Richtige Therapien bei Thrombose entscheidet über Leben und Tod

Alfred Domke
Tiefe Venenthrombose: Richtige Antikoagulations-Behandlung kann Leben retten
Die venöse Thromboembolie ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung in Deutschland. Die Antikoagulation ist bei einer akuten Tiefen Venenthrombose die wichtigste Therapiemaßnahme. Sie kann über Leben und Tod entscheiden.

Zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung
Gesundheitsexperten zufolge ist die Anzahl der Thrombosen und der damit einhergehenden Komplikationen in Form einer Lungenembolie in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Eine unentdeckte Thrombose wird schnell zur Lebensgefahr. Die venöse Thromboembolie ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung in Deutschland. Bei einer Thrombose gilt es, schnell zu handeln. Die richtige Therapie kann über Leben und Tod entscheiden.

In Deutschland sterben jährlich rund 100.000 Menschen infolge von Venen-Thrombosen und Lungenembolien. Die wichtigste Therapiemaßnahme ist die Antikoagulation. Sie kann über Leben und Tod entscheiden.
(Bild: zlikovec/fotolia.com)

Blutgerinnsel verstopft Gefäß
Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus), welches ein Gefäß verengen oder vollständig verstopfen kann. Am häufigsten passiert das in den Beinvenen.

Wenn sich der Blutpfropf löst und mit dem Blutstrom bis in die Lunge geschwemmt wird, kann er dort Blutgefäße blockieren (Thromboembolie) und eine Lungenembolie verursachen, welche häufig tödlich verläuft.

Außerdem können Blutgerinnsel einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie weitere Durchblutungsstörungen auslösen.

Allein in Deutschland sterben jährlich rund 100.000 Menschen infolge von Venen-Thrombosen und Lungenembolien.

Hohes Lebensalter als Hauptrisikofaktor
Zwar kann es grundsätzlich jung und alt treffen, doch das Lebensalter ist der Hauptrisikofaktor für eine Thrombose. Laut Gesundheitsexperten steige die Gefahr ab einem Alter von 60 Jahren deutlich an.

Auch Personen mit Krampfadern, einer Lungen- oder Herzkrankheit sowie Raucher und Übergewichtige haben ein erhöhtes Thromboserisiko.

Zudem ist bekannt, dass Bewegungsmangel wie etwa nach längerer Bettlägerigkeit nach Operationen oder bei Flugreisen und auch hormonelle Veränderungen wie beispielsweise in der Schwangerschaft ein erhöhtes Thromboserisiko zur Folge haben.

Experten zufolge besteht zudem durch moderne Anti-Baby-Pillen eine große Gefahr.

Antikoagulation ist die wichtigste Therapiemaßnahme
Die Antikoagulation ist im Fall einer akuten Tiefen Venenthrombose oder ihrer möglichen Komplikation, der Lungenembolie, die wichtigste Therapiemaßnahme.

Wie wichtig eine adäquate Antikoagulation bei der Behandlung der venösen Thromboembolie (VTE) ist, verdeutlichen folgende Zahlen:

Wird die Antikoagulation nach einer Lungenembolie beendet, sind 25 – 33 Prozent der Rezidive (Wiederauftreten der Krankheit) tödlich, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. in einer Mitteilung, die der „Informationsdienst Wissenschaft“ (idw) veröffentlichte.

Die aktuellen interdisziplinären Leitlinien empfehlen eine individuell angepasste Entscheidung über die Dauer der Antikoagulation unter Berücksichtigung der Patientenpräferenzen und der klinisch bedeutsamen Faktoren.

Diese bewusst vorgesehene Flexibilität und Individualisierung bringt allerdings für Ärzte und Patienten eine gewisse Verunsicherung mit sich.

Das Aktionsbündnis Thrombose wird am Welt-Thrombose-Tag am 13. Oktober unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Berlin die „Antikoagulations-Ampel“ vorstellen. Mit dieser sollen behandelnde Ärzten bei der Therapie unterstützt werden.

Zudem werden an dem Tag Gefäßexperten, Hausärzte sowie weitere Vertreter aus dem Gesundheitswesen diskutieren, „wie die intersektorale Versorgung bei einer venösen Thromboembolie weiter verbessert werden kann“, heißt es in einer Mitteilung. (ad)