Sexualforscher: Viel Sex macht die meisten Paare nicht glücklicher

Sebastian

Studie: Viel Sex macht Paare auch nicht glücklicher
Für viele Menschen spielt Sex eine ganz bedeutende Rolle im Leben. Bei Paaren gilt regelmäßiger Geschlechtsverkehr oft gar als eine Art Gradmesser für die Intaktheit der Beziehung. Doch selbst wenn sie oft Sex miteinander haben, sind sie dadurch nicht grundsätzlich glücklicher, wie Forscher in einer Studie feststellten.

Paare wurden zu häufigem Sex gebeten
Oft heißt es, dass Sex glücklich macht. Ist die Schlussfolgerung daraus dann aber, dass Paare, die mehr Geschlechtsverkehr haben, glücklicher sind? Dieser Frage sind Forscher in den USA nachgegangen. „Mit verheirateten Paaren führten sie einen Versuch durch, bei dem ein Teil gebeten wurde, doppelt so häufig Sex zu haben wie gewöhnlich.“ Die Wissenschaftler von der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh kamen dabei zu dem Ergebnis, dass mehr Sex Paare nicht glücklicher macht. „Vielen Paar-Ratgebern wird somit die Grundlage entzogen“, so die Forscher.

Liebesspiel wurde nicht aus eigenem Antrieb begonnen
Die Forscher, die die Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Economic Behavior & Organization“ veröffentlichten, berichten, dass die Glücksgefühle sogar eher ein wenig zurück gingen. Dies sei den Autoren zufolge zum Teil darauf zurückzuführen, dass bei den Paaren, die häufiger miteinander schliefen, das sexuelle Verlangen abnahm. Für den Spaß am Sex galt gleiches. Vermutlich sei dies „der Tatsache zuzuschreiben, dass die Paare im Rahmen des wissenschaftlichen Experiments dazu aufgefordert worden waren, mehr Sex zu haben, und das Liebesspiel nicht aus eigenem Antrieb begonnen haben.“

Die meisten Paare haben zu wenig Sex
Studienleiter George Loewenstein erklärte: „Würden wir die Studie noch einmal durchführen und könnten es uns finanziell leisten, würden wir die Teilnehmer dazu anhalten, mehr Sex zu haben, aber so, dass sie sich in eine entsprechende Stimmung versetzen.“ Dabei könnte beispielsweise ein Babysitter helfen. Oder die Paare könnten ein Hotelzimmer aufsuchen oder mit luxuriöser Bettwäsche die Verführungslust steigern. Loewenstein geht trotz der Studienergebnisse davon aus, dass die meisten Paare zu wenig Sex haben und es ihnen gut tun würde, wenn sie öfter miteinander schlafen würden. Dabei könnte eine romantische und lustvolle Stimmung viel bewirken.

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Gesunder Geschlechtsverkehr
Gute Gründe für Sex gibt es ohnehin genügend, auch der Gesundheit wegen. So wird der Körper beim Geschlechtsverkehr gut durchblutet und es werden Hormone ausgeschüttet, die der Psyche gut bekommen. Zudem haben Wissenschaftler aus den USA erst vor kurzem einen Zusammenhang zwischen Schlaf und gutem Sex hergestellt. Demnach führt guter Schlaf – zumindest bei Frauen – zu gutem Sex und umgekehrt kann Sex helfen, besser zu schlafen. Das dürfte vor allem für die vielen Menschen, die an Schlafproblemen leiden, interessant sein. Schlafstörungen richten zwar kurzfristig keine Schäden an, können auf Dauer jedoch schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben und zum Beispiel das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. (ad)

Bild: Andreas Helminger / pixelio.de