Fieber: Ursachen und Behandlung

Fieber-Ursachen
Fabian Peters

Es ist davon auszugehen, dass jeder Mensch im Verlauf seines Lebens schon einmal Fieber hatte, wobei jedoch die Ursachen und der Schweregrad äußerst unterschiedliche ausfallen. Da Fieber häufig auf eine ernsthafte Erkrankung hinweist, ist bei erhöhter Körpertemperatur in der Regel ein Arztbesuch zu empfehlen.

Inhaltsverzeichnis

Definition
Symptome
Ursachen
Diagnose
Therapie
Fieber in der Naturheilkunde

Definition

Fieber beschreibt einen vom Organismus herbeigeführten Anstieg der Körpertemperatur. Dieser wird im sogenannten Wärmeregulationszentrum des Gehirns ausgelöst und ist eigentlich eine Art Abwehrreaktion des Organismus. Fieber ist nicht zu verwechseln mit erhöhter Körpertemperatur durch Wärmeeinwirkung von außen beziehungsweise einer Überhitzung des Organismus bei körperliche Belastung. Hier erscheint die Körpertemperatur zwar ebenfalls erhöht, doch ist der Sollwert der Körpertemperatur – anders als beim Fieber – unverändert. In der medizinischen Fachliteratur wird ab 37,5 Grad Celsius von erhöhter Körpertemperatur gesprochen, ab 38 Grad Celsius von Fieber.

Mother holding thermometer foreground and sick little girl in bed
Steigt das Fieber über 39 Grad Celsius, ist über die Einleitung fiebersenkender Maßnahmen nachzudenken. (Bild: svetamart/fotolia.com)

Symptome

Fieber bezeichnet eine relativ weite Spanne der erhöhten Körpertemperatur, wobei die Folgen für den Organismus äußerst unterschiedlich ausfallen können. Grundlage des Fiebers ist eine Erhöhung des Sollwertes der Körpertemperatur im Zentrum der Temperaturregulation des Hypothalamus. Eine wesentliche Rolle spielen hierbei die sogenannten endogenen Pyrogene. Diese körpereigenen Botenstoffe führen zu einer Verschiebung des regulatorischen Gleichgewichtes der Körpertemperatur. Im Zusammenspiel mit anderen Hormonen beziehungsweise Botenstoffe hemmen die Pyrogene die Wärmesensitivität im Hypothalamus, was den Körper zu einer verstärkten Wärmebildung anregt. Die tatsächliche Temperatur wird niedriger wahrgenommen, als sie ist, und der Organismus versucht diesem entgegenzuwirken.

Der Körper hat zahlreiche Möglichkeiten seine Temperatur zu erhöhen beziehungsweise besser zu halten. So kann zum Beispiel die Wärmeabgabe durch eine geringere Durchblutung beziehungsweise ein Zusammenziehen der Blutgefäße in der Haut reduziert werden. Auch werden unter Umständen die Extremitäten weniger durchblutet, um die Körpertemperatur im Kern zu stabilisieren. Entscheidender ist in Bezug auf das Fieber jedoch die Beschleunigung des Stoffwechsels, welche zu einer Erhöhung der Körpertemperatur führt. Dies äußert sich zum Beispiel in einer erhöhten Herzschlagfrequenz. Um rund zehn Herzschläge pro Minute steigt die Frequenz je Grad Celsius des Temperaturanstiegs. Hohes Fieber kann demnach mit regelrechtem Herzrasen verbunden sein. Auch die Atemfrequenz steigt im Zuge des beschleunigten Stoffwechsels spürbar. Eine extreme Form der körpereigenen Wärmeproduktion ist zudem die rhythmische Muskelkontraktion, bekannt als Schüttelfrost.

