Therapie für obstruktive Schlafapnoe schützt nicht vor Herzinfarkten und Schlaganfällen

Viele Menschen leiden nachts unter Atemstörungen im Schlaf. Ein sogenanntes CPAP-Gerät soll da Abhilfe schaffen. (Bild: kudosstudio/fotolia.com)
Alexander Stindt
Auswirkungen der Continuous Positive Airway Pressure-Therapie (CPAP)
Bei der sogenannten Schlafapnoe entstehen immer wieder Atemstillstände während des Schlafes. Forscher fanden jetzt heraus, dass die derzeit führende Therapie bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA) nicht die Wahrscheinlichkeit für Schlaganfälle oder Herzinfarkte bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert. Menschen mit Schlafapnoe haben ein erhöhtes Risiko für solche Erkrankungen. Allerdings verbessert die sogenannte Continuous Positive Airway Pressure-Therapie (CPAP) die Lebensqualität der Erkrankten erheblich und half sogar bei Depressionen.

Die Wissenschaftler der Flinders University und dem The George Institute for Global Health haben jetzt bei einer Untersuchung festgestellt, dass die sogenannte Continuous Positive Airway Pressure-Therapie (CPAP) keine effektive Behandlungsmethode zur Verhinderung von Schlaganfällen oder Herzinfarkten bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten darstellt. Durch die Behandlung wird aber die Lebensqualität von Erkrankten erheblich verbessert. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine“.

Viele Menschen leiden nachts unter Atemstörungen im Schlaf. Ein sogenanntes CPAP-Gerät soll da Abhilfe schaffen. (Bild: kudosstudio/fotolia.com)
Viele Menschen leiden nachts unter Atemstörungen im Schlaf. Ein sogenanntes CPAP-Gerät soll da Abhilfe schaffen. (Bild: kudosstudio/fotolia.com)

Große Schlaf-Studie untersucht etwa 2.700 Probanden
Die größte jemals durchgeführte Schlaf-Studie untersuchte etwa 2.700 Probanden über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren. Dabei analysierten die Wissenschaftler die Auswirkung der Verwendung von CPAP-Geräten bei Menschen, welche unter obstruktiver Schlafapnoe und kardiovaskulären Erkrankungen litten. Manchmal ist eine Schlafapnoe auch ohne Symptome einfach zu erkennen. Andere Studie fanden vor einiger Zeit heraus, dass eine große Zunge und Mandeln auf obstruktiver Schlafapnoe deuten können.

CPAP-Geräte verbessern die Lebensqualität und das Wohlbefinden
Es war überraschend, dass die Wissenschaftler keinen wesentlichen Nutzen bei der Verwendung von CPAP-Geräten für die Reduzierung von Schlaganfällen oder Herzinfarkten bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen feststellten. Aber diese Art der Behandlung verbesserte die Stimmung und das Wohlbefinden der Teilnehmer erheblich, erläutert Professor Doug McEvoy von der Flinders University. Wenn die Patienten das Gerät mindestens drei Stunden pro Nacht nutzten, verbesserte sich ihre Stimmung und die Lebensqualität. Außerdem benötigten diese Menschen weniger Zeit, um sich von den Auswirkungen von Krankheiten zu erholen und sind somit kürzer krankgeschrieben, fügt Professor McEvoy hinzu.

Keine Vorteile bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt
Uns war bekannt, dass Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen. Seit längerer Zeit ist beispielsweise belegt, dass Schlafstörungen und Atemaussetzer das Schlaganfall-Risiko erhöhen. Wir versuchten bei der Untersuchung festzustellen, ob wir durch die Behandlung der Schlafstörung auch die Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren konnten, erläutert Professor McEvoy. Die Ergebnisse zeigten zwar keine wesentlichen Vorteile bei Herz-Kreislauf-Krankheiten, aber trotzdem könnten sie eine ermutigende Nachricht für etliche Millionen von Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) sein.

Auswirkungen der nächtlichen Atemstillstände
Sogenannte CPAP-Geräte verbessern die Lebensqualität von Menschen mit Atemstörungen im Schlaf deutlich, sagt Professor Craig Anderson vom The George Institute for Global Health. Die sogenannte Schlafapnoe verursacht eine ganze Reihe von Problemen. Die Atemaussetzer in der Nacht erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Außerdem verursachen sie Lethargie, Müdigkeit während des Tages, negative Gedanken und übermäßiges Schnarchen.

Weitere Forschung ist dringend nötig
Trotzdem zeigen die Ergebnisse, dass CPAP-Geräte Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe helfen, ihr Leben zu verbessern, sagen die Wissenschaftler. Dies ist ein bisher unbekannter Nutzen für Menschen mit einer Atemstörung im Schlaf. Weitere Forschung ist nun erforderlich, um das erhebliche Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall bei Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe zu verstehen un entsprechend zu reduzieren, fügen die Autoren hinzu. (as)

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