Verwirrtheit – Ursachen und Behandlung

Redaktion Heilpraxis.de
Wenn man im Volksmund davon spricht, etwas sei verworren, meint man damit, dass eine Sache ihre natürliche Ordnung eingebüßt hat und stattdessen in einen Zustand der Unordnung übergegangen ist. Beim Menschen betrifft eine derartige Verwirrtheit den Geisteszustand.


Gedanken, Erinnerungen, ja, sogar Gefühle und Handlungen sind bei der Verwirrtheit aus ihrer ordnungsgemäßen Routine geraten, was Betroffenen bisweilen sehr stark zusetzt. Der Alltag kann zu einer anstrengenden Herausforderung werden, wenn die mentalen Fähigkeiten „nicht mehr an ihrem angestammten Platz“ sind. Darüber hinaus beeinträchtigt Verwirrtheit auch die Wahrnehmung und das Sozialleben des Patienten. Doch wie kann man einen verwirrten Geist wieder in einen ordnungsgemäßen Ablauf überführen?

Verwirrtheit hat physische oder psychische Ursachen. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Definition

Als Verwirrtheit oder Verworrenheit definiert die Medizin eine Bewusstseinsstörung, bei der es zu Inkohärenzen (fehlenden Zusammenhängen) im Bereich der kognitiven Fähigkeiten kommt. Betroffen sind hiervon maßgeblich:

  • das Gedächtnis bzw. die Gedankenwelten,
  • das Erinnerungsvermögen,
  • die Konzentration,
  • die Orientierung,
  • die Wahrnehmung,
  • das Sprachvermögen
  • und/oder die Koordinationsfähigkeit einer Person.

Betroffene haben also Probleme, ihre Gedanken zu ordnen, sich an bestimmte Dinge zu erinnern, sich im Alltag zu konzentrieren oder zu orientieren, Wahrgenommenes korrekt zu interpretieren und geordnete Kommunikations- und Handlungsstränge zu vollziehen. Dabei kann die Verwirrtheit entweder akut auftreten oder schleichend zunehmen und sich so zu einem chronischen Problem entwickeln.

Gelegentlich wird Verwirrtheit auch mit dem amentiellen Syndrom (Amentia) gleichgesetzt. Dabei handelt es sich um einen halluzinatorischen Zustand der Verwirrtheit, der mit Desorientiertheit, einer verzerrten bis illusionären Wahrnehmung der Wirklichkeit sowie zusammenhanglosen Denkprozessen einhergeht. Darüber hinaus wird auch das sogenannte Delirium, ein Geisteszustand, für den neben Bewusstseins-, Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen auch Schlafstörungen und psychomotorische Störungen charakteristisch sind, häufig mit Verwirrtheit assoziiert.

Die variierenden Auslegungen der Verwirrtheit zeigen bereits auf, dass das Beschwerdebild zusätzlich zu den Leitsymptomen im Bereich der kognitiven Fähigkeiten noch weitere Begleitsymptome hervorrufen kann. Auch emotionale Verwirrtheit, etwa in Form von innerer Unruhe, phobischer Ängste oder Problemen im Umgang mit der eigenen Gefühlswelt sind diesbezüglich keine Seltenheit. Die Ursachen für Verwirrtheitszustände sind dabei relativ vielseitig, lassen sich grob aber in physische und psychische Ursachen unterteilen.

Verwirrtheit kann zum Beispiel in Form von Desorientierung auftreten. (Bild: dispicture/fotolia.com)

Einige Ursachen sind als harmlos zu betrachten und oft mit nur wenigen einfachen Alltagsmaßnahmen zu beheben. Andere Ursachen dagegen, wie beispielsweise ein Schlaganfall als organische Ursache, können schwerwiegende und teilweise auch irreversible Schäden am Gehirn zur Folge haben, die Verwirrtheit zu einem chronischen Problem machen und nur bedingt behandelt werden können.

Kurzfristige Verwirrtheit ist meist harmlos

Faktoren, die kurzfristig zur Verwirrtheit führen, zählen in den aller meisten Fällen zu den psychischen Ursachen und sind in der Regel unbedenklich. Jedoch nehmen sie für einen begrenzten Zeitraum derart massiven Einfluss auf die Psyche, dass es Betroffenen schwerfällt, sich zu konzentrieren oder klar zu denken. Insbesondere emotionale Ausnahmezustände lassen sich in diesem Zusammenhang als mögliche Auslöser nennen. Hierzu zählen:

  • Angst (z.B. Prüfungsangst oder Angst vor sozialer Konfrontation),
  • Euphorie (z.B. Verliebtheit oder extreme Vorfreude auf ein besonderes Ereignis),
  • Trauer (z.B. durch Verlusterlebnisse, Liebeskummer oder Enttäuschung),
  • Gefühl des Unter-Druck-Stehens (z.B. durch Stress auf der Arbeit oder Termindruck).

Die aufgezeigten Beispiele für derartige Einflussfaktoren klingen auf den ersten Blick sehr banal, zeigen aber auf, dass die Funktionalität des Gehirns entscheidend von äußeren Einflüssen abhängt. Darüber hinaus können emotionale Ausnahmesituationen gelegentlich auch so einschneidend sein, dass sie sich zu einem chronischen psychischen Problem entwickeln und dann nicht mehr ganz so harmlos sind.

