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Depressionen: Kopfkühlung als neuer Ansatz zur Therapie

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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17. Juni 2026
in News
Ein Teddy sitzt neben einem traurigen Mädchen.
Bei der Behandlung von Depressionen könnten Kopfkühlungen einen hilfreichen Beitrag leisten. (Bild: Elena Medoks/stock.adobe.com)
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Das Tragen eine Kühlkappe kann offenbar Veränderungen der Gehirnaktivität bewirken und zu einer Linderung depressiver Symptome beitragen. Damit erscheint die Kopfkühlung als vielversprechender neuer Ansatz zur begleitenden Behandlung von Depressionen.

Forschende der Penn State University haben in einer Pilotstudie die Auswirkungen der Kopfkühlung auf die Gehirnaktivität und das mentale Wohlbefinden untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Acta Psycholigica“ veröffentlicht.

Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte

  • Die Kühlung des Kopfs bietet einen vielversprechenden neuen Ansatz zur begleitenden Therapie von Depressionen.
  • In einer Pilotstudie hatte das Tragen einer speziellen Kühlkappe äußerst positive Effekte.
  • Neben Veränderungen der Gehirnaktivität war eine signifikante Linderung depressiver Symptome nachweisbar.
  • Die Veränderungen im Gehirn waren vor allem durch einen Anstieg der sogenannten Alpha-Wellen gekennzeichnet.
  • Alpha-Wellen werden mit einem Zustand der Entspannung und Beruhigung in Zusammenhang gebracht.

Kopfkühlung zur Therapie?

Frühere Untersuchungen des Studienautors Professor Semyon Slobounov hatten bereits gezeigt, dass eine Kühlung des Kopfes nach einem Schädel-Hirn-Trauma zur vorübergehenden Linderung von Symptomen, zur Steigerung der zerebralen Durchblutung und zur Verringerung motorischer Defizite beitragen kann.

Ob auch die mentale Gesundheit von der Kopfkühlung profitieren kann, blieb bisher allerdings unklar. An 24 Studierenden im Alter von 18 bis 26 Jahren überprüften die Forschenden daher nun, wie sich die Kopfkühlung auf die Gehirnaktivität, die kognitiven Fähigkeiten und das psychische Wohlbefinden auswirkt.

Welche Wirkung hat die Kopfkühlung?

Zu Beginn der Studie füllten alle Teilnehmenden hierfür Fragebögen zu ihrer psychischen Gesundheit und ihren kognitiven Fähigkeiten aus und unterzogen sich einem Elektroenzephalogramm (EEG) zur Messung der Hirnaktivität.

Anschließend verbrachten die Teilnehmer 30 Minuten in einem schwach beleuchteten Raum und hörten Meeresrauschen, wobei die Hälfte der Teilnehmenden eine eng anliegende Kühlkappe trug, die eine Temperatur von 0,5 Grad Celsius aufrechterhielt, erläutert das Forschungsteam. Die andere Hälfte habe keine Kopfbedeckung getragen.

Unmittelbar nach den 30 Minuten wiederholten die Teilnehmenden die Fragebögen und die EEG-Untersuchung und danach erfolgte eine Woche lang täglich eine entsprechende Sitzung, allerdings ohne die entsprechenden Tests. Nach der letzten Sitzung wurden dann die Befragungen und die EEG-Untersuchung ebenfalls wiederholt.

Anstieg der Alpha-Wellen im Gehirn

Teilnehmende, die eine Kopfkühlung erhalten hatten, zeigten unmittelbar nach der ersten Kühlsitzung einen Anstieg der sogenannten Alpha-Wellen im EEG, während bei den Teilnehmern ohne Kopfkühlung ein Rückgang um 0,5 % beobachtet wurde, berichtet das Team.

„Das Gehirn produziert verschiedene Wellentypen, die mit unterschiedlichen Erregungszuständen oder Hirnaktivitätsniveaus verbunden sind. Alpha-Wellen werden mit Ruhe assoziiert. Genauer gesagt, deuten sie auf eine insgesamt geringere Hirnaktivität hin“, ergänzt die Studienautorin Laura Cooney.

Dieser Anstieg der Alpha-Hirnwellenaktivität lege den Schluss nahe, dass die Kopfkühlung eine unmittelbare beruhigende Wirkung entfalte.

Verringerte depressive Symptome

In beiden Gruppe sei zudem eine Verringerung der Depressionssymptomatik aufgetreten, allerdings in deutlich stärkerem Ausmaß bei den Teilnehmenden, die eine Kopfkühlung erhalten hatten.

So kann die Kopfkühlung offenbar depressive Symptome lindern und die Gehirnaktivität in eine Richtung verändern, die mit Entspannung assoziiert ist.

Neuer Ansatz zur Behandlung

Obwohl aus dieser kleinen, explorativen Studie keine direkten medizinischen Empfehlungen abgeleitet werden können, sind die Ergebnisse nach Einschätzung des Forschungsteam vielversprechend.

„Die Reduktion der Depressionssymptome bei gesunden Menschen lässt vermuten, dass dies eine Behandlungsmethode sein könnte“, betont der Studienautor Owen Griffith. Zudem werde die Kopfkühlung von den meisten Patientinnen und Patienten als angenehm empfunden, sie sei risikoarm und komme ohne Medikamente oder Chemikalien aus. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Zach Napora, Maddie McLaughlin, Owen Griffith, Laura Cooney, Elle McNally, Semyon M. Slobounov: Selective head cooling intervention improves mental health markers: A multimodal feasibility study;in:Acta Psycholigica (veröffentlicht 18.04.2026), sciencedirect.com
  • Penn State: Head cooling may reduce depression symptoms and change brain activity (veröffentlicht 09.06.2026), eurekalert.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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