Studien: Junge Raucher mit drastisch erhöten Herzinfarkt-Risiken

Es ist schon länger bekannt, dass Raucher einem deutlich höheren Infarkt-Risiko unterliegen. In einer Studie wurde nun festgestellt, dass diese Gefahr bei jüngeren Tabakkonsumenten größer ist. (Bild: amixstudio/fotolia.com)
Alfred Domke
Rauchen steigert das Herzinfarkt-Risiko bei Menschen unter 50 massiv
Es ist schon lange bekannt, dass Tabakkonsum das Herzinfarkt-Risiko erhöht. In einer britischen Studie wurde nun festgestellt, dass sich Raucher unter 50 einer noch größeren Gefahr aussetzen. Bei ihnen ist das Infarkt-Risiko im Vergleich zu gleichaltrigen Nichtrauchern um das Achtfache erhöht.

Rauchen schadet der Gesundheit
Dass Tabakkonsum der Gesundheit schadet, ist wohl jedem bekannt. Raucher erkranken und sterben aber nicht nur an Lungenkrebs, sie haben auch ein höheres Risiko für andere Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So gilt Rauchen neben Bluthochdruck, Übergewicht und Bewegungsmangel als ein wesentlicher Risikofaktor für Herzinfarkt. Eine aktuelle Untersuchung zeigt nun, dass diese Gefahr bei Rauchern unter 50 Jahren besonders groß ist.

Es ist schon länger bekannt, dass Raucher einem deutlich höheren Infarkt-Risiko unterliegen. In einer Studie wurde nun festgestellt, dass diese Gefahr bei jüngeren Tabakkonsumenten größer ist. (Bild: amixstudio/fotolia.com)
Es ist schon länger bekannt, dass Raucher einem deutlich höheren Infarkt-Risiko unterliegen. In einer Studie wurde nun festgestellt, dass diese Gefahr bei jüngeren Tabakkonsumenten größer ist. (Bild: amixstudio/fotolia.com)

Erhöhtes Herzinfarkt-Risiko
Einer neuen Studie zufolge erhöht Rauchen bei jüngeren Menschen massiv das Risiko eines Herzinfarkts. Laut der Untersuchung britischer Wissenschaftler sei die Gefahr eines Infarkts bei Tabakkonsumenten unter 50 Jahren acht Mal höher als bei Nichtrauchern.

„Alle Raucher haben ein erhöhtes Risiko, doch jüngere sind besonders anfällig und haben ein acht Mal größeres Risiko für einen Herzinfarkt als nichtrauchende Gleichaltrige“, erklärte Studienautor Dr. Ever Grech vom Herzzentrum der englischen Stadt Sheffield in einer Mitteilung.

Später wird Unterschied zwischen Rauchern und Nichtrauchern kleiner
Laut der Studie, die im Fachblatt „Heart“ veröffentlicht wurde, wird der Unterschied zwischen Rauchern und Nichtrauchern mit zunehmendem Alter wieder kleiner.

Demnach ist das Risiko bei Rauchern zwischen 50 und 65 Jahren fünf Mal höher als bei Nichtrauchern, bei Rauchern über 65 Jahre drei Mal.

Junge Menschen vom Rauchen abbringen
Zwar war schon länger bekannt, dass Raucher einem deutlich höheren Infarkt-Risiko unterliegen, neu an den Befunden der Studie ist jedoch die Staffelung des Risikos anhand der Altersgruppe.

Laut den Studienautoren sei Rauchen mit Blick auf das Infarktrisiko jüngerer Menschen „vielleicht der größte aller Risikofaktoren, der seine Wirkung früher als alle anderen Faktoren entfaltet“.

Die Wissenschaftler forderten mehr Anstrengungen, um junge Menschen vom Rauchen abzubringen. „Ein Bewusstsein für dieses auffallend höhere Risiko könnte eine effektive gezielte Intervention ermöglichen“, sagte Dr. Grech.

Raucher erleiden Infarkt zehn Jahre früher
Für ihre Untersuchung hatten die Forscher Daten von 1.727 Patienten ausgewertet, die zwischen 2009 und 2012 mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Auswertung zeigte auch, dass Raucher im Mittel zehn Jahre früher einen Herzinfarkt erleiden als Nichtraucher oder Exraucher.

Den Angaben zufolge seien in der Untersuchungsregion South Yorkshire 27 Prozent der Erwachsenen unter 50 Jahren Raucher – von den Herzinfarktpatienten unter 50 Jahren machten sie jedoch 75 Prozent aus. (ad)

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