Psychische Probleme als Ursache

Emotionaler Stress ist nun nicht zwingend ein zeitlich absehbares Problem. So können traumatische Erlebnisse oder Depressionen beispielsweise zu einer Dauerbelastung für die Psyche werden und einen chronischen Verlauf von Symptomen wie Verwirrtheit oder Desorientiertheit hervorrufen. Hinzu kommen eine Reihe handfester psychischer Erkrankungen, die ebenfalls zu chronischer Verwirrtheit führen können. Zu nennen wären hier zum Beispiel Neurosen. Ein breit gefächertes Krankheitsfeld, das eine Vielzahl von Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen umfasst.

Ängste können zu Phobien werden und Verwirrtheit auslösen. (Bild: Rawpixel.com/fotolia.com)

Besonders bekannt dürften in diesem Zusammenhang Angststörungen (Phobien) sein, die unter gewissen Umständen durchaus Verwirrtheitszustände provozieren können. Dabei steigert sich die krankheitsbedingte Angst bisweilen so weit, dass neben dem angstauslösenden Objekt bzw. der angstauslösenden Situation kaum mehr etwas anderes in den Fokus der Wahrnehmung gerät. Ein Umstand, der die kognitive Leistung erheblich beeinträchtigen kann und damit buchstäblich Verwirrung im Geiste stiftet. Eine weitere Neuroseform mit hohem Verwirrtheitspotential sind Zwangsstörungen. Hier verdrängen zwanghafte Handlungs- oder auch Denkabläufe eine geordnete kognitive Funktionsweise.

Wichtig: Wenngleich auch schizophrene Störungen zu den Neurosen zählen, ist Schizophrenie als eigenständiges Krankheitsbild scharf von Verwirrtheit abzugrenzen. Hier verwendet man den Begriff der Zerfahrenheit für entsprechende Beschwerden.

Neben den Neurosen sind auch Psychosen dafür bekannt, Verwirrtheit zu befördern. Sie zeichnen sich grundsätzlich durch eine verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit aus und gehen zudem mit Symptomen wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Bewusstseinsstörungen einher, was das Risiko von Verwirrtheit dramatisch erhöht. Aber auch degenerative Prozesse im Gehirn, etwa durch Demenz, die für Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer üblich sind, können über Psychosen zur Verwirrtheit führen.

Deutlich unterschätzt werden bisweilen Psychosen, bei denen Verwirrtheitszustände durch psychotrope Substanzen ausgelöst werden. Mediziner sprechen hier von der sogenannten substanzinduzierten Psychose. Entsprechende Substanzbeispiele finden sich vor allem im Bereich der Psychopharmaka, Rausch- und Genussmittel, beispielsweise in Form folgender Stoffe:

  • Alkohol,
  • Amphetamine,
  • Benzodiazepine,
  • Coffein,
  • Cannabis,
  • Kokain,
  • LSD.
Übersteigerter Alkoholkonsum kann Verwirrtheit erzeugen. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Unfallverletzungen

Zu den Ursachen, die das Gehirn direkt betreffen, zählen auch gehirninterne Erkrankungen, Läsionen und Verletzungen. Mit Blick auf Unfallszenarien können diesbezüglich schon bloße Stürze oder Stöße am Kopf zu einer meist nur wenige Minuten anhaltenden Verwirrung führen. Medizinisch sind Vorgänge dieser Art vor allem für die Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) sowie das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) typisch. Hierbei verursacht ein Stoß oder Sturz einen Aufprall des Gehirns gegen die harte Schädeldecke, wodurch es kurzzeitig eingedrückt wird.

Auf diesem Wege können auch die Nervenzellen im Gehirn kurzzeitig erschüttert werden, da sie – bildlich gesprochen -geprellt werden. Eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit und Gedächtnislücken, aber auch Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit sind die Folge. Im schlimmsten Fall entstehen durch den Aufprall auch schwere Verletzungen, die dann durch größere Schäden am Gehirn zu langanhaltender Verwirrtheit führen. Typische Szenarien, die zur unfallbedingten Verwirrtheit führen können, sind:

  • Alltagsunfälle (z.B. durch Treppenstürz oder Ausrutschen),
  • Arbeitsunfälle (z.B. durch herabfallende Lasten),
  • Verkehrsunfälle (z.B. Autounfälle oder Fahrradstürze),
  • Sportunfälle (z.B. Zusammenprallen mit Kontrahenten beim Mannschaftssport).

Sofern sich die Symptome nach einem Unfall innerhalb von 24 Stunden zurückbilden und nicht verstärken, besteht meist kein Grund zur Sorge und es kann von einer leichten Läsion ohne größere Schäden für das Gehirn ausgegangen werden. Sind die Symptome dagegen langanhaltend oder werden im späteren Verlauf sogar noch schlimmer, muss von einer schwereren Schädigung des Hirngewebes ausgegangen werden.