Die Verschiebung der Temperaturregulation hat bei den Fieber-Patienten nicht selten auch weitere Symptome zu Folge. So kann die verminderte Durchblutung der Extremitäten zu kalten Händen und Füßen führen. Die Haut erscheint aufgrund der verminderten Durchblutung mitunter bläulich marmoriert. Wird kurzzeitig Druck mit dem Finger auf die Haut ausgeübt, dauert es rund zwei Sekunden bevor der weißliche Abdruck wieder verschwindet. Hier sprechen Mediziner von einem reduzierten kapillärem Refill. Weitere allgemeine Begleitsymptome des Fiebers, die unabhängig von der jeweiligen Grunderkrankung auftreten können, sind Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Müdigkeit und Beeinträchtigungen durch einen aufkommenden Flüssigkeitsmangel (siehe Dehydratation), wenn nicht ausreichend getrunken wird.

Fieber kann in Form wiederkehrender Temperaturspitzen im Tagesverlauf auftreten (Intermittierendes Fieber), konstant über einen längeren Zeitraum anhalten oder auch als eine Art Fieberschub, der wenige Tage dauert, verschwindet und anschließend wiederkehrt (Wechselfieber), in Erscheinung treten. Zudem ist das sogenannte doppelgipflige Fieber, bei dem nach vorübergehender Erhöhung der Körpertemperatur für einige Tage zunächst ein Temperaturrückgang einsetzt und anschließend eine meist noch drastischere Erhöhung der Körpertemperatur folgt, als typischer Hinweis auf eine Viruserkrankung bekannt. Kinder bis zum sechsten Lebensjahr erleiden im Zuges des Fiebers unter Umständen sogenannte Fieberkrämpfe, die mit einem Bewusstseinsverlust und plötzlichen Muskelkrämpfen – ähnlich wie bei einem epileptischen Anfall – verbunden sind.

Letztendlich lassen sich zahlreiche weiterer besondere Formen des Fiebers bestimmen, die nicht selten nach ihren auffälligen Begleitsymptomen benannt werden, wie beispielsweise das sogenannte Fleckfieber (Fieber begleitet von Juckender Hautausschlag) oder das Hämorrhagische Fieber (Fieber begleitet von Blutungen). Andere Fieber-Formen tragen Bezeichnungen gemäß ihren Auslösern, wie zum Beispiel das O’nyong-nyong-Fieber oder das Dengue-Fieber, jeweils hervorgerufen durch ein gleichnamiges Virus.

Wird im Zuge des Fiebers eine Körpertemperatur über 40 Grad Celsius erreicht, kann dies vor allem für Erwachsene durchaus gefährlich werden. Kinder zeigen indes häufiger derart hohes Fieber, ohne das weitere gesundheitliche Folgen durch den Temperaturanstieg zu beobachten sind. Doch bei Erwachsenen ist eine Körpertemperatur über 40 Grad Celsius meist Anzeichen einer äußerst bedenklichen Infektion. Durch die Selbstregulation des Organismus mittels verschiedener Hormone, Neurotransmitter und bestimmter weiterer Botenstoffe, steigt die Körpertemperatur zwar nur sehr selten über 41 Grad Celsius. Wird diese Grenze jedoch überschritten, drohen die Zellproteine zu denaturieren und der Organismus reagiert mit der sogenannten Hitzeschock-Antwort, um sich zu schützen. Für die betroffenen Patienten besteht bei einem weiteren Temperaturanstieg das Risiko eines potenziell tödlichen Kreislaufversagens.

Die unterstützende Funktion des Fiebers bei der Bekämpfung von Krankheitserregern basiert zum Teil ebenfalls auf dem Mechanismus der Hitzeschock-Antwort, allerdings vor allem in Richtung der Erreger. So reagieren zum Beispiel Bakterien mit einer Hitzeschock-Antwort auf den Temperaturanstieg, was dem Immunsystem wiederum die Bekämpfung der Eindringlinge erleichtert. Die ablaufenden Prozesse sind dabei äußerst komplex und bis heute nicht abschließend geklärt. Fest steht jedoch, dass Fieber die Heilung begünstigt und fiebersenkende Maßnahmen daher schlimmstenfalls sogar eine kontraproduktive Wirkung entfalten können.

