Pharmakonzerne: Patent auf Leben doch möglich?

Heilpraxisnet

Eine Sparte des Pharmaunternehmens Merck hat laut einem Bericht der Zeitung „Die Zeit“ eine „Firmenstrategie, die den Schutz weiter schwächt, den die Ursprünge menschlichen Lebens heute genießen.“ Die Firma soll haufenweise Patente im Rahmen der Biotechnologie anmelden, die aus der Sicht von Ethikern zweifelhaft seien und darüberhinaus für andere Unternehmen bedeuten würde, dass diese Lizenzgebühren an den Patentbesitzer zahlen müssen. Der Biotechnologie- Experte und ehemalige Mitarbeiter der Grünen Fraktion im Bayrischen Landtag und von Greenpeace, Christoph Then, will nun Einspruch dagegen erheben.

Eine Sparte des Pharmaunternehmens Merck hat laut einem Bericht der Zeitung „Die Zeit“ eine „Firmenstrategie, die den Schutz weiter schwächt, den die Ursprünge menschlichen Lebens heute genießen.“ Die Firma soll haufenweise Patente im Rahmen der Biotechnologie anmelden, die aus der Sicht von Ethikern zweifelhaft seien und darüberhinaus für andere Unternehmen bedeuten würde, dass diese Lizenzgebühren an den Patentbesitzer zahlen müssen. Der Biotechnologie- Experte und ehemalige Mitarbeiter der Grünen Fraktion im Bayrischen Landtag und von Greenpeace, Christoph Then, will nun Einspruch dagegen erheben. Das europäische Patentrecht mit der Patentrichtlinie für Gene, die seit Mitte 1998 gilt, untersagt Patente auf das Klonen und zur industriellen Nutzung menschlicher Embryonen. Doch eine Grauzone in den Richtlinien die das Europäische Parlament verabschiedet hat, besteht darin, dass es nicht ausdrücklich für einzelne Zellen oder isolierte oder später zerstörte Teile gilt.

Schon Anfang 2000 machte die Umweltorganisation Greenpeace ihren Einspruch gegen ein Patent für die Entnahme und Züchtung von Zellen aus Embryonen von Menschen mit gentechnischer Manipulation der Universität Edinburgh öffentlich, das vom Europäischen Patentamt in München bereits Ende 1999 erteilt worden war.

Nun bekam eine Sparte des Pharmaunternehmens Merck eine Genehmigung für ein Patent bei Fruchtbarkeitstherapie und damit zusammenhängenden Behandlungsprozessen der Eizelle genehmigt. Laut „Die Zeit“ stieß Then, der auch Mitbegründer und Geschäftsführer von „testbiotech e.V. Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie“ ist, einige weitere Genehmigungsforderungen der Firma und von ihren Tochtergesellschaften für Patente, die mit Embryonen und Keimzellen menschlicher Natur in Verbindung stehen. Problematisch ist dabei, laut Then auf gulli.com, dass das jetzige Patent „mittelbar Rechte auf die behandelten Eizellen einräumt“.

Bisher war Then recht erfolgreich mit seinen Aktionen und Einsprüchen, es bleibt nun abzuwarten, wie gut die Patentanwälte des Unternehmens vorgearbeitet haben und wie das Europäische Patentamt für Biotechnologie mit seiner Direktorin, der aus Dublin stammenden Genetik- Forscherin Siobhán Yeats, entscheidet. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 11.04.2010)

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