Eine neurologische Untersuchung, ebenso wie eine vorübergehende medizinische Überwachung des Betroffenen, ist hier zwingend erforderlich. Definitive Alarmzeichen, die für eine ärztliche, beziehungsweise stationäre Behandlung sprechen, sind dabei neben anhaltender Verwirrtheit vor allem Schwindel, Übelkeit und Sprachprobleme.

Organische Erkrankungen des Gehirns

Nun kann das Gehirn außer durch psychische Störungen und Unfallverletzungen aber noch auf andere Weise Schaden nehmen und infolgedessen mit Verwirrtheit reagieren. Die Rede ist von schwerwiegenden Erkrankungen des Gehirns, welche gelegentlich sogar psychische Beeinträchtigungen wie die bereits genannten Psychosen nach sich ziehen.

Sehr häufig beruhen Gehirnerkrankungen dabei auf einer gestörten Durchblutung der Hirnareale. Doch auch eine gestörte Nervenfunktion ist als Auslöser denkbar. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die möglichen Krankheiten und den zugrundeliegenden pathologischen Mechanismus: Erkrankungen des Gehirns beeinflussen auf direktem Wege die Intaktheit des geistigen Zustands und des Bewusstseins.

Krankheit Pathologischer Mechanismus
Schlaganfall Minderdurchblutung der Hirnareale durch Gefäßverschluss
Hirnblutung Minderversorgung der Hirnareale
Epilepsie Schädigung durch Sauerstoffmangel und elektrische Aktivität
Hirnhautentzündung Schädigung durch Mikroorganismen
Arteriosklerose Schädigung durch Durchblutungsstörungen
Depressionen Schädigung durch Veränderungen der Neurotransmitter
Hirntumor Schädigung durch Wachstum entarteter Zellen

 

Sonderfall Gehirninfektion: Infektionen bedeuten für das Gehirn grundsätzlich einen Ausnahmezustand, da es die Vorgänge des Immunsystems zur Infektabwehr koordinieren muss. Noch schlimmer sind Infektionskrankheiten, wenn sie das Gehirn direkt betreffen. Hier wäre zum Beispiel Infektionskrankheiten wie die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) zu nennen. Sie beschreibt eine Infektion des zentralen Nervensystems durch das Humane Polyomavirus JC.

Auch andere Infektionskeime können in das Gehirn aufsteigen und dort zum Beispiel eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen. Dies ist insbesondere bei Infektionen der oberen Atemwege wie einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) der Fall. Die Infektionserreger können sich hier ohne geeignete Gegenbehandlung sehr leicht über die Stirnhöhlen ins Gehirn absetzen. Je stärker die Gehirnstruktur dann von der Infektion betroffen ist, desto wahrscheinlicher sind auch kognitive Störungen wie Verwirrtheit, Benommenheit oder sogar ein Komplettverlust des Bewusstseins mit Schwarzwerden vor Augen und schlimmstenfalls komatösen Ausmaßen.

Eine Gehirnentzündung kann Verwirrtheit auslösen. (Bild: Kateryna_Kon/fotolia.com)

Diese sind bei Gehirninfektionen besonders gefährlich, da sie eine Schädigung des Gehirns durch die Infektionserreger anzeigen. Sehr häufig enden gehirninterne Infektionserkrankungen in diesem Stadium tödlich oder sorgen zumindest dafür, dass ein Patient nicht mehr aus dem Koma erwacht und wenn, dann nur mit Langzeitschäden am Gehirn. Verwirrtheitszustände, die unmittelbar nach einer Nasennebenhöhlen oder Stirnhöhlenentzündung auftreten, sind darum auf alle Fälle ärztlich abzuklären.

Eher unbekannt und doch eine reale Gefahr für das Gehirn sind im Falle von Infektionen auch Parasiten. Gerade Bandwurminfektionen sorgen diesbezüglich immer wieder für schaurige Meldungen. Die Eier einiger Bandwürmer – wie beispielsweise des Zwergbandwurm (Hymenolepis nana) – sind nämlich sehr klein und können über den Blutweg leicht ins Gehirn gelangen. Auch die Larven von Bandwürmen, die sogenannten Finnen lagern sich im ungünstigsten Fall im Gehirn ab, sofern sie über den Blutkreislauf dorthin gelangen.

Beispielsweise sind mehrere Fälle bekannt, in denen die Larven des Bandwurms Spirometra erinacei-europaei jahrelang in menschlichen Gehirnen  siedelten. Je größer die Parasiten dabei werden, desto mehr zapfen sie die Nährstoffversorgung des Gehirns an und provozieren auf diesem Wege nicht nur Kopfschmerzen und Schwindel, sondern auch handfeste Funktionsstörungen wie Desorientierung und Verwirrtheit.

Erkrankungen anderer Organe

Auch andere Organe können über den Blutweg Schädigungen am Gehirn verursachen und letztlich zu Verwirrtheit führen. Hierbei handelt es sich in erster Linie um die Organe, die maßgeblich am Stoffwechsel beteiligt. Im Einzelnen handelt es sich um

  • das Herz,
  • die Leber,
  • die Lunge
  • und die Nieren.