Ursachen

Als besonders verbreitete Ursachen des Fiebers sind virale und bakterielle Infektionen zu nennen. Hier reichen die möglichen Auslöser von Grippeviren über Bakterien, wie Streptokokken und Pneumokokken, bis hin zu exotischen Krankheitserregern, wie dem Dengue-Virus oder den einzelligen Parasiten aus der Gattung Plasmodium, welche Malaria verursachen. Zudem führen andersartige Entzündungsreaktionen im Organismus, wie beispielsweise eine Gefäßentzündung (Vaskulitis, mitunter ebenfalls zu Fieber. Des weiteren können auch bestimmte Tumore (zum Beispiel Morbus Hodgkin) eine Erhöhung der Körpertemperatur auslösen. Traumaverletzungen, wie Beispielsweise nach einem Unfall, sind gelegentlich ebenfalls mit Fieber verbunden.

Verbreitete Infektionskrankheiten, die Fieber verursachen können
Zu den in Deutschland besonders häufigen Infektionskrankheiten, die Fieber auslösen können, zählen zum Beispiel die typischen Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln und Windpocken. Pseudokrupp, der eine meist viral bedingte Entzündung der oberen Atemwege beschreibt, die mit Husten, Heiserkeit und Atemnot einhergeht, ist bei Säuglingen und Kleinkindern ebenfalls als mögliche Ursache des Fieber zu bedenken. Husten in Verbindung mit anhaltendem Fieber, sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen Anlass zu einem Arztbesuch sein, da eine Lungenentzündung hinter dem Beschwerdebild stecken kann

Bei Erwachsenen verbreitete Infektionskrankheiten, die Fieber verursachen, sind hierzulande Mandelentzündungen, Pfeiffersches Drüsenfieber und die klassischen Magen-Darm-Infektionen, ausgelöst durch Viren (beispielsweise Rotaviren oder Noroviren), Bakterien (zum Beispiel Salmonellen, Escherichia coli oder Campylobacter) und in seltenen Fällen durch sogenannte Protozoen (Einzelle wie beispielsweise Amöben). Eine Nierenbeckenentzündung ist ebenfalls als häufigere Ursache der erhöhten Körpertemperatur zu nennen. Schwerwiegendere Grunderkrankung, die Fieber mit sich bringen, jedoch glücklicherweise seltener auftreten, sind die potenziell lebensgefährlichen Hirnhautentzündungen und Herzmuskelentzündungen.

Rheumatisches Fieber
Eine besondere Form des bakteriell bedingten Fiebers ist das sogenannte rheumatische Fieber, verursacht durch eine Streptokokken-Infektion beziehungsweise die Folge einer solchen Infektion. Streptokokken führen an sich zu Infektionskrankheiten wie Scharlach, Mandelentzündungen oder einer Mittelohrentzündung. Im Nachgang zu der eigentlichen Infektion können die gebildeten Antikörper sich gegen den eigenen Körper wenden und Schäden im Bindegewebe, den Organen, den Gelenken, dem Nervensystem oder dem Gehirn bedingen. Das rheumatische Fieber ist ein Teil dieses Prozesses. Wochen nach der eigentlichen Infektion leiden die Betroffenen unter hohem Fieber sowie geschwollenen, überwärmten und schmerzenden Gelenken. Ähnliche Beschwerden wie das rheumatische Fieber ruft mitunter ein Gichtanfall hervor, wobei Gicht auf einer Fehlfunktion des Stoffwechsels beruht, die zur Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken führt. Das Fieber ist bei einem akuten Gichtanfall Folge der ablaufenden Entzündungsprozesse.

