Wochen an der Elbe gefunden worden war. Den Angaben zufolge sei die Stockente am 7. Dezember von einem Tierarzt in Aken an der Elbe im Landkreis Anhalt-Bitterfeld tot aufgefunden worden. Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts in Riems (Mecklenburg-Vorpommern) wiesen nun in dem Tier das Virus H5N8 nach. Es handelt sich dabei um den ersten bekannten Fall mit diesen Erreger in Sachsen-Anhalt. Allerdings gaben Experten nach der Untersuchung weiterer Tiere auf drei Höfen der Umgebung Entwarnung. Wie ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums am Sonntag mitteilte, seien bei keinem der Geflügelhalter neue Verdachtsfälle aufgetreten. Es werden jedoch in den kommenden Tagen weitere Kontrollen durchgeführt.

Übertragung nicht völlig auszuschließen
Bis vor kurzem kam der Virus-Subtyp H5N8 nur in Asien vor. Bislang gibt es zwar keine Hinweise darauf, ob durch den Erreger eine Gefahr für den Menschen besteht, doch eine Übertragung könne Experten zufolge nie völlig ausgeschlossen werden. Als besonders gefährlich haben sich in den vergangenen Jahren die Erreger H7N9 und auch H5N1 erwiesen. Bei infizierten Menschen zeigten sich oft erst nach Wochen typische Vogelgrippe-Symptome. Anfangs ähneln diese meist denen einer herkömmlichen Grippe und es kommt zu hohem Fieber, Husten, Halsschmerzen und manchmal Atemnot. In manchen Fällen können zudem Symptome wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Übelkeit und Erbrechen auftreten. (ad)

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