Eine Schädigung oder Erkrankung der Lunge hat zum Beispiel über kurz oder lang unweigerlich Auswirkungen auf den Gasaustausch des Blutes. Es wird zu wenig Sauerstoff aufgenommen oder zu wenig Kohlendioxid abgegeben. Beides hat eine Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff zur Folge und kann sich unter anderem in Verwirrtheit und Bewusstseinseintrübungen äußern.

Lungenerkrankungen können Hirnschäden und Verwirrtheit auslösen. (Bild: RFBSIP/fotolia.com)

Verwirrtheit durch Erkrankungen der Lunge

Zu den möglichen Krankheitsbildern gehören hier insbesondere Atemwegserkrankungen wie Lungenfibrose, die auch als COPD oder Raucherlunge bekannte chronisch-obstruktive Bronchitis, der Hämatothorax sowie der Pneumothorax. In allen genannten Fällen ist die Sauerstoffaufnahme der Lunge massiv beeinträchtigt, was neben Schwindel, Abgeschlagenheit und Atemnot auch zu Verwirrtheit durch Sauerstoffmangel des Gehirns führen kann.

Ebenso wirken sich Lungentumore nachteilig auf die gehirninterne Sauerstoffversorgung aus. Und auch umgebungsbezogene Sauerstoffdefizite, etwa durch schlecht gelüftete Räumlichkeiten oder Aufenthalte in sauerstoffarmer Umgebung (z.B. in extremer Höhenluft) können Verwirrtheitszustände befördern.

Herzerkrankungen als Auslöser

Eine ausgeprägte Herzschädigung, wie sie beispielsweise im Zuge einer Herzinsuffizienz, eines Herzinfarktes oder einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) entstehen kann, führt zu einer verminderten Pumpleistung des Herzens. Hierdurch kommt es chronisch oder auch akut zu einer Minderdurchblutung des Gehirns, die sich dann meist durch Symptome wie Benommenheit, Schwindel, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit äußert. Hinzu kommt, dass Herzerkrankungen auch die Lungenfunktion beeinträchtigen können, was das Risiko krankheitsbedingter Verwirrtheit gleich doppelt erhöht.

Beim Herzinfarkt ist darüber hinaus die Komplikation gegeben, dass es durch extremen Sauerstoffmangel zu Schäden am Gehirn kommt. Hier könnte Verwirrtheit nicht nur als Vorbote des eigentlichen Infarkts, sondern auch als Langzeitfolge von infarktbedingten Funktionseinbußen des Gehirns auftreten.

Weitere Herzkrankheiten, die theoretisch Verwirrtheit durch Funktionseinbußen des Herzens auslösen können, sind Herzfehler und Herzrhythmusstörungen.

Herzerkrankungen verursachen unter Umständen Verwirrtheit. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Nierenerkrankungen

Ist das Nierengewebe krankhaft geschädigt oder zerstört, wie zum Beispiel bei einer ausgeprägten Niereninsuffizienz, kann es seiner Aufgabe, das Blut von Stoffwechselendprodukten und Giften zu befreien, nicht mehr in gewohntem Maße nachkommen. In der Folge bleiben diese Stoffe in zu hoher Konzentration im Blut enthalten (Urämie) und gelangen über den Blutkreislauf in anderen Organen und auch zum Gehirn. Dort können diese Stoffe Krampfanfälle, Verwirrtheit und Bewusstseinsveränderungen bis hin zum Koma auslösen.

Eine Erkrankung, die hier ebenfalls eng mit der Niere in Verbindung steht, ist Gicht. Dabei kommt es zur vermehrten Einlagerung von Harnsäurekristallen ins Körpergewebe und in die Gelenke. Bei stark fortgeschrittenem Krankheitsverlauf ist im Falle von Gicht auch ein massives Abwandern der Harnsäurekristalle in die Blutgefäße und somit ins Gehirn möglich, was durchaus zu Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen in Form von Verwirrtheit führen kann.

Erkrankungen der Leber

Auch die Leber dient als Stoffwechselorgan und steht somit indirekt in Verbindung mit dem Gehirn. Da Leberintern Schadstoffe aus dem Blut gefiltert und Stoffwechselprodukte abgebaut werden, sind Schäden oder Funktionsstörungen an der Leber sogar in hohem Maße komplikationsträchtig, wenn es um die Gehirnfunktion geht. Ist das Organ geschädigt, zum Beispiel aufgrund einer Leberzirrhose oder auch einer bakteriell bedingten Entzündung wie der Hepatitis, lagern sich die Schadstoffe auch im Gehirn an und verursachen nach und nach Symptome wie

  • Schlafstörungen,
  • Konzentrationsschwächen,
  • Muskelzittern der Hände,
  • Verwirrtheit und
  • Bewusstseinseintrübungen.

Letztere können sogar bis hin zum Koma reichen, weshalb mentale Beschwerden im Rahmen einer Lebererkrankung äußerst ernst zu nehmen sind. Nicht zu unterschätzen ist darüber hinaus das Krankheitsbild der sogenannten Fettleber. Sie kann im weiteren Krankheitsverlauf zur Leberzirrhose führen und so ein Komplettversagen des Organs beeinträchtigt.