Fieber durch Vergiftungen
Auch Vergiftungen, zum Beispiel durch Pilztoxine, können von Fieber begleitet werden. Den Vergiftungen ist im Prinzip auch das sogenannte Polymerfieber zuzuordnen, welches durch die toxischen Zersetzungsprodukte von Teflon hervorgerufen wird. Eine zu starke Erhitzung des Teflons führt zu einem Abbau in giftige Fluor-Verbindungen, welche beim Einatmen grippeähnliche Beschwerden auslösen. Des weiteren können auch Arzneimittel beziehungsweise deren Nebenwirkungen Fieber auslösen. Hier treten die Beschwerden meist rund eine Woche nach Einnahme der Medikamente auf. Bekannt ist das Arzneimittelfieber zum Beispiel bei zahlreichen Antibiotika, Antimykotika (Arzneien gegen Pilzinfektionen) und Chemotherapeutika. Theoretisch kann eine entsprechende Reaktion des Organismus jedoch bei fast allen Arzneimitteln auftreten.

Autoimmun- und Erbkrankheiten
Fieber ist in eher seltenen Fällen auch im Rahmen von Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise den Kollagenosen, die das Bindegewebe und die Blutgefäße befallen, zu beobachten. Auch kann das Fieber auf eine Erbkrankheit zurückgehen. Zu diesen sogenannten vererbbaren Fiebersyndromen zählen das familiäre Mittelmeerfieber (FMF), das Hyper-IgD-Syndrom (HIDS) und das sogenannte Tumornekrosefaktor-Rezeptor-1-assoziierte periodische Syndrom (TRAPS). Als gemeinsames Merkmal weisen die Fiebersyndrome wiederkehrenden Fieberphasen auf, welche mit Entzündungszeichen im Blut verbunden sind.

Diagnose

Angesichts der Vielzahl an Ursachen, die Fieber auslösen können, gestaltet sich die Diagnose unter Umständen äußerst schwierig, insbesondere wenn weitere Begleitsymptome als Anhaltspunkte zur Diagnosestellung fehlen. So werden nach einer gründlichen Anamnese verschiedene Untersuchungen durchgeführt, um die Ursache des Fieber einzugrenzen.

Zunächst erfolgt in der Regel eine Messung der Körpertemperatur mit Hilfe eines Fieberthermometers, wobei verschiedene Körperstellen für eine Temperaturmessung besonders gut geeignet sind. So lässt sich die Körpertemperatur zum Beispiel unter der Zunge (sublingual ), im After (rektal), im Ohr (aurikular) oder in der Achselhöhle (axillar) ablesen. Die präzisesten Ergebnisse in Bezug auf die tatsächliche Körperkerntemperatur liefert dabei die rektale Messung, allerdings ist sie im Vergleich zu der aurikularen Messung auch relativ umständlich. Denn im Ohr lässt sich mittel eines Ohrthermometers die Temperatur binnen weniger als zehn Sekunden ablesen, während die rektale Messung in der Regel deutlich länger dauert und von vielen Patienten als unangenehm empfunden wird.

Die Abweichungen zwischen Messungen an unterschiedlichen Körperstellen können bis zu einem halben Grad Celsius ausmachen. Wird bei der rektalen Messung eine Temperatur über 38 Grad Celsius festgestellt, gilt dies als Fieber. Eine Temperatur über 41,1 Grad Celsius (rektal gemessen) fällt unter die medizinische Bezeichnung Hyperpyrexie. Da die Körpertemperatur natürlicherweise im Tagesverlauf variiert, sollten idealerweise mehrere Messungen in zeitlichem Abstand durchgeführt werden. Dabei ist zu bedenken, dass die Körpertemperatur nachts deutlich niedriger liegt als tagsüber, dass körperliche Belastung zu einem Temperaturanstieg um bis zu zwei Grad Celsius führen kann und dass die Körpertemperatur am Nachmittag ihren Höchststand erreicht. Zudem zeigen sich bei Frauen Schwankungen der Körpertemperatur um circa ein halbes Grad Celsius in Abhängigkeit von ihrem Menstruationszyklus.

