Nur fünf US-Dollar pro Person würden jährlich Millionen Menschenleben retten

Ein geringer Betrag pro Person könnte bewirken, dass in Zukunft Millionen von Kindern, Neugeborenen und Müttern vor dem Versterben geschützt werden. Das Geld könnte die Gesundheitsversorgung in ärmeren Ländern grundlegend verbessern. (Bild: dr322/fotolia.com)
Alexander Stindt
Geringe Investition könnte globale Gesundheitsversorgung stark verbessern
Wissenschaftler stellten fest, dass durch geringe Kosten bei der Gesundheitsversorgung das Leben von Millionen Müttern und Kindern gerettet werden könnte. Die benötigten Ausgaben hierfür belaufen sich lediglich auf fünf US-Dollar pro Person.

Mit einem geringen finanziellen Aufwand könnten wir die Gesundheitsvorsorge verbessern und somit das Leben von Millionen Kindern und deren Müttern retten, stellten Wissenschaftler von der John-Hopkins-Universität bei einer Untersuchung fest. Diese Kosten würden etwa fünf US-Dollar pro Person betragen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „The Lancet“.

Ein geringer Betrag pro Person könnte bewirken, dass in Zukunft Millionen von Kindern, Neugeborenen und Müttern vor dem frühzeitigen Tod geschützt werden. Das Geld könnte die Gesundheitsversorgung in ärmeren Ländern grundlegend verbessern. (Bild: dr322/fotolia.com)
Ein geringer Betrag pro Person könnte bewirken, dass in Zukunft Millionen von Kindern, Neugeborenen und Müttern vor dem frühzeitigen Tod geschützt werden. Das Geld könnte die Gesundheitsversorgung in ärmeren Ländern grundlegend verbessern. (Bild: dr322/fotolia.com)

Basisgesundheitsdienste müssen global dringend erweitert werden
Mit dem Geld wäre es möglich, die Basisgesundheitsdienste zu erweitern. So könnten die Geburtenkontrollen verbessert und ausreichend Nahrungsergänzungsmittel zu Verfügung gestellt werden. Außerdem wäre es möglich, schwere Krankheiten wie beispielsweise Lungenentzündungen und Malaria durch passende Medikamente zu behandeln, sagen die Forscher. Von diesen Schritten würden 74 Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen deutlich profitieren, erläutert Studienleiter Professor Robert Black von der John-Hopkins-Universität. In den Ländern kommt es zu etwa 95 Prozent aller Mutter- und Kind-Todesfälle pro Jahr, sagen die Autoren der Studie. Weltweit seien im Jahr 2015 fast sechs Millionen Kinder im Alter unter fünf Jahren gestorben. Zusätzlich starben noch mehr als 300.000 Frauen aus Ursachen, die bedingt durch die Schwangerschaft waren, sagt Prof. Black. Viele dieser Todesfälle könnten verhindert werden, wenn es erschwingliche Lösungen für die Bevölkerung gäbe, dort wo diese am dringendsten gebraucht werden. Der Zugang zu Medikamenten und medizinischer Hilfe müsse erweitert werden, um mehr Mütter und Kinder gesund und am Leben zu halten. Dies wäre möglich durch eine höchst kosteneffektive Investition, fügt Prof. Black hinzu.

Ärmsten Regionen der Welt benötigen bessere Dienstleistungen rund um die Familienplanung
Die Erweiterung des Basisgesundheitsdienste könnte laut Aussage der Forscher den Tod von 1,5 Millionen Neugeborenen, 1,5 Millionen Kindern und knapp 150.000 Müttern verhindern. Das würde in allen drei Gruppen die Todesfälle um die Hälfte reduzieren, sagen die Mediziner. Bessere Dienstleistungen rund um die Familienplanung müssten in mehr Ländern angeboten und ausgebaut werden, so die Experten weiter. Dies könnte fast 28 Millionen ungewollte Schwangerschaften und außerdem noch weitere 1,5 Millionen Todesfälle pro Jahr verhindern, erläutern die Forscher. Zusätzlich würden noch etwa 564.000 Totgeburten pro Jahr verhindert werden, schätzen die Forscher. Die Verbesserung der Basisgesundheitsdienste in ärmeren Regionen unserer Welt würde jede Person etwa 4,70 US-Dollar kosten, so das Fazit der Wissenschaftler.

Investition von weniger als fünf US-Dollar pro Person könnte Welt verändern
Für eine Investition von knapp 5 US-Dollar pro Person wäre es möglich, die grundlegende Gesundheitsversorgung so zu verbessern, dass sie die Menschen dort erreicht, wo die Not am größten ist. Viele der Dienste könnten durch primäre Gesundheitszentren durchgeführt werden, was die Kosten für eine Erweiterung der Gesundheitsvorsorge weiter reduzieren würde. (as)

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