Zustande kommt die Fettleber für gewöhnlich durch eine ungesunde Ernährung, bei der zu viele fettige Speisen konsumiert werden. Die Leber ist hier mit der Fettverdauung irgendwann derart überfordert, dass sie unter der hohen Fettbelastung regelrecht zusammenbricht.

Lebererkrankungen können zu Verwirrtheit führen. (Bild: Klaus Eppele/fotolia.com)

Gefäßerkrankungen und Verwirrtheit

Apropos Ernährung: Auch Gefäßkrankheiten wie Arteriosklerose und Bluthochdruck sind oftmals einer ungesunden Ernährung geschuldet. Die beiden Beschwerdebilder zeigen Auswirkungen im Gehirn, die dessen Funktionsweise stark gefährden. Gerade Bluthochdruck birgt hier die Gefahr einer permanenten Erweiterung der Gehirngefäße, sogenanntes Aneurysma. Werden hierdurch wichtige Hirnareale abgedrückt, lassen sich Funktionsstörungen und damit verbundene Symptome wie Verwirrtheit nicht ausschließen.

Achtung: Gefäßerkrankungen, die das Gehirn betreffen, können zu Instabilitäten im Bereich der Gefäßwände führen. Eine daraus resultierende Gehirnblutung stellt eine lebensgefährliche Situation dar und ist ein medizinischer Notfall! Nehmen sie Symptome wie Verwirrtheit bei bestehenden Gefäßleiden also bitte ernst und gehen Sie lieber zu früh zum Arzt, als zu spät!

Drogen und Medikamente

Nicht selten ist Verwirrtheit auch einem Rauschmittelkonsum, meist in Form von Alkohol oder Drogen (z.B. Cannabis, Heroin, LSD oder Opiate), geschuldet oder tritt beim Entzug von eben diesen Giftstoffen auf. Der Effekt entsteht bei Konsum durch eine Anreicherung der Giftstoffe im Gehirn, was mitunter auch gehirninterne Schäden erzeugen kann.

Bei Entzugserscheinungen provoziert dagegen ein Mangel an zuvor dargereichten Suchtstoffen Störungen im Bereich der Gehirnleistung, da dieses zuvor auf die Versorgung mit entsprechenden Stoffen eingestellt und deshalb von ihnen abhängig war. Bleibt der Suchtstoff aus, reagiert das Gehirn regelrecht mit Panik, was letztendlich die Verwirrtheit hervorruft.

In diesem Zusammenhang seien auch medikamentöse Wirkstoffe als mögliche Suchtstoffe genannt. Überhaupt sind die möglichen Wege, auf denen Medikamente zu Verwirrtheit führen können, sehr breit gefächert. Beispielsweise können einige Medikamente Zustände der Verwirrung als Nebenwirkung mit sich bringen oder bei der zeitgleichen Einnahme mit weiteren Arzneimitteln zu medikamentösen Wechselwirkungen führen, die unter anderem auch eine kurzzeitige Verwirrtheit umfassen.

Drogen und Medikamente verursachen oft Verwirrtheit. (Bild: Patrick Daxenbichler/fotolia.com)

Bemerken Betroffene entsprechende Probleme in zeitlichem Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme, sollten sie diese Beobachtung unbedingt ihrem behandelnden Arzt mitteilen. Daneben gibt es ein Phänomen namens Durchgangssyndrom. Hierbei kommt es zu einem Zustand akuter Verwirrtheit teilweise auch mit aggressiven Tendenzen des Betroffenen gegen sich, Angehörige oder medizinisches Personal direkt oder kurz nach einem chirurgischen Eingriff. Den zugrundeliegenden Mechanismus konnten Wissenschaftler bisher noch nicht abschließend ergründen. Man vermutet jedoch ein multifaktorielles Geschehen aus Narkoseunverträglichkeit, Flüssigkeitsmangel, schon vor dem Eingriff bestandenen Infektionen und Reizüberflutung. Besonders häufig sind ältere Menschen von dem Syndrom betroffen. Es kann aber generell in jedem Alter auftreten.

Geht das Durchgangssyndrom zusätzlich noch mit Bewusstseinseintrübungen einher, ist dies eine Sonderform des Deliriums. Auch Alters-, Ernährungs- und Umweltfaktoren spielen hier eine Rolle. Viele ältere Menschen kennen den Effekt, dass eine zu geringe tägliche Flüssigkeitsaufnahme schnell zu einem Zustand leichter Verwirrung führen kann. Dieser ist gerade deshalb bei Patienten mit fortgeschrittenem Alter sehr häufig anzutreffen, weil bei ihnen altersbedingt das Durstgefühl stetig nachlässt.

Aus diesem Grund sollten bei Angehörigen oder Pflegepersonal nicht sofort alle Alarmglocken in Richtung Demenz läuten, wenn ihnen Senioren immer mal wieder verwirrt vorkommen. Stattdessen ist es wichtig, sicherzustellen, dass eine geregelte Flüssigkeitsaufnahme erfolgt. Auf der anderen Seite ist Verwirrtheit durch Flüssigkeitsmangel aber auch bei weitem kein Phänomen, das nur unter den älteren Menschen anzutreffen ist.  Auch höhere Flüssigkeitsverluste in jüngeren Jahren, beispielsweise bei Erkrankungen, die mit Durchfall und Erbrechen einhergehen, können Verwirrtheit hervorrufen, sofern der Mangelzustand nicht adäquat ausgeglichen wird.

