Öko-Test: Hähnchen von Rewe & Lidl fallen durch

Heilpraxisnet

Bei "Öko-Test" fallen Hähnchen von Rewe und Lidl durch

25.10.2013

Jährlich werden in Deutschland etwa 1,2 Milliarden Hühner geschlachtet. Nicht viel länger als 30 Tage dauert es, bis die Tieren ihr Dasein beenden. Untersuchungen des Verbrauchermagazins „Öko-Test“ belegen dabei, dass nicht alle Produkte, ohne schlechten Gewissens, genießbar sind. Das Ergebnis der 14 getesteten frischen Hähnchenkeulen ist ernüchternd: Entdeckt wurden Keime und es gab Mängel in der Tierhaltung. Auch die sogenannten Biohühner schnitten schlecht ab.

Bestes Testergebnis ist die Note „Befriedigend“
Für die Untersuchung hat „Öko-Test“ neun konventionelle und fünf Keulen aus Öko-Mastbetrieben getestet. Zusätzlich haben die Hersteller einen Fragebogen zur Haltung der Tiere, zum Futter und zur Vergabe von Medikamenten erhalten. Die Auswertung ergab nicht gerade gute Ergebnisse. Nur einmal wurde die Note „Befriedigend vergeben“ Drei Proben wurden mit „ausreichend“ bewertet. Vier Produkte erhielten ein „mangelhaft“ und sechs sogar ein „ungenügend. Der Testsieger ist "Schröder´s Bio Bio-Hähnchenkeule frisch" des Herstellers Schröder´s Bio Fleisch- und Wurstwaren.. Der Preis für ein Kilo liegt liegt hier bei 9,90 Euro und es wurden keine gesundheitsgefährdende Keime oder Antibiotika-Rückstände entdeckt. Die Haltung der Tiere wurde nicht beanstandet. Die Tiere bekamen Tagesllicht und Grünauslauf. Jedoch beschreibt "Öko-Test" den Geruch einer Probe als "leicht fäkalisch“. Lidl bekam die Note „ungenügend“ und die Produkte von Rewe wurden mit „ Mangelhaft“ bewertet.

Die "Landjunker Hähnchenschenkel mit Rückenstück, frisch" des Herstellers Lidl schnitten "mangelhaft" ab. Das Kilo kostete zwar nur 2,45 Euro, die Test ergaben aber, dass sich Camphylobacter-Keime im Fleisch befinden. Ein Wermutstropfen: Die Produkte diese Herstellers wiesen keine Antibiotika-Rückstände auf. Es wurden jedoch antibiotikaresistente Keime entdeckt und die Tiere bekamen auch keinen Grünauslauf. Die Produktmarke „Ja“ von Rewe mit „Hähnchenschenkel mit Rückenstück, Frisch" fielen durch den Test mit der Benotung „ungenügend“ "Öko-Test" fand sowohl Salmonellen, Campylobacter-Keime als auch antibiotikaresistente Keime im Fleisch. Bei der Haltung entdeckten die Tester einen enormen Platzmangel., denn die 82.000 Tiere wurden in nur zwei Ställen gehalten. Das entspricht einer Haltung von 20,4 Tiere auf einem Quadratmeter. Als Vergleich: Der Testsieger hat 4.800 Tiere im Stall, was neun Tieren auf einem Quadratmeter entspricht. Aber auch dieser Wert gilt nicht unbedingt als tierfreundlich. „Öko-Test“ kritisiert auch , dass das firmeneigene Label von Rewe „Pro Planet“, das auf den Verpackungen zu sehen ist, die Verbraucher in die Irre führt und Vertrauen wecken soll. Dabei sagt es lediglich aus, dass die Futtermittel für die Tiere "umweltschonend" und "ohne Gentechnik" angebaut wurden, kritisiert "Öko-Test". Vom eigentlichen Problem lenke es ab.

Auch Bio schneidet schlecht ab
Gut haben es Mast-Tiere generell nicht. Auch wenn sie als "Bio-Ware" herangezüchtet werden. "Im Bio-Sektor ist die Massentierhaltung ebenso angekommen wie in der konventionellen Landwirtschaft. 4.800 Tiere pro Stall, 21 Kilo Masthuhn pro Quadratmeter – das ist das Leben der Bio-Hähnchen nach EU-Norm jenseits der idyllischen Verbrauchervorstellung", berichtet der Verein Animal Rights Watch gegenüber "Öko-Test".

Trotz Label sind Tierquälerei und Medikamente zu finden
Dennoch sollten Verbraucher zu Bio-Hähnchenfleisch zu greifen. Den Verbrauchern wird empfohlen, sich kritisch mit den einzelnen Labeln auseinander zu setzten. Zum Beispiel bietet das Label "Für mehr Tierschutz – Einstiegsstufe" auf Produkten "Wiesenhof Privathof" kaum Verbesserungen für die Tiere. Herden mit bis zu 30.000 Tieren, ohne Grünauslauf und die Vergabe von Medikamenten sind für Tierschützer „Qualzuchten“. Auch hier zeigt ein Vergleich die Abart der Massentierhaltung: In ökologischen Mastbetrieben sind maximal 4.800 Hühner erlaubt und jedem Bio-Masthuhn stehen immerhin vier Quadratmeter Wiese zur Verfügung. Letztendlich sind es aber die Verbraucher, die die Hersteller für ihre Zuchtgewohnheiten abstrafen können, in dem sie zu anderen Produkten greifen. (fr)

Bild: Petra Bork / pixelio.de