Ist die Temperaturerhöhung eindeutig festgestellt, folgen weitere Untersuchungen, um den Anlass des Fiebers zu ermitteln. Diese reichen von einer körperlichen Untersuchung mit Abhören und Abtasten möglicherweise erkrankter Organe über die Entnahme von Blutproben bis hin zu Untersuchungen mittels bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie. Insbesondere die Blutuntersuchungen spielen bei der Bestimmung der Auslöser des Fiebers häufig eine besondere Rolle. So lassen sich die Erreger unter Umständen direkt im Rahmen einer mikroskopischen Analyse des Blutes feststellen, können aus dem Blut nachgezüchtet werden, hinterlassen Spuren ihres Erbmaterials im Blut oder sind anhand der jeweiligen Antikörper nachweisbar. Laboruntersuchungen des Urins können ebenfalls wichtige Informationen zu den Ursachen des Fiebers liefern. Als weitere Diagnoseverfahren sind gegebenenfalls endoskopische Untersuchungen (zum Beispiel Magenspiegelungen, Darmspiegelungen) vorgesehen. Im Zweifelsfall kommt zudem die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) in Betracht.

Anhand der Dauer des Fiebers ergeben sich unter Umständen weitere Hinweise auf die Ursache der erhöhten Körpertemperatur. Zwar lässt sich nach einem oder zwei Fiebertagen in der Regel noch keine Aussage zu den möglichen Auslösern treffen, doch je länger das Fieber anhält, desto zuverlässigere Rückschlüsse ermöglicht die Auswertung der sogenannten Fieberkurve. Zudem kommen nach einigen Tagen meist typische Begleitsymptome hinzu, die bereits ohne eine umfassendere Untersuchung recht präzise Diagnosestellungen ermöglichen. So sind begleitende Halsschmerzen ein typischer Hinweis auf eine Mandelentzündung, Hautausschlag ab dem vierten Fiebertag kennzeichnet eine Erkrankung an Masern und ein steifer Nacken beziehungsweise steifer Hals in Verbindung mit Fieber ist als Warnsignal für eine Hirnhautentzündung zu bewerten. Leiden die Fieber-Patienten an Brustschmerzen beziehungsweise Herzschmerzen kann dies Folge einer Entzündung des Herzens sein. Letztendlich liefern die Dauer des Fiebers und die Begleitsymptome entscheidende Hinweise zur Diagnosestellung.

Therapie

Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Organismus, die selbst eigentlich keiner Behandlung bedarf. Vielmehr sollte die Ursache der erhöhten Körpertemperatur ermittelt und therapiert werden. Bis heute ist es jedoch in der medizinischen Praxis durchaus üblich, ab dem Überschreiten einer kritischen Körperkerntemperatur (bei Erwachsenen rund 40 Grad Celsius) fiebersenkende Maßnahmen einzusetzen, obwohl bekannt ist, dass die Senkung des Fiebers unter Umständen den Heilungsverlauf bremst beziehungsweise die Erkrankung verlängert. Erreicht die Körperkerntemperatur Werte über 41 Grad Celsius sind die drohenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen aufgrund des Fiebers jedoch möglicherweise schwerwiegender als eine Verlängerung des Krankheitsverlaufs. Hier kann demnach neben der Behandlung der Grunderkrankung auch die unmittelbare Behandlung des Fiebers sinnvoll sein.

Krankes Kind mit Wadenwickel
Wadenwickel sind ein äußerst wirksames Hausmittel gegen Fieber. (Bild: photophonie/fotolia.com)