Um bei Mangelzuständen zu bleiben, so ist des Weiteren ein Nährstoffmangel, etwa durch falsche Ernährung oder radikale Diäten, als mögliche Ursache für Verwirrtheit zu nennen. Denn das Gehirn benötigt wie alle anderen Körperorgane eine bestimmte Grundzufuhr an Nährstoffen zur Aufrechterhaltung seiner Funktionen. Vor allem ein Defizit an

  • Vitamin A,
  • Vitamin B,
  • Vitamin C,
  • Vitamin E,
  • Eiweiß,
  • Omega-Fettsäuren,
  • Calcium,
  • Jod,
  • Magnesium,
  • Natrium und
  • Zink

führt dabei nur allzu leicht zu Verwirrtheit als Symptom einer Mangelerscheinung. Die schlimmste Form eines Nährstoffmangels, dessen Begleitbeschwerde die Verwirrung sein kann, wird vom Marasmus gestellt – einem chronischen Proteinmangel, der vor allem in Entwicklungsländern mit bestehender Lebensmittelknappheit häufig vorkommt.

Vitaminreiche Ernährung beugt Verwirrtheit vor. (Bild: marilyn barbone)

Ein weiterer Alltags- bzw. Umweltaspekt, der mit Verwirrtheit in Verbindung steht, ist langanhaltender Stress, im schlimmsten Fall gepaart mit chronischem Schlafmangel. Eine anhaltende Überlastung der kognitiven Funktionen befördert hierbei deren Störungspotential. Meist äußerst sich dieses im Vergessen von Terminen, Absprachen oder sogar Wochentagen und Handlungsabläufen. Schlimm ist dies im Alltag nicht nur mit Blick auf die eigene Berufstätigkeit, sondern auch, wenn es um das Privatleben geht.

Denn sowohl soziale Kontakte im Freundeskreis als auch der Kontakt zu Familienangehörigen können von der Verwirrtheit einer Person in Mitleidenschaft gezogen werden. Für Betroffene ist dieser Zustand mit großem Leidensdruck verbunden, da sie das Gefühl haben, niemandens Anforderungen mehr gerecht werden zu können. Sie fühlen sich mit den sozialen, wie auch mit den alltäglichen Herausforderungen überstrapaziert und brechen im schlimmsten Fall irgendwann unter der Last ihrer Verwirrtheit zusammen.

Diagnose

In Anbetracht der vielfältigen möglichen Ursachen kann sich die Diagnose zur Erklärung von Verwirrtheit äußerst umfangreich und langwierig gestalten. Eine ausführliche Patientenbefragung betreffs Krankheitsgeschichte des Patienten, aber auch zum persönlichen Alltags- und Ernährungsverhalten bilden hier einen ersten wichtigen Ansatz. Danach erfolgt eine Untersuchung nach Maßstäben der Differenzialdiagnose.

Eine körperliche Untersuchung kann hierbei zum Beispiel einen auffälligen Körperzustand feststellen, wie er für Mangelernährung und zahlreiche Organerkrankungen typisch ist. Weitere Auskunft geben Blut-, Urin- und Stuhltests, die neben Nährstoffdefiziten auch Entzündungsmarker, Stoffwechselungereimtheiten und mögliche Infektionserreger zu Tage fördern können. Im weiteren Verlauf erfolgen – je nach Verdacht – bildgebende Untersuchungsmaßnahmen. Eine Großaufnahme des Gehirns etwa mittels CT, MRT oder Röntgen ist hierbei entscheidend, um den aktuellen Zustand des Gehirns beurteilen zu können.

Doch auch Organe wie Leber, Lunge oder Herz sollten während diesem Diagnoseschritt eingehend unter die Lupe genommen werden, sofern entsprechende Indizien auf eine mögliche Erkrankung in diesem Bereich hindeuten. Gegebenenfalls kommen auch endoskopische Verfahren zum Einsatz, um die Organe genauer betrachten zu können. Etwas schwierige gestaltet sich die Diagnose bei psychischen Ursachen. Sollten neurologische Erkrankungen wie Epilepsie involviert sein, als deren Nachwirkung sich Verwirrtheit nahezu standardmäßig äußert, müssen Diagnoseverfahren wie das EEG zum Einsatz kommen. Hier werden die Gehirnströme des Patienten unter bestimmten Atemrhythmen gemessen, um zu sehen, ob die besondere Atemherausforderung die Krampfschwelle beeinflusst.

Phobien, Zwangsverhalten und seelische Belastung bedürfen dagegen einer Gesprächsdiagnose seitens eines Psychotherapeuten. Hierfür stehen dem behandelnden Arzt häufig individuelle Fragenkataloge zur Verfügung.

Tipp: Ein weiteres Hilfsmittel zur Feststellung von Verwirrtheit sind Patiententagebücher. Hierin können die Betroffenen selbst Situationen festhalten, in denen sie Verwirrung verspürten oder aus Verwirrungsgefühlen heraus ihren Alltagsplänen nicht nachkommen konnten. Die Intensität und die Dauer der Zustände lassen sich dabei sehr gut aus den Tagebucheinträgen ablesen.

