Senioren entscheiden sich oft schlechter

Astrid Goldmayer

Senioren sind bei Entscheidungen mit Risiko schnell überfordert

03.10.2013

Senioren sind mit Risikoentscheidungen schneller überfordert als jüngere Menschen. Das ergab eine Untersuchung von US-amerikanischen Wissenschaftlern der Yale School of Medicine in New Haven im Bundesstaat Connecticut. Demnach nehmen nicht nur die Fähigkeiten bei der Verarbeitung von Informationen mit dem Alter ab sondern auch die Entscheidungsfähigkeit.

Senioren gehen auf Nummer sicher statt ein Risiko einzugehen
Die Neurobiologin Ifat Levy und ihre Kollegen untersuchten im Rahmen ihrer Studie die Risikobereitschaft und die Entscheidungsfähigkeit von 135 Probanden im Alter von zwölf und 90 Jahren. Insgesamt mussten die Studienteilnehmer 320 Entscheidungen über Gewinn oder Verlust treffen, berichten die Forscher in den „Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS"). Sie hatten die Wahl zwischen einem garantierten Gewinn in Höhe von fünf Dollar, einer Lotterie, bei der ein höher Gewinn von acht Dollar möglich gewesen wäre, und einer Niete. Im Rahmen der Verlust-Testreihe mussten die Probanden entscheiden, ob sie fünf Dollar verlieren oder sogar mehr oder gar nichts verlieren. In diesem Zusammenhang konnten die Wissenschaftler auch die Konstanz der Entscheidungen überprüfen, indem sie Rückschlüsse aus den Wiederholungen zogen.

Insgesamt wählten die über 65-Jährigen bei der Gewinnentscheidung häufiger den garantierten Gewinn als die 30- bis 50-Jährigen. Ein gegensätzliches Verhalten zeigten die Senioren jedoch bei den Verlusttests. Im Vergleich zu den anderen Altersgruppen verloren sie dabei im Schnitt rund 40 Prozent mehr ihres Spieleinsatzes.

„Wir fanden heraus, dass gesunde Senioren im Alter zwischen 65 und 90 auffallend widersprüchlich in ihren Entscheidungen waren im Vergleich zu jüngeren Probanden. So wie bei älteren Menschen eine deutliche Abnahme der kognitiven Funktion zu verzeichnen ist, zeigen sie auch eine tiefgreifende Verringerung der Fähigkeit rational zu wählen im Vergleich zu den jüngeren Teilnehmern“, schreiben die Forscher. Demnach könnte mit Alter eine zunehmende Unbeständigkeit in der Entscheidungsfindung und eine Verschlechterung der Entscheidungsfähigkeit einhergehen.

„Wir haben festgestellt, dass das Risikobereitschaft über die Lebensspanne hinweg gesehen einer umgekehrten U-Funktion zeigt, beide, Senioren und Jugendliche, sind weniger risikofreudig als die Teilnehmer im mittleren Alter“, heißt es in der Studie. (ag)

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Bild: Rainer Sturm / pixelio.de