Zur Behandlung beziehungsweise Senkung von Fieber sind zahlreiche Arzneien, sogenannte Antipyretika wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol, verfügbar. Vor allem bei Kindern werden häufiger sogenannte Fieberzäpfchen verabreicht. Als Wirkstoff aus der Naturheilkunde kommt auch Weidenrinde gegen Fieber zum Einsatz. Das enthaltene Salicin entfaltet dabei im Organismus eine fiebersenkende Wirkung. Neben den medikamentösen Ansätzen zur Fiebersenkung empfehlen sich verschiedene begleitende Maßnahmen, wie beispielsweise Wadenwickel, die der Wärmeableitung dienen. Bei extrem hoher Körpertemperatur kann die Kühlung mittels Eisbeuteln auch zur Notfallversorgung dienen. Durch Auflage im Leistenbereich wird die Körperkerntemperatur schnell gesenkt. Begleitend sollten Fieber-Patienten generell auf die Flüssigkeitsaufnahme achten, da ihr Flüssigkeitsbedarf deutlich erhöht ist.

Die Auswahl der geeigneten fiebersenkenden Behandlung ist auch in Abhängigkeit von den Ursachen der Erkrankung zu sehen, wobei zum Beispiel gegen eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) mit anderen Mitteln agiert wird, als gegen weniger gefährliche Infektionen. Auch ist gründlich zu prüfen, ob die fiebersenkende Therapie überhaupt erforderlich wird. Beispielweise macht die medikamentöse Fiebersenkung bei einem eher harmlosen Schnupfen beziehungsweise einer Erkältung meist keinen Sinn. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass das Fieber anschließend nicht mehr als Diagnosefaktor zur Verfügung steht.

Den Fieber-Patienten wird allgemeine empfohlen, sich keinen besonderen körperlichen Belastungen auszusetzen. Bettruhe ist jedoch nur bei bestimmten Krankheitsbildern erforderlich. Geht das Fieber zurück, wird vom Organismus vermehrt Wärme über die Haut abgegeben, um den nun wieder geringeren Sollwert der Körperkerntemperatur zu erreichen. Die oberflächlichen Blutgefäße weiten sich, die Haut erscheint gerötet und die Betroffenen beginnen verstärkt zu schwitzen.

Naturheilkunde

Wie bereits in den vorherigen Abschnitten dargestellt, ist Fieber Bestandteil der Immunantwort auf unterschiedliche Bedrohungen. Die Abwehrstrategie hat sich in der Evolution über Jahrtausende durchgesetzt und ist auch bei den meisten Tieren zu beobachten. Ihr Sinn steht daher außer Frage und eine Behandlung des Fiebers ist unter naturheilkundlichen Aspekten in der Regel nicht geboten. Auch hier gilt allerdings die bereits oben erwähnte Einschränkung, dass bei drohenden schwerwiegenden Folgen der erhöhten Körpertemperatur, die Fiebersenkung durchaus Sinn machen kann. Fühlen sich die Patienten durch das Fieber extrem unwohl und geschwächt, ist unter Abwägung einer möglichen Verzögerung des Krankheitsverlaufs ebenfalls unter Umständen eine therapeutische Fiebersenkung in Betracht zu ziehen.

Die Naturheilkunde nutzt – über die bereits erwähnten Hausmittel gegen Fieber (Wadenwickel, Eiswasserbeutel) hinaus – auch homöopathische Mittel (zum Beispiel Aconitum, Belladonna, Ferrum phosphoricum, Gelsemium) und Schüssler Salze (Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 5 Kalium phosphoricum), um die Körpertemperatur zu senken. Des weiteren bieten sich unterschiedliche Heilpflanzen beziehungsweise pflanzenheilkundliche Wirkstoffe zur Fiebersenkung und Behandlung der Fieberursachen an. Beispielhaft seien hier Kamillenblüten, die Blätter des Huflattich, Extrakte der Holunderblüte und Spitzwegerichkraut erwähnt. Mitunter wird gegen das Fieber in der naturheilkundlichen Therapie auch die Orthomolekulare Medizin (OM) eingesetzt, bei der hochdosierte Vitamine eine Linderung der Beschwerden bewirken sollen. Grundsätzlich wird jedoch in der Naturheilkunde – wie auch in der Schulmedizin – weniger gegen das Fieber, als vielmehr gegen dessen Ursachen angegangen. (fp)

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