Therapie

Mögliche Therapieschritte zur Behandlung von Verwirrtheit können zahlreiche Maßnahmen umfassen. Von medikamentösen Schritten über Entspannungsmaßnahmen und Verhaltenstherapie bis hin zu Operationen ist hier vieles denkbar, wobei die jeweiligen Behandlungsoptionen stark abhängig von der zugrundeliegenden Ursache sind.

Medikamentöse Therapie

Infektionserkrankungen, Entzündungen und andere schwerwiegende Organerkrankungen machen bei Verwirrtheit die Einnahme von antibiotischen, entzündungshemmenden oder stoffwechselregulierenden Präparaten notwendig. Bei neurologischen Erkrankungen sind ferner Antiepileptika, bei psychischen Beschwerden Antidepressiva denkbar, wobei gerade letztere mit äußerster Vorsicht eingesetzt werden sollten, da ihr Suchtpotential sehr groß und die Liste an denkbaren Nebenwirkungen äußerst lang ist.

Welches Medikament hier tatsächlich zum Einsatz kommt, muss von Fall zu Fall individuell entschieden werden. Resultiert die Verwirrtheit aus Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, muss der behandelnde Arzt die Verordnung der Medikamente eingehend überprüfen und gegebenenfalls Medikamente absetzen oder gegen andere Präparate austauschen.

Bei Flüssigkeitsmangel als Ursache für eine vorübergehende Verwirrtheit, sind Infusionstherapien mit Elektrolytlösungen über die Vene das Mittel der Wahl. Hierdurch können chronische und akute Flüssigkeitsverluste schnell und einfach behoben werden. Wichtig ist aber auch, dass Betroffene nach Abschluss der Infusionstherapie auch selbst wieder dafür sorgen, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen. Verwirrtheitszustände, die ihre Ursache in psychiatrischen Grunderkrankungen haben, werden häufig mit Beruhigungsmitteln in ihrer Intensität abgemildert.

Bei Verwirrtheit kann abhängig von der Ursache z.B. auch Psychotherapie helfen. (Bild:Photographee.eu/fotolia.com)

Psychotherapie

Psychische Probleme, etwa in Form von Depressionen, Psychosen oder Neurosen, können nicht allein mit Hilfe von Medikamenten gelöst werden. In den allermeisten Fällen ist hier zusätzlich eine Verhaltens- oder Gesprächstherapie notwendig, um Seele und Geist von der psychischen Belastung zu befreien. Bei Phobien und Zwangsstörungen können zum Beispiel Verhaltensweisen erlernt werden, die einen besseren Umgang mit der Erkrankung ermöglichen. Auch Gedankentraining ist diesbezüglich von großer Bedeutung, da es nicht nur die Angst- und Zwangsspiralen durchbricht, sondern gleichzeitig auch einen verwirrten Geist wieder in geordnete Bahnen lenkt.

Entspannungstherapie

Egal ob Stress, seelische Belastung oder nervenzehrende Erkrankungen – Maßnahmen zur Entspannung können bei Verwirrtheit viel bewirken. Dem Geist wird hierdurch die Möglichkeit zum Durchatmen gegeben, was oftmals bereits wahre Wunder wirkt. Außerdem lässt sich ein stressreicher Alltag nur durch ausreichendes Einplanen von Ruhephasen entschärfen.

In Mitleidenschaft gezogene Organe, ebenso wie ein angeschlagenes Immunsystem (z.B. aufgrund einer Infektionskrankheit) profitieren ebenfalls von gezielt angewendeten Entspannungsmethoden. Diese können neben Kursangeboten wie Yoga, Reiki oder Meditation auch aus Pflege einer gesunden Schlafhygiene, Klangritualen vor dem Einschlafen oder regelmäßigen Auftenthalten in der Natur bestehen.

Ernährungstherapie

Geht es um Mangelzustände oder durch falsche Ernährung bedingte Herz-, Gefäß- und Leberkrankheiten, so hat eine Umstellung der Ernährung oberste Priorität. Eine geregelte Zufuhr wichtiger Minerale, Vitamine sowie protein- und omega-fettsäuren-haltiger Nahrung ist darum unabdingbar. Generell kann eine bewusste Ernährung auch bei anderen Ursachen für Verwirrtheit helfen und beispielsweise den Genesungsprozess bei vorliegender Erkrankung beschleunigen. Grob sollte eine solche Ernährung viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte enthalten. Auch Fisch und fettarme Milchprodukte sind zu empfehlen. Ergänzend muss stets auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Hausmittel

Einige der Ursachen für Verwirrtheit sind relativ einfach zu behandeln, vor allem dann, wenn sie in den Lebensumständen begründet sind. Eine Stressreduktion zum Beispiel in Form von Entspannungsübungen, ausreichend langen Schlaf- und Ruhephasen und einem Abbau von Stresshormonen durch Sport, ist eine denkbare Möglichkeit, die innere Anspannung bei Betroffenen zu lindern und zu einer Ordnung seines Geistes wie auch seiner Termine, Anforderungen und Verpflichtungen zurück zu kehren.

