Schlafhilfe-Tipps für tropische Nächte

Alfred Domke

Schlafhilfe-Tipps für tropische Nächte

27.07.2013

Erst musste man hierzulande so lange auf den Sommer warten und jetzt scheint es zu viel davon zu werden. Über 30 Grad am Tage und kaum Abkühlung in der Nacht. Um in den tropischen Nächten besser schlafen zu können, helfen ein paar einfache Tricks.

Optimale Schlaftemperatur bei 15 bis 18 Grad
Bis fast auf 40 Grad soll das Thermometer dieses Wochenende mancherorts steigen. Sind die Temperaturen tagsüber enorm ermüdend, so führen sie nachts dann doch nicht zu erholsamen Schlaf. Im Gegenteil: wenn es nachts kaum kälter wird als 25 Grad, liegt man lange wach, denn die optimale Schlaftemperatur liegt bei 15 bis 18 Grad und bei zu hohen Werten mache das körpereigene Kühlsystem schlapp. Um mit der Hitze im Schlafzimmer besser umgehen zu können, hat Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Universität Regensburg einige seiner Tipps verraten.

Kühles Schlafzimmer
Wenn man die Nacht schon nicht auf dem Balkon oder im Garten, etwa in einer Hängematte verbringen kann, sollte man zumindest versuchen, das Schlafzimmer so kühl wie möglich zu halten. So schließt man idealerweise die Fenster tagsüber und lässt die Sonne durch heruntergelassene Jalousien oder zugezogene Vorhänge nicht direkt ins Zimmer scheinen. Nach Sonnenuntergang kann man dann alle Fenster weit öffnen und den Raum am besten mit Durchzug richtig lüften. Falls möglich, sollte man die Fenster die ganze Nacht offenlassen. Empfindliche Menschen müssen sich dann aber vor der Zugluft in Acht nehmen.

Schlafforscher rät zu Funktionswäsche
Um sich vor möglicher Zugluft zu schützen reicht oft schon ein dünnes Laken zum Zudecken, dass im Hochsommer ohnehin besser geeignet ist, als etwa ein dickes Federbett. Wenn die Hitze zwar dazu verleitet, möglichst wenig bis gar nichts auf dem Leib zu tragen, so sind doch viele Menschen daran gewöhnt, beim Schlafen, schon aus hygienischen Gründen, etwas anzuhaben. Schlafforscher Zulley rät zu sogenannter Funktionswäsche aus Material, das Feuchtigkeit und Wärme nach außen transportiert. Vor allem für Menschen die stark schwitzen ist Baumwolle eher ungünstig, da sich der Schweiß darin festsaugt und zu einem unangenehmen Feuchtigkeitsgefühl auf der Haut führt. Man könne aber nach einer lauwarmen Dusche kurz vorm Schlafengehen einen leichten Feuchtigkeitsfilm auf der Haut zurücklassen, indem man sich nicht ganz abtrocknet und somit eine angenehme Kühle mit ins Bett nehmen. Wenn dies auch nicht lange vorhält, zum Schlafeinstieg reicht es eventuell.

Gekühlte Wärmflasche und leichtes Betthupferl
Wenn man eine mit Wasser gefüllte Wärmflasche tagsüber in den Kühlschrank, nicht ins Eisfach, legt, kann sie zur Kühlflasche werden. Dann kann man sie den eigenen Wünschen entsprechend zwischen die Füße, unter den Nacken oder auf den Bauch legen. Zu berücksichtigen sei auch, dass man zwar tagsüber viel Wasser trinken soll, aber nicht erst kurz vor dem Zubettgehen, da man sonst nachts wieder zur Toilette muss. Und weil der Körper eh schon so gestresst ist durch die Hitze, soll er nicht noch zusätzlich durch schwere Verdauungsarbeit geplagt werden. Deshalb sollte auf ein leichtes „Betthupferl“ geachtet werden, also eher leichte Kost und am besten nicht mehr nach 19 Uhr essen.

Natürliche Hilfsmittel
Erholsamer Schlaf ist die Grundvoraussetzung für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Wenn sich dieser wegen den derzeitigen Temperaturen aber schwierig gestaltet, sollte man trotzdem nicht zu chemischen Schlafmitteln greifen. Es gibt auch natürliche Mittel. So haben sich Schlafhilfen aus Baldrianextrakten allein oder in Kombination mit Hopfen, Melisse und Passionsblume in einer großen Anzahl von klinischen Studien als eine Alternative zu den riskanten synthetischen Hypnotika und Sedativa erwiesen. So meinte Prof. Dr. Dr. Martin E. Keck vom Züricher Zentrum für Naturwissenschaften in München vor einiger Zeit: „Der Vergleich mit synthetischen Schlafmitteln zeigt, dass Phytopharmaka eine evidenzbasierte, gut verträgliche und von den Patienten gut akzeptierte Alternative für klassische, synthetische Medikamente darstellen“. Ein Tipp von Zulley lautete dann noch, dass man sich nicht aufregen soll, wenn es mit dem Einschlafen nicht sofort klappt. Denn im Sommer brauche man ohnehin rund eine Stunde weniger Schlaf als im Winter. (ad)

Advertising

Bild: twinlili / pixelio.de