Verschiedene Entspannungsmethoden können helfen, die Gedanken zu ordnen. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Ist die Verwirrtheit durch Flüssigkeitsmangel zu begründen, ist zu Sicherstellung einer geregelten Flüssigkeitszufuhr gerade bei älteren Menschen und Kindern hilfreich, in jeden Raum des täglichen Lebens ein Glas Wasser oder besser noch ein Gefäß mit dem Lieblingsgetränk der Betroffenen zu deponieren. Dadurch fällt das Getränk schneller ins Auge und sie erinnern sich häufiger daran, mehr zu trinken.

Auch das Führen eines Trinkprotokolls kann zur Überprüfung der eigenen Trinkgewohnheiten nützlich sein. Die Eigenverantwortung erhöht bei sehr jungen wie sehr alten Menschen gleichermaßen die Motivation, denn beide Altersgruppen hören sehr oft die abgedroschene Phrase „Du musst mehr trinken“, was nicht immer den nötigen Anreiz schafft, dieser Anweisung auch tatsächlich nachzukommen. Ein Trinkprotokoll drückt darüber hinaus in fassbaren Zahlen aus, wie wenig oder viel tatsächlich getrunken wurde, und kann dadurch unter Umständen dank Faktenbelegen eine höhere Sensibilität für das Thema erzeugen.

Naturheilkundliche Behandlung

Der naturheilkundliche Ansatz darf die schulmedizinische Behandlung bei Verwirrtheit natürlich nicht ersetzen oder gar behindern. Aber die Naturheilkunde kann unter fachmännischer Betreuung den Betroffenen zu einer schnelleren Genesung und Rückbildung des Symptoms verhelfen. Gerade im Bereich der Alzheimer-Therapie ist die Naturheilkunde auf dem Vormarsch und hält einige erfolgsversprechende Präparate parat. Zum Einsatz kommen dabei gerne Zubereitungen, die in hohen Konzentrationen Auszüge aus dem Ginkgo-Baum (Ginkgo biloba) enthalten. Die Inhaltsstoffe des Baums regen die Durchblutung an und wirken so einer Minderdurchblutung und Minderversorgung entgegen.

Zur Behandlung von kurzzeitigen Verwirrtheitszuständen, zum Beispiel im Zuge eines Durchgangssyndroms oder eines Schlaganfalls, hat die Behandlung mit Arnica gute Erfolge gezeigt.

Operative Therapie

Einige Erkrankungen des Gehirns können und müssen operativ versorgt werden, um eine dauerhafte Schädigung des Hirngewebes zu vermeiden. Oft verursachen Blutungen, Entzündungen und Tumore eine Schwellung der Hirnmasse (Hirnödem), die letztlich durch die Konstruktion des harten Schädels eine Einklemmung des Gehirns und sogar den Tod der Betroffenen zur Folge haben kann.

Um das zu verhindern, werden in der Neurochirurgie häufig Entlastungslöcher in den Schädel gebohrt, Drainagen angelegt oder es wird auch die Schädeldecke zeitweise entfernt. Hierdurch wird eine Entlastung des Hirngewebes erreicht. Ein operativer Eingriff in das Gehirn (zzgl. Chempotherapie) ist außerdem bei parasitären Infektionen durch Bandwürmer notwendig. Und auch Gefäßerkrankungen des Gehirns bedürfen gelegentlich einer Operation.

In der Lungenheilkunde sind chirurgische Eingriffe ebenfalls nicht selten. Neben der Anlage von Drainagen, um eingedrungene Luft oder Blut ableiten zu können, werden je nach Grunderkrankung auch Lungenteile oder ganze Lungenflügel operativ entfernt.

Ähnlich sieht es bei zu stark beschädigten Organabschnitten im Bereich der Leber oder der Niere aus. Im Notfall muss hier eine vollständige Organtransplantation erfolgen.

Bei Herzerkrankungen wird hingegen so lange wie möglich versucht, durch operative Organkorrekturen oder den Einsatz von Herzprothesen (z.B. künstliche Herzklappe oder Herzschrittmacher) das Organ zu erhalten. Denn eine Teilresektion oder gar die Komplettentfernung des Herzens zu Gunsten eines Transplantates sind sehr riskant und erfordern zusätzlich einen passenden Spender, der schon bei Lungen-, Leber- und Nierentransplantaten nicht immer gefunden wird.

Erkrankungen, die Verwirrtheit verursachen können: Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen, Psychosen, Demenz, Parkinsson, Alzheimer, Gehirnerschütterung, Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Hirnblutung, Epilepsie, Hirnhautentzündung, Arteriosklerose, Depressionen, progressive multifokale Leukenzephalopathie, Nasennebenhöhlenentzündung, Stirnhöhlenentzündung, Bandwurminfektion, Lungenfibrose, Hämatothorax, Pneumothorax, Lungentumore, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzmuskelentzündung, Niereninsuffizienz, Gicht, Fettleber, Hepatitis, Leberzirrhose, Aneurysma, Durchgangssyndrom. (ma)